UBSC Graz und bulls Kapfenberg verlieren weiter an Boden

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In der 30. Runde der Basketball Bundesliga verlieren der UBSC Graz und die bulls Kapfenberg in der Tabelle weiter an Boden für eine mögliche Qualifikation zu den Snickers®-Play-Offs: Während Tabellenschlusslicht Graz bei den Traiskirchen Lions (4.) mit 62:98 recht deutlich unterlag, gaben sich die – seit Saisonbeginn erstmals komplett angetretenen – bulls Kapfenberg (9.) erst nach Overtime mit 68:69 den Klosterneuburg Dukes (5.) geschlagen. Meister Güssing Knights kassierte beim BC Vienna (3.) mit 71:56 die erste Niederlage 2016, bleibt aber deutlich an der Tabellenspitze. Wien zog damit als bereits dritte Mannschaft frühzeitig in die Snickers®-Play-Offs 2016 ein.

Der UBSC Graz rutscht in der Tabelle immer weiter ins Hintertreffen – denn bei den Traiskirchen Lions hatte das Tabellenschlusslicht keine Chance. Die Niederösterreicher gewinnen das mittlerweile vierte Aufeinandertreffen deutlich mit 98:62. Graz liegt nun sechs Runde vor Ende des Grunddurchgangs drei Siege hinter einem Platz im Play-Off. Traiskirchen festigte mit dem dritten Heimsieg in Folge den vierten Tabellenplatz ab. Entscheidend für den klaren Sieg von Traiskirchen war die enorme Präsenz unter dem Korb, erleichtert natürlich durch die verletzungsbedingten Ausfälle auf Seiten der Grazer von David Hasenburger (Bänderrisse im Knöchel) und Povilas Gaidys (Knöchel): Die Lions warfen 56 Punkte in der Zone, hatten mit 41:27 klare Vorteile am Rebound und profitierten auch von 21 Turnover der Gäste. Stark bei den Lions war einmal mehr Fabricio Vay mit einem Double-Double (18 PTS, 10 RB) und Milovan Draskovic. Der Center brachte von der Bank kommend 16 Punkte und holte 5 Rebounds. Bei Graz hielt Elvis Kadic mit 20 Punkten (6/9 Dreiern) dagegen.

Unmittelbar vor dem UBSC rangieren weiterhin die bulls Kapfenberg – denn die Steirer kassierten mit der 68:69-Overtimeniederlage bei den Klosterneuburg Dukes ihren nun 19. Misserfolg. Damit bleiben die Bulls am 9. Tabellenrang und würden bei einem Sieg der Swans Gmunden am Montag über Oberwart nun schon vier Punkte Rückstand auf einen Platz in den Snickers®-Play-Offs 2016 aufweisen. Klosterneuburg feierte den nun dritten Sieg in Folge, zieht an Punkten mit Fürstenfeld gleich, liegt aber aufgrund des besseren direkten Vergleichs auf Rang fünf in der Tabelle. Entscheidend war die Tatsache, dass Klosterneuburg trotz 24 Turnover bissiger und etwas variantenreicher agiert hatte – und in der Overtime dann etwas glücklicher war. Top- Scorer der Dukes war Jozo Rados mit 19 Punkten, Malik Cooke holte sich 14 Rebounds. Bei Kapfenberg – das erstmals wieder auf den gesamten Kader zurückgreifen konnte – war gleich wieder Joey Shaw bester Akteur (22 PTS und 10 RB). Milan Stegnjaic (11 PTS, 8 RB) und Carl Baptiste (14 PTS, 5 RB) gaben ebenso starke Comebacks.

Meister Güssing Knights kassierte beim BC Vienna die erste Niederlage im Jahr 2016. Unter dem neuen, alten Headcoach Darko Russo feierten die Wiener ihren dritten Saisonsieg über Güssing (inkl. Sieg im Supercup) – und rücken damit in der Tabelle bis auf einen Sieg zu den Gunners Oberwart auf. Maßgeblich für den 71:56-Erfolg der Wiener – denen diesmal Jurica Blazevic fehlte, dafür aber Nikola Maravic (5 PTS, 8 RB) sein Debüt gab – war eine sehr kompakte und vor allem aggressive Defensive in Halbzeit eins. Güssing musste sich ihre Chancen mühevoll erarbeiten, hatte zur Pause lediglich 28% Wurfausbeute. Wien traf in dieser Phase vor allem vom Dreier (7/9) hochprozentig – und gab sich enorm wendig und variabel. In der zweiten Halbzeit kontrollierten die Wiener mit einer guten Kollektivleistung das Spiel und gewannen verdient. Damit qualifiziert sich der BC Vienna als nun bereits dritte Mannschaft vorzeitig für die Snickers®-Play- Offs 2016.

Abgeschlossen wird die 30. Runde am Montag (21. März) mit der Begegnung Swans Gmunden gegen Gunners Oberwart. Spielbeginn ist 19.00 Uhr, Sky Sport Austria überträgt dieses Spiel um „big points“ für die Oberösterreicher ab 18.45 live.

Die bisherigen Ergebnisse der 30. Runde im Überblick:
WBC Wels – Fürstenfeld Panthers

95:84 (22:14, 46:35, 70:56)

Traiskirchen Lions – UBSC Graz
98:62 (22:17, 40:23, 69:43)

Klosterneuburg Dukes – bulls Kapfenberg
69:68 n.V. (15:13, 33:25, 51:44, 59:59)

BC Vienna – Güssing Knights
71:56 (23:11, 43:29, 55:40)

Swans Gmunden – Gunners Oberwart
Montag, 19.00 in der Volksbank Arena
ab 18.45 Uhr live im TV

Die bisherigen Ergebnisse der 30. Runde im Detail:

Traiskirchen Lions UBSC Graz
98:62 (22:17, 40:23, 69:43)
Die Lions beginnen mit Danek, Aryee, Trmal, Vay und Vuletic. Bei den Grazern, die auf Gaydis, Hasenburger, Heuberger und Leitgeb verzichten müssen, starten Schaal, Pelko, Freelove, Kadic und Brcina. Traiskirchen erwischt eine gute Anfangsphase. Die Gäste wirken defensiv überfordert, nach wenigen Minuten steht es 8:2. Dann stellt der UBSC auf Zonenverteidigung um, was die Lions etwas außer Tritt bringt. Zwar führen sie die ganze Zeit, Graz kommt aber auch nicht wirklich näher heran. Zur ersten Pause steht es 22:17.

Im zweiten Abschnitt schrauben die Traiskirchner in der Defense die Intensität nach oben. Sie starten mit einem 11:2-Run und ziehen damit auf 33:19 davon. Pit Stahl versucht sein Team mit Hilfe eines Time-Outs wieder in die Spur zu bringen. Das gelingt aber nicht. Insgesamt erzielen die Steirer in diesem Viertel nur sechs Punkte. Die Lions hingegen ziehen davon und führen zur Halbzeit 40:23.

Anders als noch vor wenigen Wochen in Graz, als sie noch eine 22-Punkte-Führung hergegeben hatten, nehmen die Lions die zweite Halbzeit nicht auf die leichte Schulter. Diesmal ist die Gegenwehr der Steirer aber auch enden wollend. Traiskirchen tut das was sie tun müssen: Sie bewegen den Ball, finden ein ums andere Mal den freien Mann und machen die einfachen Punkte. Zwischenzeitlich führen sie schon +30, vor dem Schlussabschnitt steht es dann 69:43.

Im vierten Viertel werden die Leistungsträger der Lions dann über weite Strecken geschont. Doch auch die anderen machen ihre Sache sehr gut. Punkt um Punkt bauen sie den Vorsprung aus, die Gegenwehr der Grazer ist längst gebrochen. Schlussendlich gewinnen die Lions 98:62 und machen einen großen Schritt in Richtung Play-Offs.

Stimmen zum Spiel:
Johannes Wiesmann, Pressesprecher der Lions: „Anders als beim letzten Aufeinandertreffen haben wir heute bis zum Schluss Basketball gespielt. Das war ein überzeugender Auftritt gegen einen ersatzgeschwächten Gegner, der im Hinblick auf eine Play-Off-Qualifikation noch sehr wertvoll sein kann.“

Pit Stahl, Headcoach des UBSC: „So lange wir auf vier wichtige Spieler verzichten müssen, wird es weiterhin schwer werden. Traiskirchen hat natürlich verdient gewonnen.“

Beste Werfer: Trmal 20, Vay, Danek je 18, Draskovic 16 bzw. Kadic 20, Pelko 16, Freelove 10;

Klosterneuburg Dukes bulls Kapfenberg
69:68 n.V. (15:13, 33:25, 51:44, 59:59)
Die Klosterneuburger hatten im ersten Viertel ihre Probleme mit den wieder komplett spielenden Kapfenbergern und produzierten alleine in den ersten zehn Minuten acht Turnover, mit denen sie sich das Leben schwer machten. Mit guter Defense sicherten sie sich aber das erste Viertel mit 15:13. Im zweiten Abschnitt wurde die Partie zunehmend zerfahrener, ohne dass sich ein Team absetzen konnte. Kurz vor der Pause erarbeiteten sich die Dukes aber doch einen Vorsprung und lagen zur Halbzeit mit 33:25 voran.

Auch nach Seitenwechsel bekamen die Zuseher eine intensive Partie zu sehen, in der die Gastgeber ihren Vorsprung auf 13 Punkte ausbauten, ehe die Steirer wieder herankamen, vor dem Schlussviertel aber dennoch sieben Punkte aufzuholen hatten. Mit dem besseren Start ins letzte Viertel eroberten die Bulls die Führung und es kam zu einer heißen Schlussphase, die keinen Sieger hervorbrachte – Verlängerung. Da war es die letzte Offense, die die Entscheidung bringen sollte. Beim Stand von 68:69 hatten die Bulls den Ball, konnten aber nicht mehr scoren und unterlagen den Dukes damit denkbar knapp.

Stimmen zum Spiel:
Werner Sallomon, Headcoach der Dukes: „Das war ein wichtiger Sieg für uns gegen eine Gott sei Dank komplette Kapfenberger Mannschaft, da sie uns gut gefordert hat und nur solche Spiele uns weiterbringen.“

Romed Vieider, Spieler der Dukes: „Eine spannende Partie bei der wir es zwei Mal in der Hand hatten, sie vorzeitig zu entscheiden. Aber die Kapfenberger haben gekämpft bis zum Umfallen. Unterm Strich war es vielleicht ein glücklicher, aber verdienter Sieg.“

Michael Schrittwieder, Headcoach der bulls: „Wir haben schlecht exekutiert und sind trotz guter kämpferischer Leistung nicht smart genug gewesen.“

Beste Werfer: Rados 19, Lowe 15, Bas 11 bzw. Shaw 22, Baptiste 14, Stegnjaic 11;

BC Vienna Güssing Knights
71:56 (23:11, 43:29, 55:40)
Das Spiel beginnt äußerst kampfbetont. Auf beiden Seiten regiert vor allem die Defensive. Nach 4 Minuten steht es 2:2. Beim BC ist die Handschrift des neuen Coaches vor allem in der dort bemerkbar. Die Wiener kommen dann in Folge zu einigen schönen Aktionen. Nach 7 Minuten kommt Nikola Maravic zu seinem Debüt beim BC und stellt sich gleich mit einem schönen Assist auf Predrag Miletic ein. Detrick trifft dann wie aus dem Nichts zwei 3er und bringt die Wiener mit 8 Punkten in Front.

Mit einem unglaublichen Lay-Up erhöht Lacy zur Viertelpause auf Plus 12. Das zweite Viertel beginnt ähnlich dem Ersten. Kampf und Intensität prägen das Spiel. Durch einen Dreier von Lanegger können die Knights auf 7 Punkte verkürzen. Durch schönes Teamplay kommen die Knights immer weiter heran. Zwei schnelle Dreier des BC bringen die Wiener wieder mit 11 Punkten in Front. Innerhalb einer Aktion kassiert Fairell 2 Fouls. Cody Larson verwirft allerdings alle 4 dafür ausgesprochenen Freiwürfe. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ist das Spiel nun auf beiden Seiten zerfahren. Fouls und Turnovers wechseln sich ab. Die beiden Teams schenken sich nichts. Sie spielen mit hoher Intensität und viel Kampf.

Stazic bringt den Wiener mit einem Dreier die höchste Führung des Spiels (plus 17). 3 Minuten vor dem Ende kassiert Güssing-Coach Daniel Müllner ein technisches Foul und die Wiener verwerten, ehe Klepeisz wieder einen Dreier einstreut. Zu Beginn des 4. Viertels leisten sich beide Teams wieder mehrere Turnover. Die Wiener rotieren sehr hoch und können damit die Intensität hoch halten. Bei den Wiener haben Miletic und Fairell bereits 4 Fouls, bei den Knights Lanegger und Larson. 4 Minuten vor dem Ende führen die Wiener mit 16 Punkten. Die Wiener spielen mit aller Routine den Vorsprung heim und fügen Güssing die erste Niederlage im Jahr 2016 zu.

Stimmen zum Spiel:
Petar Stazic-Strbac, General Manager des BCV: „Gratulation an die gesamte Mannschaft für den ersten Schritt.“

Moritz Lanegger, Spieler der Knights: „Mit nur 17 Prozent Trefferquote vom Dreier kannst du kein Spiel gewinnen!“

Daniel Müllner, Headcoach der Knights: „Gratulation an Wien. Sie haben heute verdient gewonnen. Wir hatten heute leider einen ganz schlechten Wurftag, haben aber trotzdem bis zum Schluss gefightet.“

Beste Werfer: Vujosevic 15, Stazic 12, Detrick, Lacy je 10 bzw. Klepeisz Th., Watts je 14, Larson 8, Lanegger 7;

Presseinfo ABL/ÖBL/Admiral Basketball Bundesliga/red.

21.03.2016