Thomas Bauer

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Nationalteamtorhüter Thomas Bauer surft auf der Siegeswelle. Vergangenes Wochenende holte er Platz drei beim EHF Cup Final 4 in Kiel, wurde dort vom Publikum zum beliebtesten Spieler gewählt. Gestern Abend sicherte er sich mit dem FC Porto vorzeitig den Meistertitel in Portugal. Mit Sebastian Frimmel, Lukas Herburger und Kristian Pilipovic haben gleich drei Legionäre Donnerstagabend in der Schweiz den ersten Matchball auf den Meistertitel. In der „Stärksten Liga der Welt“ in Deutschland, setzt Nationalteamkapitän Nikola Bilyk mit dem THW Kiel drei Runden vor Saisonende noch alles daran, Titelverteidiger Flensburg von der Spitze zu verdrängen.

„Ich konnte das noch gar nicht realisieren, muss das alles erst sacken lassen“, erzählt Thomas Bauernach dem 29:20-Auswärtssieg bei Madeira. Damit sicherte man sich nur wenige Tage nach dem EHF Cup Final 4, wo man Platz drei belegte, zwei Runden vor Schluss den Meistertitel in Portugal. Die Euphorie des gesamten Klubs und der Fans war sofort zu spüren, Thomas Bauer: „Bei der Ankunft am Flughafen haben uns rund 200 Fans empfangen. Die Stimmung war wie in einem Fußballstadion.“

Für den 33-Jährigen ist dieser Titel der bislang größte Erfolg auf Vereinsebene: „Es ist mein erster Meistertitel. Nach dem Grunddurchgang hat sich eigentlich angedeutet, dass Sporting wieder das Rennen macht. Es wurde schließlich ein spannender Dreikampf mit Benfica, in dem die beiden Clubs Punkte gegen vermeintlich schwächere Teams liegen gelassen haben. Das ist uns nicht passiert.“

Die Erfolge im EHF Cup beflügelten zusätzlich, wie Thomas Bauererzählt: „Durch den Sieg über Magdeburg und die Erfolge in der Gruppenphase, haben wir viel Selbstvertrauen gesammelt. Als ich nach Porto gekommen bin, habe ich von Anfang gesagt, ich will helfen, dass der Verein dorthin kommt, wo er hingehört, nämlich in die Champions League.“

Das lange Warten vergangenes Jahr hat sich bezahlt gemacht für den 147fachen Internationalen: „Der Sommer war nicht leicht. Ich habe auf etwas Besonderes gewartet. Das war Porto.“

Legionärs-Trio will Sack in der Schweiz zu machen
2:0 führen die Kadetten Schaffhausen in der Best of five-Finalserie in der Schweizer Liga gegen Pfadi Winterthur. Beide Siege konnten allerdings erst in der Verlängerung gefeiert werden. „Im Halbfinale haben wir zwei unserer besten Spiele in dieser Saison abgeliefert. Zum Finalstart waren wir aus dem Rhythmus. Das hat man gemerkt. Wir haben uns im Angriff schwer getan. Positiv war aber unsere Mannschafts- und Torhüterleistung, dass wir diese Siege noch geholt haben“, so Flügel Sebastian Frimmel.

Gemeinsam mit seinen Nationalteam- und Vereinskollegen Lukas Herburger und Kristian Pilipovic will er am morgigen Donnerstag endgültig den Sack zu machen und den Titel holen: „Wir sind heiß und motiviert. Wir werden alles reinhauen.“

Titelkampf in Deutschland spitzt sich zu
Vor exakt zehn Tagen rang der THW Kiel die SG Flensburg-Handewitt mit 20:18 nieder und verkürzte den Abstand auf den Tabellenführer damit auf zwei Punkte. Drei Runden sind noch zu spielen und Nationalteamkapitän Nikola Bilykhofft, nach dem Gewinn des EHF Cup und des DHB Pokal, noch auf das Triple: „Wir hoffen noch immer darauf. Wir haben Flensburg geschlagen und müssen jetzt die restlichen Partien gewinnen und dann schauen, wo wir am Ende stehen. Aber mit diesen zwei Titeln haben wir schon sehr vieles richtig gemacht in dieser Saison.“
In den letzen drei Runden trifft Kiel noch auf den TSV GWD Minden (Zuhause), den TBV Lemgo Lippe (Auswärts) und den TSV Hannover-Burgdorf (Zuhause). Flensburg muss noch gegen den TVB 1898 Stuttgart (Auswärts), die Füchse Berlin (Zuhause) und den Bergischen HC (Auswärts) ran.
In der zweiten deutschen Liga ist Romas Kirveliavicius mit dem HBW Balingen-Weilstetten drauf und dran in die erste Liga aufzusteigen. Drei Runden vor Schluss führt man die Tabelle vier Punkte vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz an. Auf diesem lauert mit dem HSC 2000 Coburg mit Christoph Neuhold ein weiterer Legionär.

Euphorie zum Nationalteam mitnehmen
Während seine Nationalteamkollegen noch voll auf die finale Meisterschaftsphase fokussiert sind, lässt Thomas Bauerbereits heute Richtung Nationalteam ausrichten: „Dieser Meistertitel pusht für alle Aufgaben die jetzt kommen. Ich will natürlich jetzt noch mit Porto den Pokal holen, dann freue ich mich schon auf das Nationalteam. Jeder Spieler der erfolgreich ist, nimmt diese Euphorie auch zum Team mit.“
Damit diese Euphorie größtmöglich ist, hofft Bauer, „dass die anderen auch erfolgreich sind.“
Auch Sebastian Frimmelist bewusst: „Wenn wir Meister werden, sind wir sicher besser drauf.“ Der 23-Jährige freut sich vor allem „erstmals für den neuen Teamchef zu spielen.“
Am 13. Juni empfängt Österreich in Klagenfurt Vize-Weltmeister Norwegen, zum Abschluss des EHF EURO CUP geht es am 16. Juni in Stockholm gegen Schweden.

Medieninfo ÖHB

22.05.2019