Im Achtelfinale der EURO stand das Duell Ungarn vs. Belgien auf dem Programm. Das Märchen der Magyaren endete gegen die „roten Teufel“ mit einer 0:4 (0:1)-Niederlage. Das Resultat täuscht über den wahren Spielverlauf jedoch hinweg.
Alderweireld sorgt für Pausenführung von Belgien
Das Spiel begann wie allgemein erwartet. Belgien drückte auf das Tempo und schnürte Ungarn tief in der eigenen Hälfte ein. Die Magyaren hatten Probleme sich kontrolliert aus der eigenen Hälfte zu befreien. So war es am Ende keine große Überraschung, dass die ersten Chancen des Spiels Belgien vorbehalten waren. Lukaku (7.) und de Bruyne (8.) scheiterten am ungarischen Torhüter Kiraly. 120 Sekunden später ging Belgien schlussendlich in Führung. Eine Freistossflanke von de Bruyne köpft Innenverteidiger Alderweireld den Ball unbedrängt in die Maschen (10.).
In der Folge änderte sich wenig am Spielgeschehen. Belgien hatte das Spiel souverän unter Kontrolle und fand durch Lukaku (15.) und Torschützen Alderweireld (21.) weitere Möglichkeiten vor. Ungarn trat zum ersten Mal in der 24. Minute offensiv in Erscheinung. Ein Schuss von Dzsudzsak fiel am Ende zu harmlos aus. Bei den Magyaren war in praktisch allen Spielsituationen der kurzfristige Ausfall von Mittelfeldmotor Kleinheisler deutlich zu spüren.
Dieser Schuss war ein Weckruf für die Magyaren. Schüsse von Lovrencic (40.) und Dzsudzsak(41.) gingen nur knapp am Tor vorbei. Belgien blieb jedoch die Spielbestimmende Mannschaft und war den zweiten Treffer spürbar näher. In der 36. Minute lenkte Kiraly einen Freistosshammer von de Bruyne an die Latte ab (36.). Eine Doppelchance von Mertens in der 43. Minute waren die letzten erwähnenswerten Szenen in der ersten Halbzeit.
Zur Pause führt Belgien aufgrund der Torchancen verdient mit 0:1. Der Vorsprung hätte aufgrund des Spielverlaufs durchaus auch höher ausfallen können.
Später Doppelschlag sorgt für Entscheidung
Nach der Pause änderte sich wenig am Spielverlauf. Belgien hatte qualitativ die besseren Torchancen. Ein Schuss von Hazard in der 46. Minute war das erste Ausrufezeichen nach der Pause. In der Folge agierte Ungarn offensiver als vor der Pause und fand durch Szalai (51., 54.) eine Doppelchance vor. Diese Möglichkeiten waren wieder ein Weckruf für Belgien. In einer positiv turbulenten Begegnung fand Mertens – nach unfreiwilliger Fersenvorbereitung von Lukaku – die nächste Einschusschance vor. Danach war wieder Ungarn an der Reihe. Schüsse von Pinter (68.) und Juhasz (69.) sorgten für Gefahr für das belgische Tor. Der Ball ging jeweils nur knapp am Gehäuse vorbei.
In der Folge wog das Spiel hin und her ehe ein Doppelschlag für die Entscheidung sorgte. Der eingewechselte Batshuayi (78.) aus kurzer Distanz und Hazard nach einem Bilderbuchkonter sorgten für den 0:3 (79.).
Ungarn blieb auch in der Folge mutig offensiv und fand durch Szalai in der 83. bzw. 89. Minute die letzten Chancen des Spiels vor. Der Schlusspunkt war schlussendlich Belgien vorbehalten. Carrasco schließt einen Konterangriff zum 0:4-Endstand ab (91.)
Die Magyaren verabschieden sich trotzdem mit erhobenen Hauptes von der EURO 2016 und hätten sich aufgrund ihrer mutigen Spielanlage durchaus einen Treffer verdient. Belgien feiert am Ende einen verdienten Erfolg dieser ist jedoch um das sprichwörtliche Tor zu hoch ausgefallen.
Ungarn vs. Belgien 0:4 (0:1)
Stadium de Toulouse, SR Mazic (SRB)
Tore: Alderweireld (10.), Batshuayi (78.), Hazard (79.), Carrasco (91.)
Ungarn: Kiraly – Kadar, Guzmics, Junasz (78./Böde), Lang – Gera (46./Elek), Nagy – Dzsudzsak, Pinter (75./Nikolic), Lovrencsics – Szalai
Belgien: Courtois – Meunier, Alderweireld, Vermaelen, Vertonghen – Witsel, Nainggolan – Hazard (81./Fellaini), De Bruyne, Mertens (70./Carrasco)- R. Lukaku (76./Batshuayi)
26.06.2016