Wintersport, Österreich, ÖSV

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Der Kärntner Markus Salcher hat sich zum dritten Mal in seiner Karriere zum Abfahrts-Weltmeister gekrönt. Bei den Paraski-Weltmeisterschaften fuhr der 30-Jährige in Hafjell (NOR) in der Klasse der stehenden Herren zu Gold.

Salcher erwischte auf der WM-Strecke einen nahezu perfekten Lauf und ließ damit sogar den Topfavoriten Arthur Bauchet hinter sich. Der Franzose lieferte sich einen spannenden Zweikampf mit dem Österreicher und hatte am Ende 38 Hundertstel Rückstand. Bronze ging an Aleksei Bugaev (+1,94 Sek.), der für das Russische Paralympische Komitee startet.

In den beiden Abfahrtstrainings war Salcher jeweils noch hinter Bauchet Zweiter geworden. Der Jubel im ÖSV-Team über die erste Medaille in Norwegen ist groß: „Markus war heute mental stark drauf. Die Kleinigkeiten, die im Training noch nicht zu 100 Prozent funktioniert haben, haben heute punktgenau gepasst“, betont Cheftrainer Markus Gutenbrunner.

Markus Salcher: „Es war echt ein guter Tag für mich. Ich konnte das umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Es war windig, dadurch war eine tiefe Position angesagt. Das hat gut funktioniert. Der fünfte Weltmeistertitel fühlt sich richtig cool an und ich bin sehr zufrieden, dass ich Arthur Bauchet auf Distanz halten konnte.“

Abfahrts-Gold hatte Salcher zuvor bereits 2013 in La Molina und 2017 in Tarvis gewonnen. Der Titel in Hafjell ist die zehnte WM-Medaille seiner Karriere. Witterungsbedingt ist das Rennen mit einem Tag Verspätung ausgetragen worden – mit anderen Verhältnissen als geplant. „Gestern wurde noch gesalzen und man dachte, dass es wieder warm werden wird. Es ist heute allerdings kälter gewesen, damit war auch die Piste kompakter, also ganz anders als im Training“, erklärt Cheftrainer Gutenbrunner weiter, der den Kurs für den morgigen Super-G setzen darf.

Nico Pajantschitsch (stehend) kam mit 4,30 Sekunden Rückstand auf Salcher auf Platz zehn. „Nico war brav unterwegs. Am Zielsprung hat es ihn ausgedreht und so ist ihm vor dem Ziel noch ein grober Fehler passiert. Sonst wären die Top 6 möglich gewesen“, so der Trainer. Roman Rabl (sitzend) kam nach einem Sturz nicht ins Ziel. Der Tiroler war bis zu einem Fehler bei der Steilhangeinfahrt in den Medaillenrägen gelegen. Bei seinem Sturz zog er sich ein Cut am Kinn zu, das genäht werden musste. Ein Start im Super-G scheint dennoch möglich.

Snowboarder Rene Eckhart hat bereits gestern die Qualifikation für das heutige Finale im Dual Banked Slalom verpasst. Er wird im Laufe der Titelkämpfe in Norwegen auch noch im Cross-Bewerb antreten.

weiterer Zeitplan mit österreichischer Beteiligung
Freitag, 14. Jänner 2022
Alpin: Abfahrt, Damen und Herren
Snowboard: Banked Slalom

Samstag, 15. Jänner 2022
Alpin: Super-G, Damen und Herren

Sonntag, 16. Jänner 2022
Alpin: Super-Kombination, Damen und Herren

Dienstag, 18. Jänner 2022
Langlauf: 15 Kilometer Freistil, Damen

Mittwoch, 19. Jänner 2022
Alpin: Riesentorlauf, Herren

Donnerstag, 20. Jänner 2022
Alpin: Riesentorlauf, Damen

Freitag, 21. Jänner 2022
Alpin: Slalom, Herren
Snowboard: Cross

Samstag, 22. Jänner 2022
Alpin: Slalom, Damen

Sonntag, 23. Jänner 2022
Alpin: Parallel-Teamevent
 

4. Platz für Carina Edlinger zum Auftakt

Die sehbehinderte Langläuferin Carina Edlinger belegt zum Auftakt der Paraski-Weltmeisterschaften in Lillehammer (NOR) über 10 Kilometer klassisch den vierten Platz.

Die Salzburgerin meisterte die 10 Kilometer in einer Zeit von 34:45,1 Min. und verpasste damit die Bronzemedaille um gut eine Minute. Der Sieg ging an die Belarussin Sviatlana Sakhanenka vor Anna Panferova und Vera Khlyzova, die beide für das Russische Paralympische Komitee starten.

***Carina Edlinger:*** „Ich war heute in einer neuen Situation, denn erstmals seit 6 Jahren bin ich ohne Guide gestartet. Am Anfang habe ich mich gut gefühlt, dann haben mich die Kräfte verlassen und ich bin komplett blau gegangen. Der vierte Platz ist nicht der glücklichste, aber das Gute daran ist, dass ich weiß, dass ich es viel besser kann. Ich blicke positiv auf die nächsten Rennen, es kann nur bergauf gehen.“

Die Alpin-Bewerbe begannen unterdessen mit einer Verschiebung. Die für heute geplante Abfahrt in Hafjell konnte aufgrund starken Windes und weicher Pistenverhältnisse nicht durchgeführt werden. Temperaturen um die 10 Grad machten eine Austragung der alpinen Königsdisziplin unmöglich, die Abfahrt soll
morgen nachgeholt werden.

Für Österreich geht das Trio Markus Salcher, Nico Pajantschitsch (beide stehend) und Roman Rabl (sitzend) an den Start. In den beiden Abfahrtstrainings untermauerte insbesondere der Kärntner Salcher mit zwei zweiten Plätzen seine Anwartschaft auf eine Medaille. Für den 30-Jährigen wäre es das zehnte
Edelmetall bei Weltmeisterschaften.
 
Presseinfo
Österreichischer Skiverband

14.01.2022