
Ein US-Bundesgericht im Bundesstaat Ohio hat eine von Ex-Footballstar Terrelle Pryor angeführte Klage gegen die NCAA abgewiesen. Die Klage, die Entschädigungszahlungen für Tausende frühere Sportler der Ohio State University forderte, wurde laut Richterin Sarah Morrison zu spät eingebracht.
Pryor, der zwischen 2008 und 2010 Quarterback bei Ohio State war, hatte im Oktober 2024 eine Sammelklage gegen die NCAA, die Universität, die Big Ten Conference sowie weitere Beteiligte eingereicht. Er warf ihnen vor, gegen das US-Kartellrecht verstoßen zu haben, indem sie Sportler daran hinderten, kommerziell von ihrem Namen und den Bildrechten (NIL) zu profitieren.
Laut Morrison sei Pryor jedoch schon lange vor Ablauf der gesetzlichen Verjährungsfrist von vier Jahren über die entscheidenden Fakten informiert gewesen. Deshalb habe seine Klage keine rechtliche Grundlage mehr. „Mr. Pryor wusste über die maßgeblichen Umstände seiner Klage lange vor Ablauf der Frist Bescheid“, schrieb die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.
Die NCAA begrüßte die Entscheidung des Gerichts in einer Stellungnahme und äußerte die Hoffnung, dass auch weitere ähnlich gelagerte Verfahren in Zukunft mit demselben Ergebnis enden werden.
Pryors Anwälte sowie die Ohio State University äußerten sich zunächst nicht zu dem Urteil.
NIL-Vermarktung rückwirkend umstritten
Pryor hatte argumentiert, dass die NCAA und andere Institutionen weiterhin Geld mit seinem Namen und Bild verdienten, etwa durch Wiederholungen alter Spiele oder Videoinhalte, ohne ihn dafür zu entschädigen.
Der Fall steht exemplarisch für eine wachsende Zahl ähnlicher Klagen: Auch Reggie Bush, früherer Star-Runningback der University of Southern California (USC), klagt gegen die NCAA, die Pac-12 Conference und seine Alma Mater. Ebenso haben mehrere ehemalige Spieler der University of Michigan Klagen gegen die NCAA und die Big Ten eingereicht.
In dem Verfahren urteilte Richterin Morrison zudem, dass Ohio State als staatliche Institution und somit Teil des Bundesstaates Ohio rechtlich immun sei und deshalb nicht verklagt werden könne.
NCAA erlaubt erstmals direkte Zahlungen
Die Entscheidung fällt in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen im US-College-Sport: Die NCAA hat in diesem Jahr im Rahmen eines historischen Vergleichs neue Regeln zur direkten Bezahlung von College-Athleten eingeführt. Künftig dürfen Universitäten Sportler direkt für die kommerzielle Nutzung ihrer Persönlichkeitsrechte entlohnen.
Im Rahmen des Vergleichs verpflichtet sich die NCAA außerdem zur Zahlung von 2,8 Milliarden US-Dollar an aktuelle und ehemalige Athleten – rückwirkend bis zum Jahr 2016.
TE
20.07.2025