Volleyball

© Sportreport

Österreichs Volleyball-Nationalteam der Herren hat seine Chance auf den European Silver League-Finaleinzug gewahrt. Die Auswahl von Teamchef Michael Warm setzte sich im Raiffeisen Sportpark Graz gegen Ungarn 3:1 (19:25, 28:26, 25:19, 25:23) durch und hält wie Griechenland bei zwölf Punkten, hat aber einen Satz weniger gewonnen. Die Entscheidung um den Gruppensieg fällt am Samstag, wenn Österreich in Budapest gastiert (15 Uhr) und Griechenland auswärts gegen Bosnien-Herzegowina antritt (20 Uhr).

Die Österreicher legten einen klassischen Fehlstart hin, fanden nicht in die Partie, während den Ungarn alles aufging und sie sich schon früh absetzen konnten. Der klare Satzverlust war die Folge. Im zweiten Durchgang sahen die Fans im gut besuchten Raffeisen Sportpark einen ausgeglichenen Beginn. Schließlich waren es aber wieder die Ungarn, die sich einen Vorsprung (12:8) erspielen konnten. Die Österreicher agierten – wie schon am Sonntag gegen Bosnien-Herzegowina – am Service sehr fehleranfällig, schenkten so viele Punkte her. Anders als im ersten Satz kamen Alex Berger und Co. allerdings zurück (19:19) und gingen in Führung (23:21). Wenig später hieß es zwei Satzbälle für Rotweißrot, die allerdings noch nicht genutzt werden konnten. Erst den vierten verwertete Berger spektakulär. Kurz davor war man nur einen Punkt vom 0:2-Satzrückstand entfernt gewesen.

Durch den Satzausgleich hatte sich das ÖVV-Team freigespielt. Während sich sein Spiel zusehends stabilisierte, fingen die Ungarn an, Geschenke zu verteilen. Die Selbstverständlichkeit war ihnen abhandengekommen. Durchgang drei wurde daher zu einer souveränen Angelegenheit für Rotweißrot. Der vierte Satz war wieder eine weit dramatischere Angelgenehit. Denn der Gegner konnte sich steigern und Mitte des vierten Satzes einen kleinen Vorsprung herausspielen, führte in der heißen Phase sogar mit +3. Die ÖVV-Spieler behielten aber die Nerven. Allen voran Toni Menner, der mit seinem starken Service Österreich auf die Siegerstraße brachte. Berger verwerte schließlich nach 113 Minuten den ersten Matchball.

Topscorer waren Paul Buchegger (16), Alex Berger (15) und Peter Wohlfahrtstätter (10) bzw. Csanad David (15), Alpar Szabo (8) und Kristof Horvath (7). Stats: Asse 7:5, Angriffspunkte 36:39, Blockpunkte 12:9 und Eigenfehler 40:42.

Anton Menner, Österreich:
„Es war ein wichtiger Arbeitssieg. Ich bin stolz auf alle, weil wir gewonnen haben, ohne dass wir unser bestes Volleyball gespielt haben. Wir sind zurückgekommen! Ungarn hat gut gespielt, hat super Druck gemacht. Hauptsache ein Sieg für uns!“

Alex Berger, Österreich: „Heute haben wir sicher nicht die Leistung gebracht, die wir bringen können. Wichtig ist aber das Ergebnis. Wir wissen, dass unser Service momentan noch nicht läuft, da liegt der Fokus im Training in Blickrichtung EM noch woanders. Wir wissen, dass wir stark im Sideout und in der Annahme sind.“

Peter Wohlfahrtstätter, Kapitän Österreich: „Wir haben ja gewusst, dass die Ungarn die meisten ersten Sätze gewinnen. Wir waren trotzdem nicht entschlossen genug. Wir haben aber noch eine Chance, in Budapest gut abzuschließen und ins Finale zu kommen.“

Michael Warm, Trainer Österreich: „Wir sind nicht ins Spiel gekommen. Als wäre die Handbremse drin gewesen. Viele Unsicherheiten. Wir haben aber gesehen, dass wir einen breiten Kader haben und in einem Spiel zurückkommen können. Für die Moral ist das ein wichtiger Aspekt. Natürlich hätten wir aber gerne 3:0 gewonnen. Auf die Griechen schauen wir nicht so sehr, sondern, es geht uns vielmehr darum, nochmals richtig reinzugehen.“

ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath:
„Das war ein sehr schwieriges Spiel für unsere Herren. Es ist von Anfang an nicht leicht von der Hand gegangen, aber wir haben das Ruder nochmals rumgerissen und 3:1 gewonnen. Das ist positiv. Ich hoffe, dass uns der eine Satz am Schluss nicht das Finale kostet. Jetzt geht es in Budapest noch einmal richtig um die Wurst. Da werden noch einmal alle Karten auf den Tisch gelegt.“

Bogdan Tanase, Trainer Ungarn: „Das war unser bislang bestes Spiel in dieser European League. Am Ende der Sätze hat man die Erfahrung des österreichischen Teams gesehen.“

Alpar Szabo, Ungarn: „Wir haben verloren, aber wir haben heute mit Stolz verloren. Ab dem 20. Punkt flattern uns scheinbar die Hände…“

CEV Volleyball European League 2019 Damen und Herren
26.05.: Damen: Österreich vs. Kroatien 2:3 (26:24, 28:26, 19:25, 24:26, 13:15)
26.05.: Herren: Österreich vs. Griechenland 3:1 (25:23, 25:20, 21:25, 25:22)

29.05.: Damen: Frankreich vs. Österreich 2:3 (25:23, 25:21, 17:25, 20:25, 14:16)
29.05.: Herren: Bosnien u. Herzegowina vs. Österreich 0:3 (12:25, 18:25, 17:25)

01.06.: Herren: Griechenland vs. Österreich 3:0 (27:25, 25:21, 25:13)
01.06., Damen: Kroatien vs. Österreich 3:0 (25:21, 25:19, 25:21)

09.06.: Damen: Österreich vs. Frankreich 3:1 (25:13, 21:25, 25:23, 25:11)
09.06.: Herren: Österreich vs. Bosnien u. Herzegowina 3:0 (25:20,25:21, 25:21)

12.06.: Damen: Österreich vs. Ungarn 0:3 (25:27, 16:25, 16:25)
12.06.: Herren: Österreich vs. Ungarn 3:1 (19:25, 28:26, 25:19, 25:23)

15.06., 15:00: Damen: Ungarn vs. Österreich (Budapest)
15.06., 17:30: Herren: Ungarn vs. Österreich (Budapest)

Presseinfo ÖVV

12.06.2019