Volleyball

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Österreichs Volleyball-Nationalteam der Männer startete erfolgreich in die Qualifikation zur CEV EuroVolley 2021. Kapitän Peter Wohlfahrtstätter und Co. gewannen Dienstagabend den Auftakt des Double-Round-Robin-Turniers in Chadera gegen Gastgeber Israel in 80 Minuten 3:0 (27:25, 25:23, 25:20) und bescherten so Radovan Gacic in seinem ersten offiziellen Spiel als ÖVV-Headcoach den so wichtigen Sieg.

Österreich begann mit Alex Berger, Max Landfahrer, Niklas Kronthaler, Mathäus Jurkovics, Peter Wohlfahrtstätter Alexander Tusch und Libero Florian Ringseis. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6) übernahmen die Gastgeber das Kommando (11:7). Zwar kämpfte sich das ÖVV-Team schnell wieder auf einen Punkt heran, geriet aber postwendend erneut deutlich ins Hintertreffen (15:20). Der drohende Satzverlust war der Weckruf für Rotweißrot. Die Gacic-Truppe holte Punkt um Punkt auf, glich aus (23:23) und wehrte einen Satzball ab, um kurz darauf ihren zweiten zum 27:25 zu verwerten.

Auch Durchgang zwei war für Österreich alles andere als ein Spaziergang. Zwar ging man mit 4:1 in Führung, gab aber den Vorsprung gleich wieder aus der Hand, und Israel konnte vorlegen (12:9). Anders als im ersten Satz war der Gleichstand allerdings schnell wieder hergestellt (14:24). Es folgte ein Duell auf Messers Schneide – bis zum 21:21. Denn mit zwei Punkten in Folge stellte das ÖVV-Team die Weiche auf 2:0-Führung. Wenig später war es auch so weit. Der starke Kronthaler schloss Satz zwei mit einem Angriffspunkt spektakulär ab.

Damit waren die Österreicher auf der Siegerstraße. Im dritten Satz zogen sie früh davon: Ein Ass von Tusch bedeutete das 7:3, nach einer Serviceserie von Landfahrer hieß es sogar 14:8. Auch wenn die Israelis nichts unversucht ließen und zwischenzeitlich dem Ausgleich sehr nah waren, brachte Rotweißrot den Satz und damit auch die ersten drei Punkte schlussendlich recht souverän ins Trockene.

Topscorer waren Berger (15), Landfahrer (13/3 Asse) und Kronthaler (9) bzw. Hershko (17), Shafranovich und Batchkala (je 8). Österreich erzielte zwei Angriffs- und auch Blockpunkte mehr (40 zu 38 bzw. 8 zu 6), hatte beim Service Vorteile (5 zu 3 Asse) und beging weniger Eigenfehler (21 zu 26).

Bereits am Mittwoch steht für das ÖVV-Team die zweite von insgesamt vier Quali-Partien auf dem Programm. Mit Bulgarien trifft man auf den Gruppenfavoriten. Am Freitag wartet erneut die israelische, am Samstag wieder die bulgarische Auswahl auf die Österreicher. ORF Sport+ überträgt alle Spiele unserer Mannschaft live! Der Turniersieger hat das EM-Ticket in der Tasche. Ob auch der zweite Platz für die EuroVolley-Teilnahme reicht, steht erst zum Abschluss der Quali im Mai fest.

Die „2021 CEV EuroVolley Men“ geht im Spätsommer in Polen (Katowice, Gdansk, Krakow), Tschechien (Ostrava), Estland (Tallinn) und Finnland (Tampere) in Szene. Es qualifizieren sich die sieben Gruppensieger und die fünf besten -zweiten für die Endrunde. Hinzu kommen die Teams der vier Gastgeber und die Top-8 der EuroVolley 2019. Alle 24 EM-Teilnehmer werden erst Mitte Mai feststehen.

ÖVV-Stimmen …

… zum Sieg über Israel:
Teamchef Radovan Gacic:
„Es war für uns ziemlich schwer, vor allem mental wegen der Corona-Situation. Wir hatten im Vorfeld aber gute Bedingungen und gut gearbeitet. Jetzt hoffe ich, dass wir gegen Bulgarien und im zweiten Spiel gegen Israel noch mehr zeigen können als heute. Unser Ziel ist klar: Wir wollen uns qualifizieren – und das so schnell wie möglich. Heute haben wir einige Dinge gut gemacht. Trotzdem müssen wir reden, weil auch zwei, drei Sachen dabei waren, die nicht ganz okay waren, die wir aber sicher besser machen können.“

Alex Berger, auf seiner neuen Position als Diagonalangreifer Topscorer: „Es ist ein bisserl ungewohnt auf dieser Position, es ist eigentlich relaxter, weil ich mich aufs Angreifen konzentrieren kann. War eine neue, coole Erfahrung, vor allem, weil wir auch gewonnen haben: und nur das zählt. Israel ist stärker als noch vor fünf Jahren. Sie haben individuell gute Spieler. Man darf sie halt nicht spielen lassen.“

Kapitän Peter Wohlfahrtstätter: „Israel hat stark begonnen. Wir haben nicht genau gewusst, was sie in dieser Aufstellung machen werden, weil es keine Videos gab. Wir haben uns dann aber im Laufe des ersten Satzes super zurückgekämpft und die Schwächen des Gegners ausgenützt. 3:0 – wahrscheinlich wichtig für die Endabrechnung in der Gruppe.“

ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath-Zobernig: „In den ersten beiden Sätzen war es eine enge Partie, da hat Israel stark gespielt. Wir sind dann aber immer besser reingekommen. Am wichtigsten ist, dass wir im Hinblick auf die Endtabelle in drei Sätzen gewonnen haben.“

… zum kommenden Spiel gegen Bulgarien:
Alex Berger:
„Bulgarien ist sicher Gruppenfavorit. Jeder Satz, ja jeder Punkt kann am Ende wichtig sein. Wenn wir sehr gut servieren, können wir sicher mithalten. In der Annahme sind wir von der Qualität her vielleicht sogar besser als die Bulgaren. Ich kenne viele Spieler aus meiner Zeit in Italien. Gerade gegen Superstar Tsvetan Sokolov (Dinamo Moskau, Anm.) haben wir damals die wichtigen Spiele gewonnen. Als seinen Angstgegner würde ich mich deshalb zwar nicht bezeichnen, aber vielleicht erinnert er sich ja dran, wenn er mir gegenüber steht.“

Peter Wohlfahrtstätter: „Bulgarien hat sicher eine höhere Dichte an guten Volleyballern als Österreich oder Israel. Mit Sokolov haben sie außerdem einen Spieler, der in schwierigen Situationen den Unterschied ausmachen kann. Er hat schon viele Titel gesammelt und ist bei weitem ihr stärkster Mann. Aber auch die Mitte- sowie Außenspieler sind sehr gut und der Zuspieler weiß, was er zu tun hat. Das ist eine stabile Mannschaft mit auch viel Qualität auf der Bank. Gespielt habe ich bisher nur mit Benfica gegen Mittelblocker Nikolay Nikolov von Sporting. Die Lissabon-Derbys haben wir damals gewonnen, die Bilanz gegen ihn ist also positiv.“

Den Großteil der Bälle wird wohl Sokolov bekommen, ihn müssen wir entschärfen. Wenn es nicht gelingt, ihn einzubremsen, dann sieht es im Normalfall schlecht aus. Auch auf Martin Atanasov (Ziraat Bankası Ankara, Anm.) werden wir aufpassen müssen. Wir hoffen natürlich, dass wir am Ende mit einem Punkt oder vielleicht sogar mehr dastehen!“

CEV EuroVolley 2021 Men Qualifiers
Pool B in Chadera/ISR

12.01.: Israel vs. Österreich 0:3 (25:27, 23:25, 20:25)
13.01., 18:00: Österreich vs. Bulgarien
14.01., 18:00: Bulgarien vs. Israel
15.01., 16:00: Österreich vs. Israel
16.01., 20:00: Bulgarien vs. Österreich
17.01., 19:00: Israel vs. Bulgarien

Alle Österreich-Spiele LIVE in ORF Sport+

die weiteren Gruppen
Pool A: Niederlande, Schweden, Kroatien – 2. bis 16. Mai
Pool C: Türkei, Nordmazedonien, Dänemark, Bosnien-Herzegowina – 11. bis 16. Jänner
Pool D: Spanien, Lettland, Moldawien, Zypern – bereits gespielt
Pool E: Slowakei, Rumänien, Schweiz, Albanien – 2. bis 16. Mai
Pool F: Griechenland, Montenegro, Aserbaidschan, Georgien – 2. bis 16. Mai
Pool G: Weißrussland, Portugal, Norwegen, Ungarn – 2. bis 16. Mai

Weitere Info unter: eurovolley.cev.eu

ÖVV-Kader
BERGER Alexander (Halkbank Ankara)
BERGER Markus (UVC Weberzeile Ried)
ECKER Clemens (TJ Sokol Wien V)
GRABMÜLLER Nicolai
JURKOVICS Mathäus (Volleyball Bisons Bühl)
KROISS Philipp (Cambrais Volley)
KRONTHALER Niklas (Volleyball Bisons Bühl)
KÜHL Lukas (SK Zadruga Aich/Dob)
LANDFAHRER Maximilian (SK Zadruga Aich/Dob)
RINGSEIS Florian (Volleyball Bisons Bühl)
SCHEDL Maximilian (TSV Raiffeisen Hartberg)
TUSCH Alexander (Sareema Volley)
THALLER Max (OFI Kreta)
WOHLFAHRTSTÄTTER (Peter Benfica Lissabon)
ZALLER Jan (VCA Amstetten NÖ)
MENNER Anton (Helios Grizzlys Giesen)

Presseinfo ÖVV

12.01.2021