Die Reise des U17-Nationalteams bei der FIFA U17-Weltmeisteschaft in Katar geht weiter! Die ÖFB-Auswahl behält beim Start in die K.o.-Phase mit einem 2:0 gegen Tunesien die Oberhand und bejubelt damit den Aufstieg in das Achtelfinale. Dort wartet am Dienstag, 18. November nun England. Johannes Moser per Elfmeter und ein Eigentor sorgen für die Treffer auf Platz 5 der Aspire Academy in Doha.
In der Gruppenphase konnte sich Österreich bereits 1:0 gegen Saudi-Arabien, 3:0 gegen Mali und 4:1 gegen Neuseeland durchsetzen, womit man mit neun Punkten und einem Torverhältnis von 8:1 als zweitbester Erster des gesamten Feldes ein Zeichen setzte.
Im Sechzehntelfinale gegen Tunesien führt Jakob Pokorny das Team einmal mehr als Kapitän auf das Feld. Weiters stehen Daniel Posch, Rafael Feldinger, Ifeanyi Ndukwe, Florian Hofmann, Luca Weinhandl, Vasilije Markovic, Hasan Deshishku, Jakob Werner, Johannes Moser und Dominik Dobis in der Startelf.
Die ÖFB-Auswahl bringt gleich zu Beginn viel Energie auf den Platz, lässt sich von den lautstark vertretenen Fans der Tunesier kaum beeindrucken. Nach Ballverlusten sind die in rot spielenden Österreicher schnell am Mann und schalten in die Offensive. Im letzten Drittel gibt es vorerst aber kein Durchkommen.
So findet auch eine Flanke von Hasan Deshishku in der 11. Minute keinen Abnehmer. Die Tunesier bekommen in der Offensive die ein oder andere Standardsituation zugesprochen, können daraus aber kein Kapital schlagen.
Bei Österreich setzt sich Johannes Moser auf der linken Seite gut durch, bedient Hasan Deshishku, doch der bringt das Spielgerät in aussichtsreicher Position nicht unter Kontrolle (16.). Die ganz großen Chancen lassen weiter auf sich warten.
Dominik Dobis verfehlt das Ziel mit einem Versuch von der Strafraumgrenze relativ deutlich (22.). Auch ein Freistoß von Johannes Moser geht klar über das Tor (27.).
In der 30. Minute kommt dann der Gegner zur ersten richtig guten Gelegenheit. Yessine Ben Mahmoud zieht aus zentraler Position im Strafraum flach ab, aber Daniel Posch ist unten und hält mit einem starken Reflex.
Auf der Gegenseite bringt Luca Weinhandl nicht genug Druck hinter seinen Kopfball (39.). Kurz darauf die erste Topchance für Österreich. Dominik Dobis läuft alleine auf Slim Bouaskar zu, doch der Keeper kann den Ball neben das Tor abwehren (40). Johannes Moser schießt vom Sechzehner haarscharf vorbei (41.). Die Stadler-Elf agiert jetzt wieder druckvoll, muss aber torlos in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel gestaltet sich die Partie zunächst etwas zerfahrener. Die erste Abschlussmöglichkeit gehört den Tunesiern. Edem Ghalleb schießt an der rechten Ecke vorbei (51.).
Im gegenüberliegenden Sechzehner schlägt Dominik Dobis einen schnellen Haken, doch sein Abschluss wird im letzten Moment geblockt (55.). Hasan Deshishku verfehlt nach einem Zuspiel von Johannes Moser um einige Meter (64.).
Beide Teams liefern sich weiter ein spannendes Sechzehntelfinale, kommen immer wieder zu Halbchancen. In der 77. Minute wird Österreich dann richtig gefährlich, aber Torwart Slim Bouaskar kann sich gegen Filip Aleksic, der aus kurzer Distanz abzieht, gleich zweimal auszeichnen.
Kurz darauf wird Vasilije Markovic im Strafraum vom Keeper gelegt – es gibt Elfmeter für Österreich! Johannes Moser tritt an, bleibt cool und chippt den Ball mittig zum 1:0 ins Tor (84.). Es ist sein drittes Tor vom Punkt bei der laufenden WM.
Nur knapp eine Minute später darf das 2:0 bejubelt werden. Dominik Dobis spielt ideal in die Tiefe, Johannes Moser schließt ab und Mazen Slama Essefi fälscht den Ball in das eigene Tor ab (85.). Ali Jaber holt sich bei Tunesien noch Gelb-Rot ab, am 2:0-Endstand und am Aufstieg ändert das nichts mehr (92.).
Im Achtelfinale geht es für die ÖFB-Auswahl nun am Dienstag, 18. November gegen England, das den Aufstieg mit einem 2:0 gegen Südkorea schaffte.
Stimmen zum Spiel:
Teamchef Hermann Stadler: „Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Die Jungs haben bis zum Schluss alles gegeben. Das ist großartig. Wir haben jetzt in vier Spielen, nur ein Gegentor bekommen. Das zeigt die große Qualität in unserer Defensive – aber Verteidigen beginnt ganz vorne. Je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr ist unsere Physis zur Geltung gekommen, desto aktiver und dominanter wurden wir. Und als dann das 1:0 gefallen ist, konnten wir gleich nachlegen. Das war großartig. Nach dem Doppelschlag war das Spiel erledigt.“
Torschütze Johannes Moser: „Es war sehr schwierig. Wir hatten am Anfang Probleme, aber dann haben wir uns gesteigert, miteinander verteidigt, miteinander gekämpft. Wir haben unseren Plan so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben den Gegner gut analysiert und ihre Schwächen eiskalt ausgenutzt. Deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen.“
Offensivspieler Hasan Deshishku: „Wir haben uns am Anfang ein bisschen schwergetan, aber eigentlich viele Chancen gehabt. Wir haben sie nur nicht gut genutzt. In der zweiten Halbzeit sind wir dann sehr gut aus der Kabine gekommen. Wir hatten viele Möglichkeiten, aber der Torwart von Tunesien war richtig gut, hat viel gehalten. Wichtig war, ruhig zu bleiben und uns nicht frustrieren zu lassen trotz der vielen vergebenen Chancen. Wir machen immer weiter, auch wenn der Ball lange nicht reingeht. Irgendwann muss er rein – wie heute. Und selbst wenn wir mal hinten liegen, geben wir weiter Gas. Deshalb haben wir das Spiel gewonnen.“
FIFA U17 Fußball-Weltmeisterschaft | Sechzehntelfinale
Österreich vs. Tunesien 2:0 (0:0)
Tore: Moser (84./Elfmeter), Mazen Slama Essefi (85./Eigentor)
Österreich: Daniel Posch – Rafael Feldinger, Jakob Pokorny, Ifeanyi Ndukwe, Florian Hofmann – Luca Weinhandl (63./Filip Aleksic), Vasilije Markovic – Hasan Deshishku (93./Daniel Frauscher), Jakob Werner (77./Nicolas Jozepovic), Johannes Moser – Dominik Dobis (83./Loris Husic)
Medieninfo ÖFB
15.11.2025