EHF EURO 2020: Auf Wolke 7 - Österreich besiegt Nordmazedonien und steigt als Gruppensieger auf

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Österreichs Handball Männer Nationalteam gewinnt auch das dritte Vorrundenspiel bei der Heim-EURO vor 8.000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle und nimmt damit zwei Punkte mit in die Hauptrunde. Gegen Nordmazedonien wuchs das Team von Head Coach Aleš Pajovič erneut über sich hinaus, Thomas Eichberger glänzte von der ersten Minute an im Tor, Robert Weber erzielte einen Treffer aus dem Rückraum, Nikola Bilyk mit einem Flieger und Janko Bozovic mit einem Wuzzler sorgten für Standing Ovations.

Zur Halbzeit erarbeitete man sich dank einer soliden Abwehrleistung eine 18:12-Führung, legte nach Seitenwechsel innerhalb von sechs Minuten auf 24:13 nach. Damit war die Vorentscheidung gefallen. In den Schlussminuten konnte man es sich leisten einige Fehler zu begehen, wodurch Nordmazedonien noch Ergebniskosmetik betreiben konnte – Endstand 32:28. Mit Österreich zieht als Gruppenzweiter Tschechien nach dem 23:19 über die Ukraine in die Hauptrunde ein.

Alle Hauptrundenspiele Österreichs werden live auf ORF 1 übertragen.

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DREAM.WIN.REMEMBER. – der Slogan der EHF EURO 2020. Österreichs Handball Männer Nationalteam hat das große Ziel Hauptrunde mehr als mit bravour gemeistert. Noch nie zuvor konnte man all seine Vorrundenspiele gewinnen, damit schreibt man gleich nach Woche eins der Heim-EURO Geschichte und nimmt zwei Punkte mit in die nächste Turnierphase. Man hat davon geträumt, hat gewonnen und wird sich allein daran schon ewig erinnern.

Vor allem an die Art und Weise, wie diese drei Siege zustandekamen. Unbändiger Wille, Disziplin, Kampfgeist und Selbstvertrauen waren die Mixtur. Dem 32:29 über Tschechien und dem 34:30 über die Ukraine ließ man zum Abschluss ein 32:28 über Nordmazedonien folgen.

Die erste Dreitoreführung der Österreicher konnten die Mannen von der Balkan-Halbinsel noch egalisieren, danach legte Österreich, das nie in Rückstand geriet, stets vor, zog auf 10:6 und 18:10 davon. Maßgeblich daran beteitligt einmal mehr eine perfekt eingestellte Deckung und Thomas Eichberger im Tor, der abermals in absoluter Bestform agierte und die Nordmazedonier regelrecht zur Verzweiflung brachte. Selbst die arrivierten Spieler Kiril Lazarov und Kreis Stojanche Stoilov fanden kein Mittel. In die Kabine ging es mit einem 18:12-Vorsprung.

Nach Seitenwechsel spielten sich die Österreicher, bei denen neben Kapitän Nikola Bilyk einmal mehr Janko Bozovic und Robert Weber im Angriff glänzten, in einen wahren Rausch. Von 18:13 zog man bis zur 37. Spielminute auf 24:13 davon. Die Vorentscheidung war damit früh gefallen, die Spiellaune aber keineswegs gebrochen. Hinten ließ sich Thomas Eichberger feiern, vorne sorgten Janko Bozovic mit einem Wuzzler, Robert Weber mit einem Treffer aus dem Rückraum und Nikola Bilyk mit einem Flieger für Standinig Ovations auf den Rängen.

Erst in den Schlussminuten, als die Partie längst entschieden war, erlaubte man sich einige Fehler. Nordmazedonien konnte so bis zur Schlusssirene noch Ergebniskosmetik betreiben – Endstand 32:28 für Österreich.

Aleš Pajovič, Teamchef Österreich: „Das ist einfach unglaublich. Wir haben in der Deckung mit der 5:1-Variante gut gegen Lazarov gespielt, Lukas Hutecek und Sebastian Frimmel haben das top gemacht. Ich habe im Vorfeld mit den beiden viel darüber gesprochen. Zudem war Thomas Eichberger da, wodurch wir zu schnellen Toren gekommen sind. Nordmazeodinen stand unter Druck und wir haben das optimal genutzt. Trotz der Zehn-Tore-Führung war ich noch nervös, aber wir haben das bis zum Ende geduldig gespielt. Die paar Fehler am Ende sind da egal. Jetzt, wo wir sogar zwei Punkte in die Hauptrunde mitnehmen, ist alles möglich. Jetzt kommen aber die Mediallenkandidaten. Doch in dieser Form und mit Selsbtvertrauen, können wir vielleicht noch für die ein oder andere Überraschung sorgen.“

Thomas Eichberger: „Es ist unglaublich in welchen Flow wir uns heute gespielt haben. Mir fehlen ein wenig die Worte. Die Abwehr hat einen unglaublich guten Job gemacht gegen Lazarov. Nordmazedonien ist dadurch nicht ins Spiel gekommen. Ich hab dadurch auch ein paar einfache Saves gehabt, bin richtig gut ins Spiel gekommen und hab dann der Mannschaft mit ein paar freien Saves helfen können. Zeitweise hat es sich ein bisschen nach einem Traum angefühlt. Ich bin wirklich happy und einfach nur glücklich, dass wir die Hauptrunde geschafft haben. Mit so einer Leistung wie heute in den ersten 15 Minuten können wir gegen jeden Gegner bestehen. Unterschätzen wird uns sicher keiner.

Österreich-Spielplan EHF EURO 2020 – Vorrunde
Tschechien vs. Österreich 29:32 (14:13)

Fr., 10. Jänner 2020, 18:15 Uhr, Wiener Stadthalle
Werfer Österreich: Nikola Bilyk (12), Janko Bozovic (7), Robert Weber (3), Fabian Posch (3), Sebastian Frimmel (3), Tobias Wagner (2), Raul Santos (2)

Österreich vs. Ukraine 34:30 (18:17)
So., 12. Jänner 2020, 18:15 Uhr, Wiener Stadthalle
Werfer Österreich: Nikola Bilyk (10), Robert Weber (8), Janko Bozovic (7), Fabian Posch (3), Sebastian Frimmel (3), Gerald Zeiner (1), Boris Zivkovic (1), Raul Santos (1)

Österreich vs. Nordmazedonien 32:28 (18:12)
Di., 14. Jänner 2020, 18:15 Uhr, Wiener Stadthalle

Werfer Österreich: Robert Weber (7), Nikola Bilyk (6), Janko Bozovic (5), Fabian Posch (5), Sebastian Frimmel (3), Gerald Zeiner (2), Lukas Hutecek (2), Daniel Dicker (1), Tobias Wagner (1)

Österreich-Spielplan EHF EURO 2020 – Hauptrunde
Kroatien vs. Österreich

Do., 16. Jänner 2020, 18:15 Uhr
Live auf ORF 1

Spanien vs. Österreich
Sa., 18. Jänner 2020, 18:15 Uhr
Live auf ORF 1

Österreich vs. Deutschland
Mo., 20. Jänner 2020, 20:30 Uhr
Live auf ORF 1

Weißrussland vs. Österreich
Mi., 22. Jänner 2020, 18:15 Uhr
Live auf ORF 1

Tabelle Gruppe B
Teams Matches Goals DIFF PTS
T W D L
1 Österreich 3 3 0 0 98:87 11 6
2 Tschechien 3 2 0 1 79:76 3 4
3 Nordmazedonien 3 1 0 2 79:84 -5 2
4 Ukraine 3 0 0 3 74:83 -9 0

 
Über die EHF EURO 2020
Die EHF EURO 2020 wird von 9. bis 26. Jänner 2020 ausgetragen. Es ist das erste Mal, dass 24 Nationen daran teilnehmen, das erste Mal, dass es mit Schweden, Österreich und Norwegen drei Ausrichter gibt und das erste Mal, dass das Finalwochenende über drei Tage andauert. Schweden wird zwei Vorrunden- und eine Hauptrundengruppe sowie das Finalwochenende organisieren. Austragungsorte sind das Göteborgs Scandinavium, die Malmö Arena und die Tele 2 Arena in Stockholm (nur am Finalwochenende), ein Stadion mit über 20.000 Plätzen. In Österreich werden zwei Vorrundengruppen und eine Hauptrundengruppe in der Wiener Stadthalle und der Stadthalle Graz stattfinden. Die im Bau befindliche „New Nidarohallen“ in Trondheim mit 8.000 Sitzplätzen wird Schauplatz für die beiden in Norwegen spielenden Vorrundengruppen.

Weißrussland folgt Kroatien in die Hauptrunde nach Wien – Viel Lob für den Standort Graz – EHF hochzufrieden – Erneut ausverkaufte Stadthalle am letzten Spieltag
Ole R. Jorstad, der EHF-Verantwortliche für die Vorrundengruppe Graz, fand viele lobende Worte für die Organisatoren der EHF EURO in Graz. Der Norweger beglückwünschte das LOC in Graz zur perfekten Organisation der schwierigen Balkan-Vorrundengruppe. „Ich bedanke mich im Namen der EHF, die Verantwortlichen haben das souverän gemeistert und einen fantastischen Job gemacht.“ Auch der Vermarkter der EHF, infront, zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf der Spiele und dem Ablauf in Graz. Einen gehörigen Respekt und Hochachtung hätten sich auch die zahlreichen Volunteers, in Graz sind etwa 120 im Einsatz, verdient. „Wir haben alle voll reingehauen und natürlich sind wir Stolz darauf, wenn wir von allen Seiten ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen“, so Didi Peißl, der LOC-Chef am Standort Graz. „Es ist alles sehr gut gelaufen und wir freuen uns, dass wir heute auch wieder eine ausverkaufte Grazer Stadthalle vermelden können. Ich bedanke mich bei allen Helfern, allen voran unseren Volunteers. Alle haben die EHF EURO 2020 in Graz zu einem wirklichem Erlebnis gemacht haben“, so Peißl weiter.

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Montenegro oder Weißrussland?
Im vorletzten Spiel in der Vorrundengruppe A in Graz ging es für beide Teams um den Einzug in die Hauptrunde. Doch wer ein enges Match zwischen beiden Teams erwartet hatte, wurde weitestgehend enttäuscht. Zwar war die Partie in der ersten Viertelstunde ausgeglichen und zunächst mit leichten Vorteilen auf Seiten Montenegros, aber Weißrussland kämpfte sich nach dem Rückstand von 4:6 ins Spiel. Schnell glichen sie beim 6:6 aus und legten beim 8:6 erstmals zwei Tore vor.

In Folge baute das Team von Iouri Chevtsov den Vorsprung sukzessive aus. Beim 11:7 durch Artsem Karalek ging Weißrussland nach 21 Minuten erstmals etwas deutlicher nach vorne. Vier Minuten vor der Pause waren es beim 14:9 bereits fünf Tore, in die Halbzeit ging es dann gar mit sechs Treffern plus (17:11). Auch in den zweiten 30 Minuten lenkte das weißrussische Team souverän die Partie uns ließ sich den Einzug in die Hauptrunde nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein sicherlich so nicht zu erwartender hoher, klarer und nie gefährdeter Sieg für Weißrussland zu Buche, das sich nun auf weitere Spiele bei der EHF EURO 2020 in der Hauptrunde in Wien freuen darf.

Iouri Chevtsov, Trainer Weißrussland: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und dem Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben ein sehr enges Spiel erwartet, da wir wussten, dass Montenegro kämpfen wird. Aber wir haben am Ende einen völlig verdienten Sieg eingefahren. Unsere erste Halbzeit war sehr stark, das hat uns noch mehr Selbstvertrauen gegeben.“

Zoran Roganovic, Trainer Montenegro: „In der ersten Halbzeit hat Weißrussland einige einfach Tore erzielen können. Wir hatten Probleme mit unserem Umschaltspiel. Das Spiel gegen Serbien hat uns viel Kraft gekostet. Heute haben wir wirklich schlecht gespielt.“

Dritter Sieg für Kroatien
Im für den Gruppenausgang bedeutungslosen Spiel zwischen Kroatien gegen Serbien am Abend kochte zum letzten Mal die Stimmung in der Grazer Stadthalle. Fest in kroatischer Hand gaben die Fans alles und feuerten lautstark die Spieler in den weiß-rot karierten Trikots an. Doch in der hochklassigen und stimmungsvollen Partie hatte nach der ersten Halbzeit Serbien knapp die Nase vorn. Mit vier Treffern in Folge machten sie aus einem 6:8 ein 10:8 zur Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Partie hochklassig, nicht zuletzt durch die sehr gute und absolut faire Stimmung in Graz. Kroatien setzte sich wieder nach vorne, aber auch fünf Minuten vor dem Ende der Partie war noch keine endgültige Entscheidung über den Ausgang der Partie gefallen. Serbien verkürzte auf 19:21. Doch Kroatien kam zu drei Toren in Folge und erhöhte somit spielentscheidend auf fünf Tore und stellte die Weichen nun endgültig auf Sieg. Am Ende aber siegte Kroatien und feierte im dritten Spiel den dritten Sieg und reist am Dienstag mit zwei Punkten im Gepäck nach Wien zur Hauptrunde.

Zu Loben gilt es einmal mehr die faire und friedliche Stimmung in der Stadthalle in Graz. Alle Fans feierten ausgelassen und feuerten ihre Teams lautstark an.

Lino Cervar, Trainer Kroatien: „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel werden würde. In der ersten Halbzeit war Serbien das bessere Team. Unsere Abwehr war nicht so gut. Aber in der zweiten Halbzeit hat mein Team zehn bis 15 Minuten eine starke 5:1-Deckung gezeigt und das war am Ende sehr wichtig. Ich denke wir haben verdient gewonnen.“

Nenad Perunicic. Trainer Serbien: „Es war sehr schwer, 60 Minuten gegen so ein Team mit dieser Qualität zu spielen, die auch um die Medaillen spielen werden. Wir haben zu viele Chancen ausgelassen und haben zu viele Ballverluste vor allem gegen Duvnjak gehabt. Aber wir haben Charakter gezeigt. Das macht mich sehr stolz. Es ist schade für uns, dass wir nicht ´weitergekommen sind. Aber ich bin froh, dass wir heute ein sehr gutes Spiel gemacht haben und gezeigt haben, was wir können.“

Spanien und Deutschland – Favoriten setzen sich in Gruppe C durch
Mit einem am Ende knappen 28:27-Sieg über Lettland sicherte sich Deutschland in Gruppe C Platz zwei und reist bereits am Dienstag nach Wien. Platz eins sicherte sich Titelverteidiger Spanien mit einem ungefährdeten 36:25-Sieg über die Niederlande.

Presseinfo ÖHB/Handball Austria

14.01.2020