ÖHB Legionär Nikola Bilyk gewinnt mit THW Kiel den EHF Cup

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Nikola Bilyk reiht sich in die Reihe der österreichischen Spieler ein, die einen internationalen Vereinstitel gewinnen konnten. Nach Bozovic und Szilagyi ist Bilyk der dritte Spieler aus Österreich, der einen Pokal in einem EHF-Wettbewerb gewinnen konnte.

Der THW Kiel setzte sich am späten Samstagabend im Finale um den EHF Cup mit 26:22 souverän gegen die Füchse Berlin durch und entriss somit dem Titelverteidiger die Trophäe. Zuvor im Spiel im Platz 3 drehte der FC Porto mit der Einwechslung von Nationalkeeper Thomas Bauer zur zweiten Halbzeit das Spiel und setzte sich in einem spannenden und ebenfalls hochklassigen Duell mit 28:26 gegen TTH Holstebro durch. In der deutschen Bundesliga der Frauen, holte zudem Ines Ivancok mit der SG BBM Bietigheim die Meisterschaft. Mit dem 34:18-Erfolg am letzten Spieltag über Göppingen, beendet Bietigheim die Saison dank des besseren Torverhältnis vor dem Thüringer HC auf Platz 1.

Der THW Kiel setzte sich im Duell der beiden deutschen Clubs im Finale um dem EHF Cup am Samstagabend gegen die Füchse Berlin durch. Die starke Partie verlief zunächst 20 Minuten auf Augenhöhe. Kiel hatte leichte Vorteile, auch weil die Füchse zu viele Möglichkeiten ausließen. Angefeuert von den allermeisten der Zuschauer in der Arena konnte sich der Gastgeber dann von Berlin absetzen. Nicht nur die spielerische Qualität beim deutschen Rekordmeister stimmte, auch die kämpferische. Bestes Beispiel dafür war eine Situation kurz vor der Pause, als der zuvor eingewechselte österreichische Nationalteamspieler Nikola Bilyk einen erkämpften und eigentlich schon wieder verlorenen Ball doch noch festhalten konnte und ihn im richtigen Moment zu Harald Reinkind abspielen konnte, der zum 16:10-Pausenstand für den THW Kiel traf.

Im zweiten Spielabschnitt warfen die Füchse nochmal alles in die Waagschale, konnten aber nicht mehr entscheidend verkürzen. Zu hoch war die Hypothek, die der THW Kiel den deutschen Hauptstädtern mit in die Kabine gegeben hatten. Nikola Bilyk markierte mit seinem ersten und einzigem Treffer im Finale das wichtige 18:14 nach 38 Minuten. Kiel ließ nichts mehr anbrennen und feierte am Ende den insgesamt vierten Sieg im EHF Cup in ihrer Vereinshistorie. Ausgelassen feierte das Team mit ihrem scheidenden Trainer Alfred Gislason den Pokal. Es ist bereits der zweite Titel für die Norddeutschen in dieser Spielzeit. Vor wenigen Wochen erst gewannen die Kieler den DHB-Pokal und sie haben auch noch Chancen auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft.

„Das ist was ganz Großes, was wir hier geschafft haben. Ich freue mich riesig für die Mannschaft. Wir haben was ganz Großes erreicht“, so Nikola Bilyk, für den der Sieg im EHF Cup der insgesamt dritte Titel mit dem THW Kiel ist. „In solchen Spielen entscheidet immer die Mannschaftsleistung und das war heute der Fall. Von einer guten Abwehr heraus ins Tempospiel, mit einem guten Torhüter im Rücken, da ist alles möglich. Zu Hause mit den Fans und der Unterstützung. Das war natürlich ein riesengroßer Vorteil für uns und den haben wir ausgenutzt“, feierte die Arena ihren THW lautstark über 60 Minuten.

Bilyk, Szilagyi, Bozovic – Drei Rot-Weiß-Rote-Nationalteamspieler stemmten nun Trophäen der EHF auf Vereinsebene in die Höhe. „Das ist sehr, sehr, sehr schön. Man hat auf eine gewisse Art und Weise Geschichte geschrieben und das ist einfach nur geil. Ich bin froh ein Teil davon zu sein. Ich bin froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein und diesen Titel zu gewinnen ist natürlich etwas sehr schönes“, so Nikola Bilyk.

Für Bilyks Vereinstrainer Alfred Gislason ist der EHF Cup der insgesamt 20. in seiner Karriere. „Es ist immer schön, ihm so ein Geschenk zu machen. Wir sind einfach nur überglücklich. Wir freuen uns mit der ganzen Mannschaft, aber klar, für ihn ist es etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr froh, dass wir ihm dieses Geschenk machen konnten“, könnten für Bilyk aber noch der dritte Titel in dieser Spielzeit und Gislason dann der 21. folgen, nämlich dann „wenn wir noch die Chance bekommen, den Meistertitel zu bekommen, das ist gar keine Frage. Wir hoffen noch immer darauf. Wir haben Flensburg geschlagen und müssen jetzt die restlichen Partien gewinnen und dann schauen, wo wir am Ende stehen. Aber mit diesen zwei Titeln haben wir schon sehr vieles richtig gemacht in dieser Saison“, so der 22-jährige Nationalteamkapitän.

Bauer freut sich nach starker Leistung über Platz 3
Wie auch im Halbfinale sorgte Thomas Bauer zunächst von der Bank aus für die emotionale Unterstützung seiner Jungs. Allerdings lief der FC Porto nach einer schnellen 2:0-Führung lange einem Rückstand hinterher. Im Angriff unterliefen den Portugiesen zu viele Fehler. Nach der Auszeit in der 15. Minute lief es besser für die Südeuropäer, sie konnten den Rückstand mit drei Toren wieder ausgleichen. Aber die Dänen vom TTH Holstebro legten zunächst weiter vor. Mit einem 16:14 gingen es in die Pause.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam Bauer ins Tor des FC Porto und fügte sich direkt grandios ins Spiel ein. Mit vier gehalten Würfen bei vier Versuchen von Holstebro half er seinen Jungs, erst zum 16:16 auszugleichen und beim 18:16 wieder vorzulegen. Die Führung wackelte nur noch einmal kurz, als die Dänen zum 21:21 ausglichen. Aber Bauer verhinderte den Führungstreffer durch Holstebro. Bis zum Ende der Partie gab Porto die Führung dann auch nicht mehr aus der Hand, auch wenn die Partie bis zum Schluss spannend und eng blieb.

Am Ende bleibt für eines der Überraschungsteams im EHF Cup der dritte Platz in den Geschichtsbüchern stehen. „So hätte ich es mir auch gestern gewünscht. Reinkommen, das Spiel drehen, Kontertore schießen, von außen treffen, das haben wir heute hinbekommen“, freut sich Bauer, der 50% der Bälle, die auf sein Tor kamen, abwehren konnten. „In den Gruppenspielen, die wir gegen Holstebro hatten, haben phasenweise beide Linkshänder gefehlt, die sind jetzt dazu gekommen und ihre Torhüter waren gestern und heute auch besser, sie sind schon eine richtig gute Mannschaft. Wir waren sicherlich nach gestern etwas enttäuschter als Holstebro und dass wir das Spiel jetzt noch geholt haben, macht uns richtig stolz und happy.“

Einen würdigen Rahmen für das Spiel um Platz 3 bildeten auch die Zuschauer in Kiel. Sie unterstützten beide Teams fair und waren begeistert vom Auftritt der beiden Teams. „Es ist schön, wenn uns 10.000 Leute anfeuern und den Sieg wünschen, das ist nicht selbstverständlich. Dafür bin ich sehr dankbar. Und das zeigt, dass wir eine sympathische Truppe sind“, gab Bauer ein großes Lob an das Publikum. Die Zuschauer gaben die Ehre direkt an Thomas Bauer zurück, in dem sie per App-Abstimmung ihn mit den ‚Fan-Award‘ auszeichneten. Unter großem Jubel der mehr als 10.000 Zuschauer nahm Bauer die Auszeichnung entgegen. Bauer spielt nun in der portugiesischen Liga noch um den nationalen Meistertitel. Am Dienstag kann sich der FC Porto mit einem Sieg gegen Madeira die Meisterschaft sichern.
EHF Cup Final 4

17./18. Mai 2019, Sparkassen Arena Kiel

Finale
THW Kiel vs. Füchse Berlin 26:22 (16:10)

Sa., 18. Mai 2019, 20:45 Uhr

Spiel um Platz 3
TTH Holstebro vs. FC Porto Sofarma 26:28 (16:14)

Sa., 18. Mai 2019, 18:00 Uhr

Semifinale
TTH Holstebro vs. THW Kiel 26:32 (14:16)
Fr., 17. Mai 2019, 18:00 Uhr

Füchse Berlin vs. FC Porto Sofarma 24:20 (12:8)
Fr., 17. Mai 2019, 20:45 Uhr

Presseinfo ÖHB

18.05.2019