Kein Team der Basketball Bundesliga mehr ohne Niederlage – denn dem BC Vienna gelingt daheim ein fulminanter 93:58-Triumph über die bulls Kapfenberg. Der WBC Wels übernimmt – ohne den am Rücken verletzten Kapitän Davor Lamesic – nach einem 76:68-Sieg über die Fürstenfeld Panthers die Tabellenführung in der ABL. Die Traiskirchen Lions unterliegen beim Debüt von Jason Detrick den Gunners Oberwart mit 73:81. Der zweite niederösterreichische Vertreter Klosterneuburg Dukes verliert sein Heimspiel mit 67:73 gegen den UBSC Graz.
Dem BC Vienna gelang in der 5. Runde der ADMIRAL Basketball Bundesliga der erste Sieg. Die Wiener dominierten die bulls Kapfenberg von Beginn an – und feierten einen souveränen 93:58-Sieg. Damit übertrumpfen die Wiener ihren bislang höchsten Sieg über Kapfenberg gleich um 18 Punkte, denn der bislang gewichtigste Sieg war 85:68, erzielt am 9. Mai 2013. Den Grundstein für den Sieg legte der BC Hallmann – der erneut nur eine 6-Mann-Rotation zur Hand hatte, von der Predrag Miletic (24 PTS, 6 RB) wieder durchspielen musste – mit einem fulminanten Startviertel: Sie überrollten Kapfenberg mit einem 23:0-Run, hatten deutlich mehr vom Spiel und eine gewaltige Trefferquote (68% zu 21%). Ein gutes zweites Viertel der Bulls (23:17) half wenig, denn Wien hielt die Steirer in der zweiten Halbzeit auf nur 26 Punkte und baute ihre Führung zwischenzeitlich auf 36 Punkte aus (87:51). Bei Wien waren neben Miletic auch Sebastian Koch (25 PTS, 8 RB, 3 ST, 2 BL) und Anthony Clemmons (23 PTS, 6 AS) stark. Kapfenberg zeigte wenig Gegenwehr, das Trio Kareem Jamar (2 PTS, 4 TO), Filip Krämer (4 PTS, 0 RB) und Bogic Vujosevic (4 PTS, 8 AS) blieb weit unter ihren Erwartungen.
Dem WBC Wels gelang mit einem 76:68-Sieg über die Fürstenfeld Panthers der Sprung an die Tabellenspitze, die der Vizemeister nun alleinig beansprucht. Der WBC – dem Kapitän Davor Lamesic wegen Rückenproblemen fehlte und der auch Lorenzo O’Neal nicht einsetzen konnte – ließ sich nur in den ersten Minuten unter Druck setzen. Die Welser zogen, angeführt von Dejan Cigoja – er machte gegen seinen Ex-Klub mit 20 Punkten und 4 Rebounds ein starkes Spiel – noch im zweiten Abschnitt auf 17 Punkte davon (43:26). Auch wenn Fürstentenfeld im Schlussviertel nochmals auf 58:61 (Minute 35, Anm.) verkürzen konnte, war Wels der vierte Saisonsieg nicht mehr zu nehmen. Vor allem weil sie deutlich mehr Rebounds hatte (39:28) und 17 „bench-points“ verzeichnete. Bei Fürstenfeld kamen nur 3 Punkte von der Bank. Erneut stark war bei den Oberösterreichern DuJuan Wright (19 PTS, 6 RB). Bei Fürstenfeld überzeugte lediglich Marko Car mit 25 Punkten und 6 Rebounds.
Nach der Niederlage von Fürstenfeld konnten die Gunners Oberwart – mit ihrem 81:73-Sieg über die Traiskirchen Lions – zu den Steirern und den in dieser Runde spielfreien Swans Gmunden aufschließen. Nach einem sehr ausgeglichen ersten Viertel (20:22), zeigte Oberwart im zweiten Viertel eine Offensive-Glanzleistung:
Dank Georg Wolf (14 PTS, 2 RB), der drei Dreipunkter traf, und zwei technischen Fouls gegen Traiskirchen (Benedikt Danek und Florian Trmal), zog Oberwart auf 50:36 davon. Traiskirchen, wo Jason Detrick debütierte (10 PTS, 3 RB, 2 AS), kam durch variantenreiche Defense wieder zurück, glich zweimal aus, verabsäumte es aber in Führung zu gehen. Schlussendlich machte Oberwart im Schlussviertel die „Big-Plays“ – und Sebastian Käferle (7 PTS) mit einem Dreipunker (78:69) 3:40 vor dem Ende den Deckel drauf. Stark bei Oberwart, das Benjamin Blazevic wegen einer Verletzung verlor, war Chris McNealy mit 21 Punkten und 6 Rebounds. Traiskirchens Top-Scorer war Fabricio Vay mit 23 Punkten und 7 Rebounds.
Auch für den zweiten niederösterreichischen Vertreter, die Klosterneuburg Dukes, gab es kein Erfolgserlebnis: Sie mussten sich dem UBSC Graz schlussendlich mit 67:73 geschlagen geben, kamen dabei aber noch gut weg – denn der zwischenzeitliche Rückstand betrug bereits 21 Punkte (42:63). Die Dukes, bei denen Damir Zeleznik Zoran Kostic (Hüftoperation, Anm.) als Headcoach vertrat, liefen die kompletten 40 Minuten einem Rückstand hinterher, waren aber nie in der Lage dem UBSC den zweiten Saisonsieg streitig zu machen. Ihre Schlussoffensive kam zu spät. Bei Graz geigten erneut Anton Maresch (19 PTS, 8 RB, 7 AS) und Cameron Naylor (14 PTS, 10 RB) auf. Bei Klosterneuburg erzielte Jozo Rados mit 16 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double.
Die gesamten Ergebnisse der 5. Runde im Überblick:
WBC Wels – Fürstenfeld Panthers
76:68 (24:14, 46:32, 60:50)
Gunners Oberwart – Traiskirchen Lions
81:73 (20:22, 52:45, 67:64)
BC Vienna – bulls Kapfenberg
93:58 (31:9, 48:32, 64:41)
Klosterneuburg Dukes – UBSC Graz
67:73 (13:22, 32:42, 44:63)
Die gesamten Ergebnisse der 5. Runde im Detail:
WBC Wels Fürstenfeld Panthers
76:68 (24:14, 46:32, 60:50)
Mike Coffin, Headcoach vom WBC: „Ohne zwei Starter mussten wir etwas umstellen. Die Jungs haben heute großartig gekämpft. Auch wenn es am Ende knapp wurde haben wir nicht die Nerven verloren.“
Pit Stahl, Headcoach der Panthers: „Ein verdienter Sieg für Wels aufgrund der ersten Halbzeit. Unser Comeback kam etwas zu spät, meiner Mannschaft war deutlich anzumerken, dass sie nur 45 Stunden zwischen dem letzten und diesem Spiel hatte.“
DuJuan Wright, Spieler vom WBC: „Ein Sieg, der eigentlich nie in Gefahr war. Ohne Davor und Lorenzo gegen den Tabellenführer zu gewinnen zeigt, dass wir eine gut eingespielte Truppe sind!“
Paul Radakovics, der Panthers: „Für uns war es das zweite Spiel in drei Tagen. Vor allem gegen Ende des Spiels sind uns ein wenig die Kräfte ausgegangen. Wels hat das Spiel über weite Teile kontrolliert und verdient gewonnen.“
Gunners Oberwart Traiskirchen Lions
81:73 (20:22, 52:45, 67:64)
Sebastian Käferle, Kapitän der Gunners: „Für mich war es schwer, weil ich wegen des Bundesheers nicht im Training bin. Wir haben gut begonnen, dann den Faden verloren. Aber mit einer guten Defense im Schlussviertel haben wir verdient gewonnen.“
Georgi Mladenov, Headcoach der Lions: „Es war ein gutes, schweres Spiel und in den ersten 34 Minuten auch ausgeglichen. Gratulation an Oberwart. Wir haben das Spiel in den letzten sieben, acht Minuten verloren, weil wir zu viele Turnover begangen haben und nicht konzentriert genug waren. Wir hatten unsere Chancen und wenn wir fokussierter geblieben wären, hätten wir vielleicht gewonne.“
Chris Chougaz, Headcoach der Gunners: „Es war keine einfache Sache für uns heute. Es war das vierte Spiel innerhalb der letzten 10 Tage und auch der vierte Sieg. Trotz der Ausfälle von Benjamin Blazevic (Verletzung, Anm.) und Cedric Kuakumensah (5 Fouls, Anm.) bin ich mit der Leistung zufrieden.“
Jason Detrick, Spieler der Lions: „Ich bin froh wieder zurück zu sein. Gratulation an Oberwart. Die haben wieder ein sehr gutes Team. Mit der Entwicklung der Österreicher machen sie einen sehr guten Job, das gefällt mir.“
BC Vienna bulls Kapfenberg
93:58 (31:9, 48:32, 64:51)
John Griffin, Headcoach vom BC: „Ich bin froh, erster Sieg der Saison.
Michael Schrittwieser, Headcoach der Bulls: „Kompliment an Wien und an John Griffing. Sie waren heute die wesentlich aggressivere Mannschaft und auch gut vorbereitet – und haben dadurch verdient gewonnen. Wir haben die in uns gesteckten Erwartungen heute in keiner Art und Weise umsetzten können.“
Aleksandar Andjelkovic, Spieler vom BC: „Die harte Arbeit der letzten zwei, drei Wochen hat sich wirklich ausgezahlt.“
Klosterneuburg Dukes UBSC Graz
67:73 (13:22, 32:42, 44:63)
Damir Zeleznik: „Wenn man die ersten drei Viertel mit so einer Intensität spielt, wie wir es getan haben, kann man kein Spiel gewinnen.“ Lluis Pino Vera, der Bulls: „Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Im vierten Viertel ist es noch knapp geworden.“
Clemens Leydolf: „Die Körpersprache in diesem Spiel hat nicht gepasst. Die Intensität war nur in den letzten fünf Minuten hoch genug. Das müssen wir dringend ändern.“ Anton Maresch, der Bulls: „Gegen meinen Ex-Club war die Motivation sehr hoch und ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben.“
Presseinfo Admiral Basketball Bundesliga/ABL/red. abl@profsmedia.at
26.10.2016