Symbolbild Basketball

© Sportreport

Die Swans Gmunden und der BC GGMT Vienna stehen nach Spiel zwei der BSL-Semifinals am Sprung ins Finale. Die Oberösterreicher gewannen mit einer starken Offensivleistung mit 107:90 gegen die Unger Steel Oberwart Gunners.

Zwar lagen die Schwäne fast durchgehend voran, im letzten Viertel wurde es aber trotzdem noch einmal spannend. Die Burgenländer müssen sich nun defensiv auf jeden Fall steigern, wenn sie den „Sweep“ am Samstag in Spiel drei verhindern wollen. In der zweiten Halbfinalpartie ging es noch klarer zu. UBSC Raiffeisen Graz war auch daheim gegen BC Vienna chancenlos. Die Wiener überzeugten mit einer starken Defense und können ihre Serie ebenfalls am Samstag vorzeitig beenden.

Unger Steel Gunners Oberwart vs. Swans Gmunden
Stand im Halbfinale: 2:0 für die Swans
90:107 (16:24, 34:45, 63:69)
Spiel 2: Mittwoch, 19.00 – SPH Oberwart

Wie erwartet, starteten die Gunners mit viel Intensität in die Partie. Immer wieder legten die Hausherren vor, konnten sich aber nie weit absetzen, da auch Swans-Spielmacher Friedrich sich früh in Scoringlaune präsentierte. Mit Fortdauer des Viertels wurden die Oberwarter dann im Abschluss etwas schlampig und ließen einige Chancen aus. Unachtsamkeiten, die man sich gegen den amtierenden Meister nicht leisten kann, sodass die Schwäne bis Viertelende mit 24:16 die Führung übernahmen. Im zweiten Abschnitt blieben zunächst die Oberösterreicher am Drücker, die sich weiter angeführt von ihrem Point Guard auf 38:21 absetzten. Den in der Serie bereits zurückliegenden Burgenländern war der Ernst der Lage offensichtlich bewusst. Die Partie wurde hitziger und die Swans konnten offensiv ausgebremst werden. Der Gunners-Rückstand war so zur Halbzeit zumindest wieder im Rahmen (34:45). Auch nach der Pause durften die Gastgeber weiter hoffen, als Käferle einen „Back-to-Back“-Dreier verwandelte. Ganz allgemein war es nun der Kapitän der Oberwarter, der seine Mannschaft immer wieder nach vorne peitschte. Der Meister zeigte sich davon aber unbeeindruckt und scorte äußert hochprozentig. Neben Friedrich fand auch Blazan immer besser ins Spiel, sodass die Gmundner vor dem Schlussabschnitt weiter die Nase vorne hatten (69:63). Im vierten Abschnitt kam vorerst auf beiden Seiten kein wirklicher Rhythmus zu Stande, auch weil viele Pfiffe für Unterbrechungen sorgten. Die Gunners konnten diesen Umstand vorübergehend etwas besser nutzen und auf minus drei verkürzen. Das Spiel war aber nur kurz offen, denn die Schwäne setzten zu einem finalen Run an und lagen so rasch wieder zweistellig voran. Mit 107:90 ging das Duell schließlich an die Gmundner, die am Samstag erneut ins Finale einziehen können.

Balasz Tako, Coach Gunners: „Gmunden – sie haben brav gespielt. Wir haben nicht exekutiert, haben 107 Punkte gekriegt, das ist zu viel. Und wir waren mental heute nicht da.“

Sebastian Käferle, Spieler Gunners: „Gratulation an Gmunden, sie haben heute ein sehr gutes Match gespielt. Wir müssen uns einfach an der eigenen Nase nehmen, 107 Punkte sind einfach viel zu viel. Wir wollen sie auf 60, 70 Punkte halten und das ist unser Ziel für das nächste Spiel.“

Anton Mirolybov, Coach Swans: „Glückwunsch an meine Spieler, das war ein sehr wichtiges Spiel heute und wir haben heute für ungefähr 30 Minuten gute Arbeit gemacht.“

Daniel Friedrich, Spieler Swans: „Wir haben von Anfang an das Spieltempo gut kontrollieren können und uns so früh einen Vorsprung herausgespielt. Wir haben aber dann Oberwart durch viele Fouls und Eigenfehler wieder zurück ins Spiel kommen lassen. Vor allem in der zweiten Hälfte haben wir defensiv sehr gut exekutiert und die Führung nicht mehr hergegeben.“

Beste Scorer: Käferle 22, Poljak 19, Chatzinikolas 14 bzw. Friedrich 31, Güttl 23, Blazan 19.

UBSC Raiffeisen Graz vs. BC GGMT Vienna
Stand im Halbfinale: 2:0 für Vienna
63:84 (8:26, 25:41, 40:64)
Spiel 2: Mittwoch, 19.00 – Raiffeisen Sportpark Graz

Vienna startete defensiv sehr stark. Nach fünf Minuten stand es bereits 12:0 für den Titelfavoriten. Vor allem vom Dreier waren die Wiener von der ersten Sekunde an „on fire“, zudem zeigten sie sehenswerten Teambasketball, sodass sich schon früh im Spiel alle Starter in die Scoringliste eingetragen hatten. Die Grazer kamen auch bis zum Viertelende nur langsam in Schwung und mussten daher nach dem ersten Abschnitt einen 8:26-Rückstand hinnehmen. Nach der Viertelpause fanden die Steirer endlich in die Partie, angeführt von Applewhite und Varner agierten sie jetzt auf Augenhöhe. Da aber auch kein entscheidender Run gelang, ging es nach 20 Minuten bei 41:25 für die Wiener Gäste in die Garderobe. Nach dem Seitenwechsel kämpfte UBSC beherzt weiter, auch aus der Distanz gelang im dritten Abschnitt einiges. BC Vienna war aber beim Abschluss in der Zone sehr stark, worauf die Heimmannschaft keine Antwort fand. Die Bundeshauptstädter konnten ihre komfortable Führung so problemlos verwalten und bis Viertelende sogar ausbauen (64:40). Die Partie war damit entschieden und ging am Ende mit 84:63 an die Naglic-Truppe. Die Wiener haben damit am Samstag die Chance auf den „Sweep“ und damit den Einzug ins BSL-Finale.

Ervin Dragsic, Coach UBSC: „Wir haben uns besser präsentiert, aber der Anfang war sehr schwierig. Das erste Viertel haben wir leider verschlafen, aber mit dem dritten Viertel und wie wir dagegengehalten haben, bin ich zufrieden.“

Damani Applewhite, Spieler UBSC: „Wir wussten schon vor dem Spiel, dass Wien ein großartiges Team ist. Sie sind dieses Jahr der Topfavorit auf den Titel. Wir haben aber trotzdem von Anfang bis zum Ende gekämpft, auch wenn wir wussten, dass es hart wird. Wir haben uns Bestes gegeben und werden auch nicht aufgegeben, bis die Serie vorbei ist.“

Aramis Naglic, Coach Vienna: „Im ersten Spiel war der Unterschied so groß, dass es uns heute schwergefallen ist, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Aber wir haben unsere Aufgabe professionell erledigt, schauen wir einmal, was am Samstag passiert.“

Enis Murati, Spieler Vienna: „Ein ziemlich ungefährdeter Sieg von uns heute, ich glaube, dass wir in der ersten Hälfte eine hervorragende Defense gespielt haben.“

Beste Scorer: Varner 23, Applewhite 17, Haynes 9 bzw. Siriscevic 15, Jones 14, Vujosevic und Vrabac je 12.
 

Nr. 1 der Welt ist Österreichs neues 3×3-Mastermind!

Kommendes Wochenende (14./15. Mai) starten Österreichs 3×3-Basketballer in Japan in die neue World-Tour-Saison. Unmittelbar davor verkündet Basketball Austria einen echten Transfercoup: Stefan Stojacic, lange Zeit die Nummer eins der 3×3-Welt, übernimmt die sportliche Verantwortung des rot-weiß-roten 3×3 Programms! Der 33-jährige Serbe soll dabei mit seiner Erfahrung als einer der besten Spieler aller Zeiten das Herren-Nationalteam und die U23-Herren auf das nächste Level heben – und das 3×3 Team Vienna, das während der Off-Season aus Graz in die Hauptstadt wechselte, an die absolute Weltspitze führen. Aktuell noch von der Seitenlinie aus.

Weltmeister, World-Tour-Champion, MVP – Stefan Stojacic hat in seiner 3×3-Karriere alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Fast alles. Der Traum von Olympia-Gold platzte im Vorjahr bereits vor dem Abflug nach Tokio. Trotz anhaltender Knieprobleme kämpfte sich der 194 cm große Guard zurück in den Kader, wenige Tage vor dem Turnier strich Serbien seinen Star aus dem Team. Für Stojacic ein Rückschlag, der schwer zu verdauen war und ihn eigentlich die Schuhe an den Nagel hängen ließ. Basketball Austria witterte seine Chance – und warb erfolgreich um die Coaching-Dienste.

„Ich war am Boden, wollte eigentlich nichts mehr mit Basketball zu tun haben, mich um meine Familie und meine Karriere im technischen Bereich kümmern“, erzählt Stojacic, der einen Master in Technical Engineering hat und in diesem Bereich bereits erfolgreich arbeitete. „Plötzlich kam das Angebot aus Österreich. Coaching stand überhaupt nicht auf meiner Agenda. Aber allein der Gedanke, wieder in Basketball involviert zu sein, brachte mich zum Lächeln. Ich liebe diesen Sport einfach“ So entschied sich der zweifache Vater dafür, den Job anzunehmen – und in Österreich etwas aufzubauen. „Es ist eine neue Herausforderung, ein neues, großartiges Umfeld. Und ich werde mein Bestes geben, um Basketball in Österreich zu entwickeln. Ich denke, ich kann wirklich helfen.“

Präsident Martens: „Es erfüllt uns mit Stolz!“
Davon sind auch die Verantwortlichen im Verband überzeugt. „Dass wir einen der besten 3×3-Spieler aller Zeiten davon überzeugen konnten, die sportliche Verantwortung für unser Programm zu übernehmen, erfüllt uns mit großem Stolz“, sagt Basketball-Austria-Präsident Gerald Martens, der nach den ersten Wochen der Zusammenarbeit mit Stojacic durchwegs Positives zu berichten hat. „Stefan ist ein unglaublich smarter Mensch, von dem unsere Spielerinnen und Spieler auf und abseits des Courts schon in den ersten Wochen sehr viel gelernt haben – und noch sehr viel lernen werden.“ Am Court arbeitet Stojacic auch stark an individuellen Skills und Details – auch mit den Damen, die wie die Herren als Top-Ten-Team für die Weltmeisterschaft im Juli in Belgien qualifiziert sind.

Während seine Rolle bei der WM genauso wie bei der Heim-EM, die von 9. bis 11. September in Graz steigt, als Herren-Teamchef klar ist, könnte sich jene auf der World Tour durchaus noch etwas verändern. „Ich spüre das Kribbeln wieder, meinem Knie geht es immer besser“, sagt Stojacic, der seit Monaten bei Dr. Roman Ostermann und dessen Therapeuten von „Die Praxis“ in Behandlung ist und intensiv mit Jacopo Gaverini, Head of Athletic bei Basketball Austria, arbeitet. An einem Comeback? „Schauen wir einmal“, zwinkert Stojacic. „“Es wäre jedenfalls ein Traum, noch einmal auf dem 3×3-Court stehen zu können.“
 
Presseinfo
Basketball Austria
BSL
B2L

11.05.2022