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Der EC-KAC hält nach sechs absolvierten Saisonspielen bei drei Siegen und ebenso vielen Niederlagen. Am vergangenen Wochenende bezwangen die Klagenfurter die Black Wings Linz mit 5:4 nach Penaltyschießen, mussten sich dann jedoch im ersten Kärntner Derby der neuen Spielzeit auswärts beim EC VSV mit 2:4 geschlagen geben. Die Niederlage in der Draustadt darf durchaus als ärgerlich beschrieben werden, dominierten die Rotjacken doch spätestens ab der Hälfte der Partie das Geschehen, am Ende resultierten aus den massiven Vorteilen in der Offensive (47:26 kontrollierte Zoneneintritte, 48:27 Torschüsse, 32:19 Torschussversuche aus dem Slot) jedoch nur zwei Treffer. Vor eigenem Publikum, wo beide bisherigen ICE-Auftritte 2023/24 positiv gestaltet werden konnten, drängt der EC-KAC nun zurück auf die Erfolgsspur. Die Vienna Capitals haben als einziges Team in der Liga erst fünf Begegnungen bestritten, da das Heimspiel gegen Salzburg am Sonntag aufgrund eines technischen Gebrechens bei der Kühlanlage nach dem ersten Drittel abgebrochen werden musste. In den 20 gespielten Minuten sahen die Wiener gegen den Titelverteidiger allerdings recht wenig Land, die Roten Bullen führten bereits mit 2:0. Davor hat der Hauptstadt-Klub in vier seiner fünf Saisonspiele gepunktet, aus den beiden bislang ausgetragenen Auswärtspartien bei den Graz99ers und den Pioneers Vorarlberg resultierten fünf Zähler. Vor allem die gelb-schwarze Offensive startete durchschlagskräftig in die neue Spielzeit: Im Schnitt 4,00 erzielte Treffer pro Saisonspiel sind aktuell der Bestwert unter allen 13 Teams der win2day ICE Hockey League.

Die einst stolze Geschichte des Wiener Eishockeys – zwischen der erstmaligen Etablierung einer österreichweit ausgespielten Meisterschaft 1946 und dem Jahr 1962 ging die Hälfte der 16 ausgespielten Titel in die Bundeshauptstadt – und seine Bedeutung erodierten im Verlauf der Jahrzehnte kontinuierlich. Von 1992 bis 1994 und in der ersten Saison nach dem Ligacrash (2000/01) spielte kein Klub aus der Bundeshauptstadt mehr in der höchsten Spielklasse. Als Reaktion darauf wurden die Vienna Capitals aus der Taufe gehoben, die ihren Spielbetrieb im Jahr 2001 aufnahmen und seither fixer Bestandteil der nunmehr als win2day ICE Hockey League bekannten Liga sind. Dort haben die Gelb-Schwarzen in mittlerweile mehr als 22 Jahren exakt 1.301 Partien bestritten, längst sind sie als eine der führenden Organisationen im Bewerb etabliert. Zwei Meistertitel – jene von 2005 und 2017 – wanderten nach Wien-Donaustadt, drei weitere Male – 2013, 2015 und zuletzt 2019 – standen die Capitals zudem im Finale.

Der Klub bespielt Zeit seiner Existenz die 1995 eröffnete Albert Schultz-Halle, die nach weitreichenden Umbauarbeiten ab Herbst 2011 ihr heutiges Aussehen erhielt. Seither finden 7.022 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Spielstätte Platz, die ab 2018 Erste Bank Arena hieß und seit 2021 unter dem Namen Steffl Arena firmiert. Dort etablierte der Klub, der im übrigen der einzige in der Liga ist, der seine Heimstätte selbst betriebt, eine auf lange Sicht betrachtet beachtliche Heimstärke, in der vergangenen Saison überwogen auf eigenem Eis zum erst dritten Mal in 22 Spielzeiten die Niederlagen gegenüber den Siegen. In jeder der letzten sechs vollumfänglich ausgespielten EBEL-bzw. ICE-Saisonen standen die Vienna Capitals zumindest im Playoff-Halbfinale, noch beeindruckender liest sich die Regular Season-Bilanz des transdanubischen Klubs: In 16 der letzten 17 Saisonen (ausgenommen 2011/12) beendete Wien den Grunddurchgang auf einem Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Alle Augen des Klagenfurter Eishockeypublikums werden am Dienstag auf den Capitals-Stürmer mit der Rückennummer 89 gerichtet sein: Rok Ticar, der zwischen Januar 2020 und April 2023 insgesamt 180 Bewerbsspiele für den EC-KAC bestritten, dabei 159 Scorerpunkte (54 Tore, 105 Assists) verbucht und wesentlich zum Titelgewinn 2020/21 beigetragen hat, kommt erstmals seit 9. Januar 2011 wieder als Gegner in die Kärntner Landeshauptstadt. Von den zahlreichen Neuzugängen der Capitals im Sommer erscheint aus rot-weiß-roter Sicht Schweden-Rückkehrer Leon Wallner am interessantesten, der 21-jährige, rechtsschießende Stürmer zeigte schon beim Pre-Season-Besuch der Wiener in der Heidi Horten-Arena auf. Einen sehr guten Eindruck hinterließ dort auch Evan Weinger: Der Erstlinienflügel verpasste den Saisonstart und gab sein ICE-Debüt erst am vergangenen Sonntag, trat seither aber in jedem der drei Spiele der Donaustädter als Torschütze in Erscheinung. In der Defensivabteilung sticht die langjährige Salzburg- und Nationalteam-Stammkraft Dominique Heinrich hervor. Der mobile Verteidiger nimmt bei den Capitals eine entscheidende Rolle im Spielaufbau ein, seine sieben Torvorlagen aus den ersten fünf Runden sind Höchstwert unter allen Abwehrspielern in der Liga. Einen starken Start in die neue Saison legte auch Stürmer Lukas Kainz hin, der bereits acht Scorerpunkte gesammelt hat und dessen aktuelles + 8-Rating in der Plus/Minus-Bilanz von keinem anderen ICE-Crack überboten wird.

In ihrer Klubgeschichte trafen die Vienna Capitals in Ligaspielen bislang 154 Mal auf den EC-KAC, die historische Bilanz weist einen Vorsprung von 83 rot-weißen Siegen gegenüber 71 gelb-schwarzen Erfolgen aus. Von den 76 in der Stadthalle bzw. nun Heidi Horten-Arena ausgetragenen Begegnungen ging mit 44 die Mehrheit an die Klagenfurter, die saisonübergreifend in jedem der jüngsten drei Heimspiele gegen Wien fünf Treffer erzielen und in regulärer Spielzeit gewinnen konnten. Auch generell hatten die Capitals in der näher zurückliegenden Vergangenheit häufig Probleme mit den Rotjacken: Aus den letzten 30 Begegnungen – unabhängig vom Austragungsort der Partie – nahmen die Donaustädter nur sechs Mal die vollen drei Punkte mit, vier weitere Male hatten sie nach Verlängerung oder Penaltyschießen das bessere Ende für sich.

Es ist davon auszugehen, dass sich das Lineup des EC-KAC für die Partie am Dienstag gegen Wien gegenüber jenem aus dem Auswärtsspiel in Villach am Sonntag nicht maßgeblich verändern wird. Von den verletzten Akteuren ist Jesper Jensen Aabo einem Comeback am nächsten, er kehrte am Montag in das Eistraining der Mannschaft zurück und hofft auf eine Freigabe der medizinischen Abteilung zum Return in den Spielbetrieb im weiteren Verlauf der Woche. Neben dem Dänen am Dienstag ebenfalls fehlen werden sein Landsmann Sebastian Dahm sowie die Stürmer Luka Gomboc, Raphael Herburger, Fabian Hochegger und Daniel Obersteiner. Der 17-jährige Future Team-Stürmer Oliver Lam, der am Sonntag ein erfreuliches Saisondebüt in der Kampfmannschaft gab, bleibt auch gegen die Capitals im Aufgebot. Neuzugang Christian Engstrand, der am Montag erstmals mit seinen neuen Teamkollegen am Eis stand, bildet gemeinsam mit Florian Vorauer wieder das Torhütergespann.

„Am Dienstag gegen Wien wird es wichtig sein, dass wir uns für unsere Leistung auch einmal belohnen. Aus dem Spiel gegen Villach können wir sehr viel Positives mitnehmen, wir wurden mit Fortdauer der Partie immer besser und wollen diese Entwicklung auch im Heimspiel gegen die Capitals fortsetzen. Es ist bedeutsam, von Beginn an voll da zu sein und den Druck dann über die volle Spielzeit aufrecht zu halten. Wir wissen, dass Wien hart spielen kann und grundsätzlich ein eher geradlinig und schnörkellos agierendes Team ist, das Tempo mitbringt. Daher wird es umso wichtiger sein, dass wir uns von der Strafbank fernhalten und unser eigenes Spiel aufziehen.“(Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)

Presseinfo: KAC

02.10.2023


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