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Christian Ilzer, Trainer des SK Sturm Graz, war zu Gast im Sky Sport Austria Podcast „DAB|Der Audiobeweis“.

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Christian Ilzer (Trainer SK Sturm Graz):

…über den 4:1-Testspielerfolg in der Länderspielpause gegen den FAC: „Es ist wichtig, dass wir auch in der Länderspielpause eine hohe Qualität ins Training bringen. Wir ziehen dann immer Spieler von der zweiten Mannschaft dazu. Wir haben ein sehr gutes Trainingsniveau gehabt. Das hat in einen guten Test gegen den FAC gemündet. Mit dieser letzten Woche war ich von dem her zufrieden.“

…über die aktuelle Tabellenführung: „Klar ist es ein gutes Gefühl, am ersten Platz zu stehen. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre. Trotzdem ist es nur ein Zwischenstand. Die Erntezeit dieser Saison ist im Mai und nicht im Oktober. Es heißt für uns, sich nicht weichklopfen zu lassen durch irgendeinen ergebnistechnischen Zwischenstand, sondern klar und fokussiert zu bleiben auf die Dinge, die wir weiter verbessern wollen.“

…über die Spielausrichtung: „Es geht einfach um das Thema des letzten Drittels. Hierbei waren wir in der letzten Saison klar effektiver. Wir haben in der Offensive wieder sehr gutes Potential. Mit dieser klaren Idee heißt es, im letzten Drittel konkreter zu werden, ohne dass wir diese Effizienz verlieren. Dann sind wir glaube ich auf einem guten Weg.“

…über Alexander Prass und sein Einsatz als Linker Verteidiger im ÖFB-Spiel gegen Aserbaidschan: „Wir haben es auch schon einmal diskutiert mit Ralf Rangnick. Er war bei uns in Spielen, wo wir in Rückstand waren, immer wieder einmal auf der Linksverteidigerposition. Fakt ist, dass wir mit Schnegg und Dante einfach zwei sehr gute Spieler auf dieser Position haben. Alex ist im Mittelfeld bei uns ein absoluter Schlüsselspieler und deshalb sind wir so positioniert, dass seine absolute Topposition in unserem Spiel die Achterposition ist.“

…über das ÖFB-Team und die geschaffte EM-Qualifikation: „Es ist richtig großartig, dass wir uns jetzt zu diesem Zeitpunkt schon qualifiziert haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Sie haben es richtig toll gemacht.“

…über ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick: „Die klare Idee und seine Handschrift ist bekannt. Für mich ist wichtig zu sehen, dass die Spieler das richtig annehmen und seine Idee auf dem Platz verkörpern. Die Stimme des Trainers wird irgendwann die Stimme der Spieler. Er traut sich unheimlich viel zu. Es ist einfach ein super Zugang. Ich traue der österreichischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Deutschland eine Überraschung zu.“

…über die Teamspieler beim SK Sturm Graz: „Wir haben an die 15 Teamspieler aktuell. Es ist natürlich als Vereinstrainer immer eine schwierige Phase. Das Nationalteam ist schon auch immer eine Insel. Die Spieler kommen dann zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichen Erfolgserlebnissen zurück. Trotzdem freut es mich sehr, dass die Jungs bei ihren Nationalteams einen guten Platz einnehmen können.“

…über den kommenden Gegner TSV Hartberg in der ADMIRA Bundesliga: „Wie sie sich in dieser Saison präsentieren, ist wirklich beeindruckend. Hinter Salzburg und uns ist Hartberg in der Jahrestabelle dritter Platz. In den letzten fünf Runden ist Hartberg erster Platz. Es ist keine Aufgabe, die man so nebenbei erledigt, wenn es darum geht, Hartberg zu entschlüsseln. Wir haben erst morgen wieder die gesamte Mannschaft da. Wir haben jetzt einen guten Tag Zeit, um uns auf das sehr flexible Spielkonstrukt von Hartberg vorzubereiten. Das werden wir auch machen. Grundsätzlich schauen wir vorwiegend, dass wir unser Spiel mit einer sehr guten Energie und Zuversicht auf den Platz bekommen. Großes Kompliment an die Arbeit von Markus Schopp und Hartberg.“

…über junge Eigenbauspieler bei Sturm Graz: „Es ist immer das Niveau, was wir auf den Platz bringen, die Messlatte und die liegt im Moment eben sehr hoch. Wir haben eine zweite Mannschaft und das ist der ideale Übergang von der Akademie. Wenn ich in der zweiten Mannschaft aufzeige, kann ich es schaffen, mich in den Trainingskader der ersten Mannschaft zu spielen. Dort kommt es dann auf die Leistung an. Es gibt mehrere Wege, aber am Ende ist es einfach ein Leistungsprinzip. Wir haben ein sehr hohes Niveau, aber es soll ja so sein, dass man sich nach der Decke streckt. Wir bieten schon auch mit der zweiten Mannschaft und dem Trainingslevel ein sehr gutes Gesamtpaket für einen jungen Spieler an. Manchmal ist es halt auch so, dass man einen Umweg gehen muss. Diese Resilienz und Widerstandskraft will ich auch von einem jungen Spieler sehen. Das habe ich auf beeindruckendste Weise von Rasmus Hojlund gesehen beispielsweise. Das Limit setzt sich jeder Spieler nur selbst.“

…über die Sturm Graz-Gruppe in der Europa League: „Fakt ist, dass wir es endlich geschafft haben, ein Auswärtsspiel in der Gruppenphase zu gewinnen. Es hat uns in eine viel bessere Situation gebracht. Es ist aber so, dass Sporting und Atalanta die haushohen Favoriten sind. Wir wollen auch gegen diese Gegner mit starken Leistungen dafür sorgen, dass wir punkten. Hierfür ist aber ein Hochleistungsauftritt nötig. Gemeinsam mit unserem Fans haben wir aber schon oft gezeigt, dass wir zu Hause zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sind.“

…über Atalanta Bergamo, den kommenden Gegner der Grazer in der Europa League: „Es ist beeindruckend, wie intensiv sie ihr Pressing gespielt haben in der Europa League. In der Serie A habe ich sie auch abwartender gesehen. Da haben sie versucht, mit schnellem Umschaltspiel die Räume mit ihren schnellen Spitzen auszunutzen.“

…über seine Spielphilosophie: „Ich versuche die einzelnen Phasen für mich zu strukturieren. Am Ende dieser Phasen denke ich mir, was ich für eine Grundordnung formulieren könnte für die Medien. Dann nehme ich halt oft die Raute. Ich denke mir die Phasen durch und finde für jede Phase die passende Struktur. Der Übergang aus der Phase darf dann natürlich nicht zu kompliziert sein. Man muss sich überlegen, wie der bestmögliche, einfach gehaltene Übergang in die nächste Phase ist. Das ist meine Herangehensweise.“

…über Trainerkollegen, den Austausch und deren Spielphilosophie: „Es gibt immer wieder sehr spannende Ansätze und auch sehr spannende Typen als Trainer. Klopp, Mourinho und Guardiola sind die Klassiker. Ich habe mich auch lange mit Peter Bosz unterhalten. Seine Idee von Fußball ist unglaublich offensiv gedacht. Dieser Austausch ist für mich sehr spannend. Wenn man viele Jahre in seiner Idee eingräbt, muss man sich auch immer wieder nach außen öffnen, weil es sehr viele Möglichkeiten gibt.“

…über die Kaderzusammenstellung und Kaderstruktur beim SK Sturm: „Zum ersten ist es einmal egal, woher sie kommen. Sie müssen gute Charaktere sein, zu uns passen und einfach eine Qualität mitbringen. Das tun sie alle. Der Kader ist groß, aber wir brauchen diesen großen Kader auch. Sonst kann man es einfach nicht auf diesem Level bewältigen. Es ist so, dass wir einfach das Potential, was da ist, in der richtigen Mischung zu einem Team formen müssen. Da haben wir sicher noch nicht das komplette Potential ausgeschöpft, was in unserer Truppe steckt. Das ist die Aufgabe von uns Trainern, die Spieler bestmöglich zu entwickeln und dann auch in der richtigen Mischung für die jeweilige Aufgabe auf den Platz zu bringen und dabei auch ein Team zu bleiben, das einfach eine enorme Zugrichtung hat.“

…über das Rennen in der Meisterschaft: „Man sollte niemals die anderen Mannschaften vergessen, auch wenn Salzburg die Übermacht ist. Es ist einfach eine hohe Dichte an Mannschaften da, gegen die du Punkte liegen lassen kannst. Es gilt aus unseren Möglichkeiten das Bestmögliche rauszuholen. Das muss unser Fokus bleiben. Wir dürfen uns nicht zu sehr von einer Tabelle treiben lassen. Es sollte unter der Woche im Training so sein, dass wir uns so fordern, dass das Spiel am Wochenende die leichteste Hürde ist. Wenn es am Ende so ist, dass wir ganz oben stehen können oder bis zum Schluss an Salzburg dranbleiben können, dann ist es eine großartige Leistung. Salzburg ist in Österreich das Level, das es zu schlagen gilt. Salzburg soll das bestmögliche Level anschlagen, denn in der Orientierung dorthin können wir uns maximal entwickeln. Ich habe auch genügend Respekt vor den anderen Teams, die auch sehr gute Arbeit leisten und sich ständig versuchen, weiterzuentwickeln.“

Alfred Tatar (Sky Experte)
…über die Leistungen des SK Sturm Graz in dieser Saison: „Zum einen hat Sturm das Niveau vom vorherigen Jahr gehalten plus noch weiterverbessert. Wichtige Spieler sind jetzt wieder in einer super Verfassung. Sie sorgen auch in der Meisterschaft für Furore und können Spiele entscheiden. Zum anderen hat man in der Verteidigung wie auch in den letzten Saisonen gezeigt, dass man sich auf die Defensivarbeit verlassen. Dazu ist mir noch aufgefallen, dass Sturm aus sehr wenig sehr viel macht. Es heißt also, dass sie mit geringen Torwahrscheinlichkeiten trotzdem sehr schnell für Tore sorgen. Es ist insgesamt ein sehr rundes Paket. Das Einzige, was es zu bekritteln gebe ist, dass man aus dem Spiel heraus das Herausarbeiten und Finalisieren von Torchancen noch Verbesserungspotential hat. Insgesamt ist es eine hervorragende Saison, die Sturm bisher spielt.“

…über die geschaffte EM-Qualifikation: „Es ist keine Kritik angebracht. Es geht in diesem Zusammenhang um die Qualifikation. Wie die zustande kommt, ist nebensächlich. Interessant wird es jetzt erst bei der Europameisterschaft selbst. Dort wird der Kader wieder so aufgestellt sein, dass auch die Topleute wieder dabei sein werden und Cheftrainer Ralf Rangnick wieder aus dem Vollen schöpfen können wird.“

…über den kommenden Gegner TSV Hartberg: „Es ist aus meiner Sicht dort zu entscheiden, wo man immer von den Basics spricht, nämlich den physischen Zweikampf. Hierbei sehe ich natürlich Vorteile bei Sturm. Zum zweiten ist das Spiel von Hartberg mit ihrem kontinuierlichen Aufbau immer eine Möglichkeit, dass sie den Ball abfangen und einen Konter lasieren. Diese beiden unterschiedlichen Zugänge werden auf den beiden Ebenen entschieden werden, nämlich wie stark Sturm am Samstag körperlich ist und wie oft sie den Spielaufbau der Hartberger mit den nötigen taktischen Maßnahmen so in den Griff bekommen, dass sie sofort daraus kontern können. Für mich ist Sturm ganz klarer Favorit und ich prophezeie ihnen einen Sieg.“

…über mögliche Einsatzzeiten der jungen Eigenbauspieler bei den Grazern: „Sie müssen sich ihre Chance erarbeiten und gegen gestandene Spieler zeigen, dass sie diese ersetzen können. Es ist das Leistungsprinzip das Entscheidende. Es zählt nicht jung oder alt, sondern bist du gut oder nicht gut genug.“

…über Atalanta Bergamo: „Sie haben eine Art von Kaderkontinuität. Es ist nie so ein großer Zufluss oder Abfluss von Spielern in einer Transferperiode. Im Großen und Ganzen bleibt der Stamm relativ stabil und gleich. Vom Tormann weg hast du immer wieder eine stabile Formation, die eingespielt ist. Im heurigen Jahr hat man mit De Ketelaere einen Klassemann dazu geholt. Insgesamt haben sie ein sehr schnelles 442-System gespielt mit viel Dynamik nach vorne. Worauf man sich einstellen kann, ist, dass sie im Umschaltspiel immer mit viel Sprintvermögen nach vorne spielen werden. Daran ist der Hebel anzusetzen. Größere Probleme haben sie dann, wenn sie gezwungen werden, das Spiel zu machen. Es wird ein interessantes Spiel.“

DAB|Der Audiobeweis ist der Fußball- und Sport-Podcast von Sky Sport Austria. Hier diskutiert Kommentator Otto Rosenauer mit Moderator Martin Konrad, Sky Experten und Gästen über die ADMIRAL Bundesliga, das ÖFB Team, Österreichs Legionäre und internationalen Fußball, wie die Deutsche Bundesliga, die Premier League, die UEFA Europa League sowie die UEFA Champions League.

Die neueste Folge ist ab sofort frei empfangbar auf sksportaustria.at/podcasts/dab-der-audiobeweis/ sowie auf den gängigen Plattformen Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, FYEO und Deezer abrufbar.

Über Sky Österreich

18.10.2023


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