ÖHB-Nationalteam verliert Abwehrschlacht gegen Deutschland
ÖHB-Nationalteam verliert Abwehrschlacht gegen Deutschland

© Sportreport

Mit einer grandiosen Deckungsleistung brachte die ÖHB-Auswahl Gruppenfavorit Deutschland zum Auftakt der EHF EURO 2026, wie schon in der jüngeren Vergangenheit, ins Schwitzen.

Auch wenn unsere Nachbarn Fehler eiskalt bestraften und sich so zwischenzeitlich mit fünf Toren absetzen konnten, so kämpfte man sich doch ein ums andere Mal zurück ins Spiel. Am Ende machten Kleinigkeiten den Unterschied zugunsten Deutschlands aus. Am Samstag wartet auf Österreich mit der Partie gegen den zweifachen Welt- und Europameister Spanien ein wahres Endspiel, 18:00 Uhr live auf ORF 1.

Intensität, Kampfgeist, Wille und Herz warfen Mykola Bilyk & Co. gegen Deutschland ins Spiel. Die gesamten 60 Spielminuten waren auf beiden Seiten von den Deckungsreihen geprägt. Nach dem 1:4-Rückstand nach zehn Minuten, eroberte die aggressive heimische Deckung einige Bälle. Aus dem Konter heraus sorgte Sebastian Frimmel in der 18. Minute für den verdienten 6:6-Ausgleich.

Kurz darauf nutzte die DHB-Mannschaft technische Fehler des Gegners geschickt aus, setzte sich auf 11:7 ab und führte zur Pause 12:8. Doch ein wahres Mittel fand Deutschland gegen die perfekt eingestellte Deckung von Iker Romero nicht. Kurz nach Seitenwechsel war Österreich mit dem 11:13 durch Jakob Nigg wieder auf Tuchfühlung.

Doch auch die Deckung Deutschlands war auf das rotweißrote Angriffsspiel gut eingestellt, eroberte zweimal den Ball und sorgte so dafür, dass man sich wieder einen Polster von fünf Toren erspielte. Diesen hielten unsere Nachbarn zunächst, doch in der heißesten Phase des Spiels, knapp fünf Minuten vor Spielende, meldete sich Österreich wieder zurück.

Zwei Treffer von Lukas Hutecek sowie ein weiterer von Jakob Nigg brachten das Team auf 24:26 heran. Alles war nun wieder möglich, doch der Kampf sollte am Ende nicht belohnt werden. Deutschland setzte sich 30:27 durch, auf Österreich wartet nun am Samstag gegen Spanien ein wahres Endspiel. Besiegt man das Heimatland von Teamchef Iker Romero, ist man im Rennen um Platz 2 und den damit verbunden Aufstieg in die Hauptrunde.

Teamchef Iker Romero: „Ich bin stolz wie die Mannschaft gearbeitet hat heute. Der Wille, alles war da. Sie haben 60 Minuten gekäpft und daran geglaubt. Wir haben richtig gut gedeckt, hatten ein gutes Tempo und waren in jeder Situation fokussiert. Wenn du gegen Top-Mannschaften wie gegen Deutschland gewinnen willst, muss alles klappen und du brauchst ein wenig Glück. Deutschland war in gewissen Situationen einen Tick besser als wir. Wir können uns immer weiterentwickeln und das werden wir auch. Ich froh, dass die Jungs jetzt enttäuscht sind, denn das ist der Weg, um sich weiterzuentwickeln. In zwei Tagen haben wir jetzt ein erstes Finale.“

Tobias Wagner: „Wir waren leider in entscheidenden Momenten nicht kaltschnäuzig genug. Das war ein bisschen ein Problem. Mit meiner eigenen Leistung bin ich nicht zufrieden, aber ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie wir heute über 60 Minuten gekämpft haben. Das war beeindruckend und es hat Riesenspaß gemacht. Wir spielen über 60 Minuten eine überragende Abwehr. Das war phänomenal. Das wäre der Schlüssel zum Sieg gewesen. Die Abwehrreihen haben heute definitiv dominiert. Wir brauchen uns jetzt offiziell vor niemandem verstecken. Jetzt müssen wir am Samstag gewinnen. Da gibt´s kein Wenn und Aber und das ist unser Ziel. Jetzt dürfen wir noch zwei Stunden traurig sein, aber dann muss der Blick nach vorne gehen. In weniger als 48 Stunden spielen wir unser wirkliches Finale gegen Spanien.“

17th Men´s EHF EURO 2026

15. Jänner – 01. Februar 2026
Ausrichter: Dänemark, Norwegen, Schweden
Titelverteidiger: Frankreich

Website, Spielplan & Ticketinghttps://ehfeuro.eurohandball.com/men/2026/

Vorrunden-Spielplan

Deutschland vs. Österreich 30:27 (12:8)
Do., 15. Jänner 2026, 20:30 Uhr, Herning (DEN)

Österreich: Sebastian Frimmel (9/11), Jakob Nigg (7/9), Lukas Hutecek (6/10), Tobias Wagner (2/3), Janko Bozovic (1/2), Mykola Bilyk (1/6), Elias Kofler (1/1), Markus Mahr, Emanuel Petrusic, Nils Moser, Nemanja Belos, Lukas Herburger, Boris Zivkovic, Eric Damböck, Constantin Möstl (22,2% gehaltene Bälle – 6/27), Leon Bergmann (22,2% gehaltene Bälle – 2/9)

Match Report

Österreich vs. Spanien
Sa., 17. Jänner 2026, 18:00 Uhr, Herning (DEN), live auf ORF 1

Österreich vs. Serbien
Mo., 19. Jänner 2026, 18:00 Uhr, Herning (DEN), live auf ORF 1

Vorrundengruppen

Gruppe A, Herning (DEN): Deutschland, Spanien, Österreich, Serbien
Gruppe B, Herning (DEN): Dänemark, Portugal, Nordmazedonien, Rumänien
Gruppe C, Oslo (NOR): Frankreich, Norwegen, Tschechien, Ukraine
Gruppe D, Oslo (NOR): Slowenien, Färöer, Montenegro, Schweiz
Gruppe E, Malmö (SWE): Schweden, Kroatien, Niederlande, Georgien
Gruppe F, Kristianstad (SWE): Ungarn, Island, Polen, Italien
 


 

Michael Miskovez fällt für EURO aus – Emanuel Petrusic nachnominiert

Die im Spiel gegen Slowenien erlittene Rippenverletzung in der Vorbereitung auf die EHF EURO 2026 bei Michael Miskovez wurde kurz vor dem Auftaktspiel gegen Deutschland, 20:30 Uhr live auf ORF 1, nochmals akut. Ein Einsatz des Tirolers ist vorläufig nicht möglich. Für ihn wurde Emanuel Petrusic nachnominiert, der in Kürze zur Mannschaft stößt.

Nach etwa zwölf Minuten verließ Michael Miskovez im Spiel gegen Slowenien beim Vier-Nationen-Turnier in Paris (FRA) vergangenen Sonntag mit schmerzverzerrtem Gesicht das Feld. Nach eingehenden Untersuchungen und einem Fitnesstest hat zunächst noch alles darauf hingewiesen, dass der 28-Jährige für die EHF EURO 2026 einsatzfähig ist.

Im Abschlusstraining stellte sich dann aber unter Vollbelastung heraus, dass ein Einsatz in der EURO-Vorrunde nicht möglich sein wird.

Für ihn wurde sein Teamkollege bei Sparkasse Schwaz Handball Tirol, Emanuel Petrusic, nachnominiert, der am Donnerstagnachmittag zur Mannschaft stößt und im Spiel gegen Deutschland sein Debüt bei einem Großereignis geben wird.

Sportdirektor Patrick Fölser: „Nach dem gestrigen Abschlusstraining hat sich die im Spiel gegen Slowenien erlittene Verletzung als schwerwiegender herausgestellt als zuvor angenommen. Deswegen hat das Betreuerteam entschieden, Emanuel Petrusic zu aktivieren und noch am heutigen Tag nach Dänemark reisen zu lassen. Persönlich wie sportlich tut es uns für Mischa unendlich leid, dass er dieses Spiel verpasst. Er ist ein wichtiger Faktor in unserer Deckung, doch wir werden alles daran setzen, das als Mannschaft zu kompensieren.“
 
Presseinfo
Handball Austria/ÖHB
HLA MEISTERLIGA
HLA CHALLENGE
WHA MEISTERLIGA
WHA CHALLENGE

15.01.2026