Geschichtsträchtiger Abend im UNIQA ÖFB Cup. Der RZ Pellets WAC und der TSV Egger Glas Hartberg ziehen erstmals in das Finale des Bewerbs ein. Damit steht fest, dass die Saison 2024/25 einen Premieren-Sieger bringen wird.
Die Kärntner können sich im Halbfinale in der Raiffeisen Arena 5:3 nach Elfmeterschießen gegen den LASK durchsetzen, die Steirer besiegen den FK Austria Wien in der Generali Arena 1:0.
Das Duell um den Titel wird am Donnerstag, 1. Mai (17:00 Uhr) im Wörthersee Stadion in Klagenfurt ausgetragen. Heimrecht hat der WAC als erstgezogenes Team der Semifinal-Auslosung. Ticketinfos werden zeitnah bekanntgegeben
Die Halbfinal-Spiele im Überblick:
LASK vs. RZ Pellets WAC 3:5 n. E. (1:1, 1:0)
Tore: Entrup (4.) bzw. Nwaiwu (83.)
Raiffeisen Arena
Der WAC bewahrt die Chance auf den Titel im UNIQA ÖFB Cup. Die Kärntner ziehen mit einem 5:3 nach Elfmeterschießen über den LASK erstmals in das Finale des Bewerbs ein.
Dabei gelingt den Gastgebern vor 12.900 Zuschauer:innen in der Raiffeisen Arena ein Blitzstart. Nach einem intensiv geführten Zweikampf zwischen Nicolas Wimmer und Florian Flecker erbt Maximilian Entrup den Ball, zieht aus rund 20 Metern ab und trifft flach in die linke Ecke – 1:0 (4.). Es war der erste Torschuss des Spiels. In weiterer Folge gestaltet sich die Begegnung ausgeglichen. Im letzten Drittel fehlt es auf beiden Seiten an Genauigkeit, weshalb richtig gefährliche Szenen auf sich warten lassen. Ein Großteil des Geschehens spielt sich zwischen den Sechzehnern ab. In der 38. Minute ist LASK-Torwart Tobias Lawal knapp vor Dejan Zukic am Ball. Wenige Momente später schießt der WAC-Offensivspieler in aussichtsreicher Position per Volley über das Gehäuse (41.).
Nach dem Seitenwechsel ist das Geschehen zunächst ähnlich, wie in der ersten Hälfte. Beide Teams haben Probleme damit, die Abwehrkette des Gegners zu durchbrechen. In der 56. Minute kommt dann der WAC zu einer guten Gelegenheit: Das Spielgerät wird auf Thierno Ballo durchgesteckt, der kommt aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss, doch trifft nur das Außennetz. Die Kärntner können nun mehr Akzente setzen, spielen sich immer wieder in die Gefahrenzone. Die Top-Chance wird von Markus Pink ausgelassen. Thierno Ballo bringt den Ball von der rechten Seite mit einem weiten, scharfen Stanglpass ideal auf den eingewechselten Stürmer, doch der schießt aus kurzer Distanz über das Tor (68.). Der LASK versucht durch Konter, Nadelstiche zu setzen, wird aber nicht zwingend. In Minute 83 gelingt dem WAC der Ausgleich: Ervin Omic bringt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld gut zur Mitte, Chibuike Nwaiwu ist an der kurzen Ecke zur Stelle und köpft zum 1:1 ein. Auf der Gegenseite setzt Robert Zulj einen Kopfball knapp daneben (85.). Weil auch Andres Andrade nur die Querlatte trifft (92.), geht das Spiel in die Verlängerung.
Dort werfen sich zwar beide Teams weiter voll ins Zeug, Chancen bleiben aber Mangelware. Beim WAC setzt Erik Kojzek denn Ball in das Außennetz (101.). Ein Großteil der Szenen spielt sich außerhalb des Gefahrenbereichs ab. Die Zeit plätschert von der Uhr, mehr und mehr deutet alles auf eine Entscheidung im Elfmeterschießen hin. Und die sollte es auch geben.
Nachdem die ersten Schützen beider Teams treffen, scheitert LASK-Kapitän Philipp Ziereis an der Stange. Beim WAC zeigen sich alle Spieler eiskalt. Gegen Samuel Adeniran hält Keeper Nicolas Polster. Thierno Ballo tritt zum entscheidenden Strafstoß an, trifft rechts oben und sorgt dafür, dass die Kärntner mit dem ersten Cup-Final-Einzug Vereinsgeschichte schreiben.
Der LASK muss nach dem letzten Cup-Titel in der Saison 1964/65 weiter auf den großen Coup warten. Seitdem scheiterten die Linzer viermal erst im Finale.
FK Austria Wien vs. TSV Egger Glas Hartberg 0:1 (0:0)
Tore: Avdijaj (54.)
Rot: Aleksandar Dragovic (nach Spielende)
Generali Arena
Hartberg besteht beim Bundesliga-Tabellenführer, setzt sich in einer temporeichen Partie 1:0 gegen die Austria durch. Damit können die Steirer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Ticket für das Finale im UNIQA ÖFB Cup buchen.
In der Generali Arena haben zunächst die Wiener mehr Spielanteile, die gegen ein gut organisiertes Hartberg aber kein Durchkommen finden. In der 13. Minute kann Raphael Sallinger nach einem Volley von Abubakr Barry parieren. Auch gegen Nik Prelec behält der Keeper die Oberhand (18.). Hartberg hält aggressiv dagegen, doch die Wiener erhöhen den Druck. Vor Dominik Fitz ist erneut Raphael Sallinger zur Stelle. Dann kommen die von Ex-Austria-Trainer Manfred Schmid betreuten Gäste zur Top-Chance: Manuel Pfeifer spielt von links in die Mitte, dort verpasst Jed Drew den Ball nur hauchdünn (36.). Das Ende der ersten Hälfte gestaltet sich weitgehend ausgeglichen, Tor sollte keines mehr fallen.
Auch im zweiten Abschnitt begegnen sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe. In der 54. Minute darf dann der vermeintliche Außenseiter jubeln: Hartberg schaltet gut um, nach einem Doppelpass mit Patrik Mijic hat Donis Avdijaj ansatzlos drauf und trifft zum 1:0 für die Gäste in die lange Ecke. Die Austria ist bemüht, eine Reaktion zu zeigen, bestimmt nun das Geschehen. Zwar setzt sich Violett vermehrt im letzten Drittel fest, richtig gefährlich wird es aber nicht. Auch, weil die Steirer in der Defensive dicht gestaffelt stehen. Maurice Malone verzieht nach einem Eckball bei einem Versuch mit der Ferse (78.). Einen Freistoß aus knapp 20 Metern in zentraler Position setzte Dominik Fitz knapp drüber (83.). In der 91 Minute probiert es Fitz aus größerer Distanz wieder mit einem Standard, der hauchdünn an der linken Ecke vorbeigeht. Es bleibt beim 1:0 für Hartberg. Aleksandar Dragovic holt sich nach dem Spielende noch die Rote Karte ab.
Während sich die Steirer mit dem ersten Sieg gegen die Austria seit September 2023 und der damit verbundenen Final-Premiere in die Geschichtsbücher eintragen, ist für die Wiener der Traum vom Double geplatzt. Der Rekord-Cupsieger konnte den Bewerb seit der Saison 2008/09 nicht mehr gewinnen. Zweimal war seitdem im Finale Endstation.
Der Weg in das Halbfinale:
RZ Pellets WAC: ASV Draßburg (A) 0:7, SV Wallern (A) 0:2, SK Austria Klagenfurt (H) 11:10 n.E., Schwarz-Weiß Bregenz (H) 3:1, LASK (A) 3:5 n.E.
TSV Egger Glas Hartberg: SK Bischofshofen (A) 1:11, SV Lafnitz (A) 0:6, SC Austria Lustenau (A) 0:3, SV Stripfing (A) 0:2 n.V., FK Austria Wien (A) 0:1
Finale:
RZ Pellets WAC vs. TSV Egger Glas Hartberg
Donnerstag, 1. Mai 2025, 17:00 Uhr, Wörthersee Stadion in Klagenfurt
Medieninfo ÖFB
02.04.2025