Wittmann entscheidet Brands Hatch DTM Thriller für sich, Philipp Eng auf Platz 6

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Die drei Männer der Stunde in der DTM: BMW-Mann Marco Wittmann (GER) hat das Samstagsrennen der DTM in Brands Hatch äußerst knapp für sich entschieden – vor seinen Meisterschaftsrivalen aus dem Audi-Lager, René Rast (GER) und Nico Müller (SUI).

In einem Renn-Thriller, der auf einen Qualifying-Krimi folgte, setzen sich damit die drei konstantesten Piloten der Saison durch. Dabei reichte es für Marco Wittmann – erfolgreichster BMW-Pilot in der DTM-Geschichte – um gerade einmal drei Zehntelsekunden zum Sieg. In der Schlussrunde machte der Meisterschaftsführende René Rast um ein Haar einen Fünf-Sekunden-Rückstand gut.

Wittmann, der nach einem dramatischen Zeittraining auf abtrocknender Strecke vor Rast auch von der Pole-Position aus gestartet war, macht damit Boden im Dreikampf um die Meisterschaft gut. Rast führt die Tabelle mit 178 Zählern weiterhin an, Müller (151 Punkte) ist Zweiter, Wittmann hat als Dritter 146 Punkte auf dem Konto. Der BMW-Fahrer holte am Samstag schon zum dritten Mal in dieser Saison die vollen 28 Punkte, die für den Rennsieg (25) und die Pole-Position (3) vergeben werden. Audi-Werksfahrer Müller setzte seine beeindruckende Serie fort und punktete auch im elften Lauf dieser Saison. Kein anderer DTM-Pilot hat in allen Rennen 2019 Punkte eingefahren.

Close, but no cigar – Paul Di Resta verblüfft Konkurrenz im Aston Martin
Beinahe hätte Paul Di Resta die Party der Drei gestört – von der vierten Startposition aus preschte er mit seinem Aston Martin beim Start in Führung. Einen Hauch zu früh, wie die Rennleitung nach der Videoanalyse entschied und ihn zur 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe zitierte. Das hielt den Schotten bei seinem Heimspiel nicht davon ab, das Feld im ersten Renndrittel nicht nur anzuführen, sondern auch der Konkurrenz von BMW und Audi Stück für Stück davonzufahren. Die bravouröse Fahrt blieb am Ende unbelohnt – Di Resta musste seinen Aston Martin Vantage DTM kurz vor Schluss in der Box abstellen.

Stimmen – 1. Rennen, Brands Hatch
„Für die Fans war das sicher ein spannendes Finale, aber aus meiner Perspektive war der Sieg nie in Gefahr. Natürlich: Meine Reifen sind am Ende etwas in die Knie gegangen, nachdem wir früh gestoppt hatten. Die Nachfolgenden dürfen zudem am Ende eines Rennens Push-to-pass und DRS frei benutzen, der Führende nicht. Bis dahin hatte ich den Abstand gut verwaltet. Schön, dass Aston Martin das Rennen zu Beginn angeführt hat. Kompliment.“ Marco Wittmann, Sieger

„Ich hatte gehofft, es wären mehr Runden gewesen. Wir waren von 43 ausgegangen, am Ende waren es 42. Die eine Runde hatte wohl gefehlt. Nachdem ich in Assen die Reifen zu hart rangenommen hatte, hatte ich hier noch was Luft. Es hat nicht sollen sein. Ich bin trotzdem zufrieden mit Platz zwei.“ René Rast, 2. Platz

„Mit Platz drei sind wir heute sehr zufrieden. Nach dem schwierigen Qualifying und nur Platz acht für uns, ist ein Podiumsresultat ein starkes Ergebnis. Mehr wäre nicht drin gewesen. Wir haben mit einem frühen Stopp wohl die richtige Taktik gewählt. Die Reifen habe ich mir gut eingeteilt.“ Nico Müller, 3. Platz

Ergebnis – 1. Rennen, Brands Hatch
01. Marco Wittmann (GER), BMW, 42 Runden in 56.39,275 Min.
02. René Rast (GER), Audi, + 0,374 Sek.
03. Nico Müller (SUI), Audi, + 8566 Sek.
04. Robin Frijns (NED), Audi, + 15,646 Sek.
05. Loïc Duval (FRA), Audi, + 18,236 Sek.
06. Philipp Eng (AUT), BMW, + 18,813 Sek.
07. Mike Rockenfeller (GER), Audi, + 20,056 Sek.
08. Sheldon van der Linde (ZAF), BMW, + 29,909 Sek.
09. Jonathan Aberdein (RSA), Audi, + 37,087 Sek.
10. Daniel Juncadella (ESP), Aston Martin, + 37,385 Sek.

Schnellste Rennrunde: Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, 1.17,862 Min.
Pole-Position: Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, 1.15,654 Min.
Wetter: 25–26°C, bewölkt
Strecke: 23–30°C, trocken

Highlight-Clip – 1. Rennen, Brands Hatch

Vier in den Top Fünf: Audi stark auf der Insel
Mit einem starken Teamergebnis hat Audi im Samstagsrennen in Brands Hatch (England) die Führung in allen drei Meisterschaften der DTM behauptet beziehungsweise ausgebaut. Mit René Rast auf Platz zwei und Nico Müller auf Platz drei standen im elften Saisonrennen zum zehnten Mal zwei Audi-Fahrer auf dem Podium.

Regenschauer und Sturmböen sorgten am Samstag in Brands Hatch für wechselhafte und teils schwer vorhersehbare Bedingungen. Am Ende standen mit Marco Wittmann (BMW), René Rast und Nico Müller erneut jene drei Piloten auf dem Podium, die auch in der Fahrermeisterschaft die ersten drei Plätze behaupten.

Im teilweise verregneten Qualifying musste sich René Rast im Kampf um die Pole-Position nur um 69 Tausendstelsekunden Marco Wittmann geschlagen geben. Im Rennen fehlten dem Fahrer des Audi Sport Team Rosberg nach 42 Runden lediglich 0,374 Sekunden zu einem weiteren Sieg. „Zwei Runden mehr hätten mir wohl gereicht“, meinte Rast, der Wittmann in der letzten Runde einholen, aber nicht mehr überholen konnte. „Ich war heute wahrscheinlich etwas zu konservativ mit den Reifen. Nach dem Erlebnis von Assen wusste ich nicht so genau, wie hart ich sie rannehmen kann. Nun konzentrieren wir uns darauf, für morgen alles zu maximieren.“

Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline fuhr nach einem nicht optimalen Qualifying von Startplatz acht auf Rang drei nach vorn und behauptete so seinen zweiten Platz in der Fahrerwertung hinter Spitzenreiter René Rast. „Der Schlüssel dazu war ein guter Start“, sagte der Schweizer. „Anschließend hat die Strategie gepasst und ich konnte im zweiten Stint meine Reifen gut managen. Das hat uns heute den dritten Platz ermöglicht. Damit dürfen wir nach dem Qualifying zufrieden sein. Wir wissen, woran wir für morgen arbeiten müssen. Wir können die Balance des Autos definitiv noch verbessern. Und wir haben heute einen Satz Reifen gespart – auch das ist positiv für morgen.“

Teamkollege Robin Frijns fuhr nach einem späten Reifenwechsel in der Schlussphase vom achten auf den vierten Platz nach vorn. Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix sorgte mit seinem fünften Platz dafür, dass vier Audi RS 5 DTM in die Top Fünf fuhren und Audi seinen Vorsprung in der Herstellermeisterschaft auf 225 Punkte vergrößerte. In der Teammeisterschaft liegt das Audi Sport Team Rosberg weiter vor dem Audi Sport Team Abt Sportsline an der Tabellenspitze.

Assen-Sieger Mike Rockenfeller beendete das Samstagsrennen auf dem siebten Platz. Jamie Green verpasste als Elfter knapp die Punkteränge, nachdem eine Zweistopp-Strategie für den Briten nicht aufging.

DTM-Rookie Jonathan Aberdein vom Kundenteam WRT Team Audi Sport holte als Neunter zum fünften Mal in diesem Jahr Punkte, obwohl er nach einem Unfall im Qualifying vom vorletzten Platz starten musste. Pietro Fittipaldi musste auf einen Start im Rennen verzichten, weil sein Audi RS 5 DTM bei einem fast zeitgleichen Unfall in der berühmt-berüchtigten Paddock Hill Bend zu stark beschädigt wurde. Er selber blieb dabei unverletzt.

„Mit Platz zwei, drei, vier und fünf war es ein weiteres sehr gutes Teamergebnis für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Natürlich wollten wir auch den Sieg, und am Ende war es ganz knapp. Aber für einen Rennsieg muss halt alles passen und das war heute nicht der Fall. Insgesamt können wir heute zufrieden sein. Wir führen weiter alle drei Meisterschaften an. Darauf werden wir aufbauen, um morgen zurückzuschlagen.“

Das zweite Rennen in Brands Hatch startet am Sonntag um 13.30 Uhr Ortszeit (14.30 Uhr MESZ). SAT.1 überträgt ab 14 Uhr deutscher Zeit live aus England.

Presseinfo DTM/Audi Motorsport

10.08.2019