Wahl, Sportler des Jahres, Sports Media Austria

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Das Jahr 2020 verlangt den Menschen viel ab. Unverändert bleibt die Wahl der Sportler des Jahres. Stimmberechtigt in insgesamt sieben Kategorien sind Österreichs Sportjournalistinnen und Sportjournalisten, die Mitglieder von Sports Media Austria, die Vereinigung österreichischer Sportjournalisten. Jetzt werden die Bestplatzierten bekanntgegeben.

Wer Vanessa Herzog, Marcel Hirscher und dem FC Red Bull Salzburg – den im Vorjahr im Rahmen der von der Österreichischen Sporthilfe veranstalteten LOTTERIEN Sporthilfe-Gala geehrten Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2019, folgen und somit den „NIKI“ überreicht bekommen, bleibt wie immer ein Geheimnis und wird erst in einer Woche gelüftet. Bereits zur Tradition wurde die Bekanntgabe der Top-Platzierten der insgesamt sieben Kategorien.

Österreichs Sportjournalisten wählen seit 1949
Im Vorfeld der Wahl gab es rege Diskussionen, ob ein Votum für die Sportler des Jahres unter den Corona-bedingten Umständen überhaupt Sinn macht. „Das hätte einen erstmaligen Ausfall der Wahl seit 1949 bedeutet“, so Sports Media Austria-Präsident und ORF Sportchef Hans Peter Trost, „wir haben uns aber am Ende darüber verständigt, dass die österreichischen Sportlerinnen und Sportler seit der Vorjahreswahl herausragende Leistungen gezeigt und sich eine Wahl bzw. eine Auszeichnung, die selbstverständlich unter entsprechend strengen Corona-Präventionsmaßnahmen stattfinden muss, verdient haben.“

Große Bedeutung der Wahl und ihres Ergebnisses
„537 ordentliche Mitglieder von Sports Media Austria waren wahlberechtigt“, so Hans Peter Trost, der betont, dass in die Erstellung der Wahllisten alle Ergebnisse und Erfolge der Athletinnen und Athleten seit Abschluss der vorjährigen Wahl eingeflossen sind. „Zur Online-Wahl berechtigt waren nur Journalistinnen und Journalisten, die sich das ganze Jahr über intensiv und professionell mit Sport befassen und somit die Leistungen auch gut einordnen können“, unterstreicht Trost. Davon, dass wie gewohnt über das Ergebnis diskutiert werden wird, ist er überzeugt: „Das zeigt aber auch, welch große Bedeutung diese Auszeichnung bei den Sportlerinnen und Sportlern, den Fans und natürlich auch den heimischen Sportjournalistinnen und -Journalisten genießt.“

Wie auch in den letzten beiden Jahren wickelten die Verantwortlichen von Sports Media Austria die Wahl mittels des Online-Tools von Österreichische Post-Partner POLYAS ab. „Höchste Sicherheitsstandards haben oberste Priorität, denn die Auszeichnung zu Sportlerin, Sportler oder Mannschaft des Jahres ist nicht nur mit sehr viel Prestige verbunden, sondern eröffnet auch viele weitere Möglichkeiten. Umso mehr sehen wir es als unsere Verpflichtung, im Rahmen der Wahl für ausreichend Sicherheit zu sorgen“, so Trost.

Die fünf Bestplatzierten in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres in alphabetischer Reihenfolge:

Sportlerin des Jahres presented by Bridgestone
Nicola Billa | Ivona Dadic | Janine Flock | Vanessa Herzog | Chiara Hölzl

Sportler des Jahres presented by ratiopharm
David Alaba | Nikola Bilyk | Stefan Kraft | Matthias Mayer | Dominic Thiem

Mannschaft des Jahres presented by Lindt
Benjamin Bildstein/David Hussl (Segeln) | KTM-Team | LASK | ÖHB Herren-Nationalteam | RB Salzburg

Bisherige Ergebnisse der Top 5 Athleten und Mannschaften
Bei den Damen hat Vanessa Herzog die Chance, ihren Titel aus 2019 zu verteidigen. Die Tirolerin könnte die Zahl der Trophäen für Eisschnellläuferinnen auf drei erhöhen. Neben Herzog gewann auch Emese Hunyady 1994 diese Wahl. Nicola Billa kennt das Gefühl einer Ehrung. 2017 gewann sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“. Würde Billa die Einzelwahl gewinnen, wäre sie die erste Fußballerin mit diesem Titel. Ivona Dadic wäre nach Stephanie Graf (2000 und 2001), Theresia Kiesl (1996), Ilona Gusenbauer (1971) und Liese Prokop (1969) bereits die fünfte Leichtathletin mit dem Titel „Sportlerin des Jahres“. Skeleton-Pilotin Janine Flock wäre die erste Athletin aus dem Eiskanal, die bei der Wahl ganz oben landet. Auch aus Chiara Hölzls Skisprunglager gab es bislang keine Siegerin.

Bei den Herren hat David Alaba nach 2013 und 2014 die Chance, zum dritten Mal Sportler des Jahres zu werden. Seine großen Erfolge mit dem FC Bayern München geben berechtigte Hoffnungen darauf. Alaba ist neben Toni Polster (1997) der einzige Fußballer, der bislang zum Sportler des Jahres gewählt wurde. Eine Premiere wäre der Gewinn dieser Kategorie durch Nikola Bilyk, noch nie hat es ein Handballer zum Sportler des Jahres geschafft. Anders verhält es sich bei Stefan Kraft und dem Lager der Skispringer. Während es für den Salzburger natürlich eine Premiere wäre (2017 landete er hinter Marcel Hirscher auf Rang zwei), standen seine Sportkollegen in der Vergangenheit bereits 10 Mal ganz oben am Stockerl. Drei Mal so oft haben die Ski Alpin-Herren die Trophäe für den Sportler des Jahres erhalten. Matthias Mayer würde sich also in eine erfolgreiche ÖSV-Alpin-Riege einreihen. Dominic Thiem würde in die Fußstapfen von Thomas Muster treten, der als erster Tennisspieler bei der Wahl zum Sportler des Jahres ganz vorne landete – und das sogar zwei Mal (1990 und 1995). Für Thiem wäre es nach drei zweiten Rängen (2016, 2018 und 2019) und zwei dritten Plätzen (2017 und 2015) der erste volle Erfolg.

Der FC Red Bull Salzburg hat die Chance auf den Hattrick. Nach 2018 und 2019 winkt den Mozartstädtern der dritte Sieg en suite, insgesamt Titel Nummer vier, da der SV Austria Salzburg 1994 zur Mannschaft des Jahres gekürt wurde. Für das zweite Fußball-Team unter den Top-Fünf, dem LASK, wäre es die erste Trophäe. Insgesamt ging der Titel bereits elf Mal in das Lager der Kicker. Auch für die weiteren Teams unter den Top-5 wäre es ein Premierensieg. Während das Handball-Nationalteam sowie das KTM-Team nicht nur „persönliche“ erste Erfolge im Rahmen dieser Auszeichnung feiern würden, blicken Benjamin Bildstein/David Hussl auf eine lange und erfolgreiche Historie der Segler zurück. Die beiden wären Titel Nummer fünf für ihre Sportart – Hagara/Steinacher siegten 2000 und 2004, Vadlau/Ogar 2014 und Zajac/Frank 2016.

Wahl zu Sportlern des Jahres mit Behinderung
Neben den drei genannten Kategorien waren Österreichs Sportjournalisten auch aufgerufen, die Sportlerin und den Sportler des Jahres mit Behinderung zu wählen. Von der vom Österreichischen Behindertensportverband ÖBSV erstellten Shortlist haben es folgende Athletinnen und Athleten in die Top 3 geschafft.

Die Top 3 Sportlerinnen des Jahres mit Behinderung
Veronika Aigner (Ski Alpin) mit Guide Elisabeth Aigner | Natalija Eder (Leichtathletik) | Melissa Köck (Ski Alpin)

Die Top 3 Sportler des Jahres mit Behinderung presented by Hervis
Thomas Frühwirth (Triathlon) | Markus Salcher (Ski Alpin, Klasse stehend) | Markus Mendy Swoboda (Kanu)

Skifahrer Markus Salcher hat die Chance, nach 2014 und 2017 zum dritten Mal die Trophäe für den Sportler des Jahres mit Behinderung zu gewinnen. Für Triathlet Thomas Frühwirth und Kanute Markus Mendy Swoboda wäre es genauso wie für die Skifahrerinnen Veronika Aigner und Melissa Köck eine Premiere auf der Bühne der LOTTERIEN Sporthilfe-Gala. Speerwerferin Natalija Eder könnte nach 2016 zum zweiten Mal Sportlerin des Jahres mit Behinderung werden.

Special Olympics Sportlerin und Sportler des Jahres
Zum zweiten Mal nach 2019 wurden Special Olympics Sportlerin und Sportler von den Sports Media Austria-Mitgliedern gewählt.

Die Top 3 Special Olympics Sportlerin des Jahres presented by Coca-Cola
• Sandra Bichlmair (Eisschnelllauf) – Nationale Winterspiele 2020: Gold 333 Meter, Gold 500 Meter
• Sandra Dumitraschkewitz (Eisschnelllauf) – Nationale Winterspiele 2020: Gold 222 Meter, Silber 111 Meter
• Susanne Laschober (Schneeschuhlauf) – Nationale Winterspiele 2020: Gold 25 Meter, Silber 50 Meter

Die Top 3 Special Olympics Sportler des Jahres presented by Coca-Cola
• Benjamin Ennikl (Langlaufen) – Nationale Winterspiele 2020: Gold 50 Meter, 100 Meter
• Lukas Kaufmann (Ski Alpin) – Nationale Winterspiele 2020: Gold RTL, Super-G
• Markus Oberwinkler (Schneeschuhlauf) – Nationale Winterspiele 2020: Gold 400 Meter, 800 Meter

Unter den Portraits der Top-Platzierten Athletinnen und Athleten finden Sie Interessantes aus der Statistik.

Die Top 5 der Wahl im Portrait
Angeführt sind die Erfolge seit Ende der vorjährigen Wahl. (Quelle: u.a. APA, Wikipedia)

Sportlerin des Jahres

Nicola Billa – Fußball
Geboren am 5. März 1996 in Kufstein
Verein: TSG 1899 Hoffenheim bzw. ÖFB-Nationalteam
• Zweitbeste Torschützin der Deutschen Bundesliga

Ivona Dadic – Leichtathletik
Geboren am 29. Dezember in Wels
Verein: Union St. Pölten
• Jahresweltbestleistung Siebenkampf

Janine Flock – Skeleton
Geboren am 25. Juli in Hall in Tirol
• WM-Bronze
• EM-Bronze
• 2. Gesamtweltcup

Vanessa Herzog – Eisschnelllauf
Geboren am 4. Juli 1995 in Innsbruck
• EM-Silber 500 m
• WM-4. 500 m

Chiara Hölzl – Skispringen
Geboren am 18. Juli 1997 in Schwarzach im Pongau
• 2. Gesamtweltcup
• 6 Saisonsiege

Sportler des Jahres

David Alaba – Fußball
Geboren am 24. Juni 1992 in Wien
• Sieg Champions League
• Meistertitel mit Bayern München
• Cupsieg mit Bayern München
• Wahl in Champions-League-Team der Saison

Nikola Bilyk – Handball
Geboren am 28. November in Tunis, Tunesien
• EM-Toptorschütze Grunddurchgang
• deutscher Meister mit Kiel
• All-Star-Team der Liga

Stefan Kraft – Skispringen
Geboren am 13. Mai 1993 in Schwarzach im Pongau
• Sieger Gesamtweltcup

Matthias Mayer – Ski Alpin
Geboren am 9. Juni 1990 in St. Veit an der Glan
• 4 Weltcupsiege, u.a. Abfahrt Kitzbühel

Dominic Thiem – Tennis
Geboren am 3. September 1993 in Wr. Neustadt
• Sieg US Open
• Finale Australian Open
• Viertelfinale French Open
• 3. Weltrangliste

Mannschaft des Jahres

Benjamin Bildstein/David Hussl – Segeln
• Weltranglisten-Erste (Höchststand 2020)
• EM-Silber
• WM-4. 49er

KTM-Team – Motorrad
• erstmaliger Sieg bei MotoGP WM-Rennen

LASK – Fußball
• Europa-League-Achtelfinale

ÖHB-Nationalteam Männer – Handball
• EM-8. (bisher beste Platzierung)

Red Bull Salzburg – Fußball
• Meister
• Cupsieger
• Qualifikation für Champions-League-Gruppenphase

Sportlerin des Jahres mit Behinderung

Veronika Aigner (mit Guide Elisabeth Aigner) – Ski Alpin
Geboren am 13. Februar 2003
• Platz 2 Slalom- und RTL-Weltcup
• Platz 3 Gesamt-Weltcup

Natalija Eder – Leichtathletik
Geboren am 6. Juli 1980
• Platz 4 Speerwurf WM

Melissa Köck –Ski Alpin
Geboren am 27. Juni 1997
• 3x Bronze Deaflympics (Riesentorlauf, Slalom, Kombination)

Sportler des Jahres mit Behinderung

Thomas Frühwirth – Triathlon
Geboren am 12. August 1981
• Sieger Langdistanz-Triathlon „Knappenman“

Markus Salcher – Ski Alpin, Klasse stehend
Geboren am 1. Juni 1991
• Sieger Super-G-Weltcup
• Platz 2 Gesamtweltcup

Markus Mendy Swoboda – Kanu
Geboren am 5. Februar 1990
• 4x Platz 1 Weltcup

Interessantes aus der Statistik
• 2020 findet die Wahl zu den Sportlern des Jahres zum 72. Mal statt.
• Rekordsiegerinnen mit sieben Auszeichnungen sind Annemarie Moser-Pröll als Sportlerin des Jahres (1973-1975 und 1977 bis 1980) und Claudia Lösch als Sportlerin des Jahres mit Behinderung (2010, 2011, 2013-2015, 2017, 2018).
• Marcel Hirscher ist mit sechs Trophäen zum Sportler des Jahres Rekordhalter bei den Herren. Er ist auch der erste Sportler, der fünf Mal in Folge die Auszeichnung erhielt (2015-2019).
• Sieben Trophäen bekamen neben Annemarie Moser-Pröll und Claudia Lösch auch Thomas Morgenstern, zwei Mal gewann er die Kategorie „Sportler des Jahres“ (2008 und 2011) und fünf Mal war er Teil des erfolgreichen Skisprungteams, das zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde (2005, 2008, 2009, 2011 und 2012).
• Das Lager der Skifahrer ist dominant, insgesamt gab es 66 Einzel-Siege von ÖSV-Alpinathleten
(36 Damen, 30 Herren).
• Von 2005 bis 2016 gab es in zwölf Jahren bei den Damen zehn Ski Alpin-Siegerinnen. Dabei haben sieben verschiedene Skifahrerinnen gewonnen: 2005 Götschl, 2006 Dorfmeister, 2007 Hosp, 2010 Fischbacher, 2011 Görgl, 2012 Schild, 2013 bis 2015 Veith und 2016 Eva-Maria Brem. Nur Mirna Jukic durchbrach die Phalanx der Skialpinistinnen 2008 und 2009.
• Dass Österreich ein Wintersportland ist, zeigt sich auch in der Gesamtstatistik. Bisher kamen die Sieger 101 Mal aus Winter- (44 Damen, 44 Herren und 13 Mannschaften) und 55 Mal aus Sommersportarten (14 Damen, 22 Herren und 19 Teams).
• Erfolgreichste Sommersportvertreterin ist Mirna Jukic mit drei Auszeichnungen (2002, 2008 und 2009)
• Es gibt einige Sportarten, die bislang einmal die Sportlerin oder den Sportler des Jahres stellten. Eishockey (Thomas Vanek 2007), Tischtennis (Werner Schlager 2003), Bergsteigen (Hermann Buhl 1963), Fechten (Ellen Müller-Preis 1949) und Triathlon (Kate Allen 2004).
• Die erfolgreichste Sportart in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ ist Fußball mit elf Siegen. Fünf Mal gewann das Nationalteam der Herren die Trophäe (1978, 1979, 1997 und 2015), 2017 waren die ÖFB-Damen erfolgreich. Fünf Mal wurden Vereine zur Mannschaft des Jahres gewählt (SV Salzburg 1994, SK Rapid Wien 1996, SK Sturm Graz 1998, FC Red Bull Salzburg 2018 sowie 2019) sowie das U20-Nationalteam 2007. Sechs Mal waren die Skispringer in der Mannschaftswertung vorne und fünf Mal die Kombinierer. Bereits vier Mal kam die Mannschaft des Jahres aus dem Segellager.
• Alle Kategorien zusammengefasst gab es
o 66 Siege für die Alpin-Abteilung des ÖSV (36 Damen, 30 Herren)
o 22 Erfolge Ski-Nordisch: 16 Mal Skispringen (10 Einzel und 6 Team), 5 Mal Nordische Kombination (5 Team) und 1 Mal Langlauf (Team)
o 17 Siege im Fußball (6 Mal Einzel, 11 Mal Team)

Medieninfo MPW

03.11.2020