‚Offensiv-Schlacht’ in Kagran: Capitals besiegen SAPA Fehervar nach Penaltyschießen!

Ausgerechnet gegen das Überraschungsteam der Liga, SAPA Fehervar, kehren die Vienna Capitals auf die Siegerstraße zurück. Beim 6:5-Heimsieg nach Penaltyschießen bekamen die Zuschauer spektakuläres Offensiveishockey zu sehen. Die Schwächen in der Verteidigung dürfte den beiden Trainern jedoch Grund zur Sorge geben.
Vier Tore im ersten Drittel
Die Capitals hatten zu Beginn die besseren Spielanteile. SAPA Fehervar wirkte geistig und körperlich abwesen. Nach rund zwei Minuten der völligen Passivität entschlossen sich die Gäste auch „am Spiel teilzunehmen“ und wurden dafür auch belohnt. Sofron nutzte in der vierten Minute einen Stellungsfehler in der Hintermannschaft der Wiener aus. Sein harter Schuss landete genau im Kreuzeck – unhaltbar für Goalie Divis (4.).
In der Folge hatten die Wiener die marginal besseren Spielanteile. Torchancen waren aber Mangelware. Eine Überzahlsituation sollte am Ende für den Ausgleich der Gastgeber verantwortlich zeichnen. Neuzugang Robinson mit idealem Querpass zu Rodman und der mit traumhaftem Direktspiel zu Gunnarsson. Der Schwede hatte keine Probleme die Scheibe aus kurzer Distanz einzuschieben. Der Reigen der Überzahltore sollte in der 17. Minute weitergehen. Fehervar-Stürmer Vas hatte im Powerplay an der blauen Linie allen Platz der Eishockey-Welt. Sein platzierter, harter Schuss landete – unhaltbar für Goalie Divis im Kreuzeck. In der Schlussminute des ersten Drittels schloss Torjäger Fortier ein Solo aus dem Mitteldrittel zum erneuten Ausgleich für die Wiener ab. Mit 2:2 verabschiedeten sich die Teams in die erste Drittelpause
Fehervar führt – Wien auch – Unentschieden nach 40 Minuten
Im zweiten Drittel änderte sich wenig am Spielverlauf. Die Capitals hatten mehr vom Spiel schwächten sich durch dumme Fehler in der Verteidigung selbst. In der 28. Minute gingen die Ungarn durch den nächsten Fehler in Führung – Torschütze: Sikorcin. Er nutzt eine zwei gegen eins Situation zur erneuten Führung der Ungarn.
Die Wiener wirkten einige Minuten deutlich angeschlagen. Eine Überzahlsituation sollte für den erneuten Ausgleich sorgen. Harald Ofner fälschte einen Lupaschuk-Hammer in der 33. Minute ab. 45 Sekunden später die erstmalige Führung für die Capitals. Nach idealem Zuspiel des (sehr starken Neuzugangs) Robinson erzielte Filip Gunnarsson den Treffer zum 4:3. Doch aus einer Führung nach 2. Dritteln war den Wienern nicht vergönnt. 32 Sekunden vor dem Ende des Mittelabschnitts traf Ryan (vorbei an vier Verteidigern der Gastgeber!) zum Ausgleich für die Gastgeber.
Beide Teams treffen – Unentschieden nach 60 Minuten
Im letzten Abschnitt änderte sich wenig am Spielgeschehen. Die Capitals hatten mehr vom Spiel – beide Teams agierten in der Defensive – freundlich ausgedrückt – nachlässig. Für den nächsten Treffer benötigten die Wiener eine Energieleistung von Daniel Nageler. Er erkämpfte sich im Mitteldrittel die Scheibe und zog unmittelbar nach der blauen Linie aus spitzem Winkel ab. Sein harter Schlagschuss landete unhaltbar im langen Eck (46.).
Die Gäste aus Ungarn zeigten sich davon nur wenig beeindruckt und nutzten den nächsten Verteidigungsfehler der Wiener aus. Ladanyi erzielte in der 47. Minute den verdienten Ausgleich.
In der Folge hatten beide Teams einige tolle Tormöglichkeiten. Unvermögen im Abschluss, Aluminium oder zwei ausgezeichnete Torhüter verhinderten weitere Treffer. Daher erhielten die 3.950 Zuschauer für ihr Eintrittsgeld noch einen ‚Nachschlag’.
Turbulente Verlängerung – Capitals gewinnen im Penaltyschießen
In der Overtime gerieten die Gäste aus Ungarn in eine zweiminütige Unterzahlphase. Diese überstanden sie mit sehr viel Glück. Einige Male blieb die Scheibe einschussbereit vor dem Tor der Gäste liegen. Kein Capitals-Spieler konnte die Möglichkeit jedoch auszunutzen.
In der Folge hatten auch die Capitals Glück. Ein Alutreffer verwehrte SAPA Fehervar den möglichen Sieg. So kam es wie es kommen musste – das Penaltyschießen musste über den Sieg entschieden. Bei den Wienern trafen Gunnarsson und Pinter während bei den Gästen Johansson.
Am Ende steht ein verdienter Sieg für die Capitals. Aufgrund der phasenweise äußerst dürftigen Verteidigungsleistung machen sich die Wiener das sportliche Leben sehr schwer. Für die Zuseher war das Spiel jedoch äußerst unterhaltsam.
Tommy Samuelsson (Vienna Capitals): Das Spiel hat mir einige graue Haare beschert. Meine Mannschaft hat viel Charakter gezeigt und ist immer zurückgekommen. Daher ist der Sieg auch verdient. Auf diese Leistung können wir aufbauen. Jetzt fällt einiger Druck von unseren Schultern.
Francois Fortier (Vienna Capitals): Das war ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben kein perfektes Spiel gezeigt haben uns aber auch nicht durch die Rückschläge aus dem Konzept bringen lassen. Die beiden Punkte nehmen großen Druck von unseren Schultern.
Kevin Primeau (SAPA Fehervar): Natürlich ist am enttäuscht wenn man nicht gewinnt. Aber so ist der Sport. Wir sind eine offensiv ausgerichtete Mannschaft und haben hier unsere Visitenkarte abgegeben. Die Vienna Capitals sind eine großartige Mannschaft. Ein Punkt ist auch nicht schlecht. Ärgerlich ist aber wie gesagt jede Niederlage.
Vienna Capitals vs. SAPA Fehervar 6:5 n.P. (2:2, 2:2, 1:1; 0:0, 1:0)
Wien, Eissportzentrum Wien, 3.950 Zuschauer, SR Bogen/Potocan
Tore: Gunnarsson (14./PP, 34.), Fortier (20./PP), Ofner (33./PP), Nageler (46.), Pinter (entscheidender Penalty) bzw. Sofron (4.), Vas (17./PP), Sikorcin (28.), Ryan (40.), Ladanyi (47.)
Strafminuten: 10 plus 10 Minuten-Disziplinarstrafe Gratton bzw. 12
Thomas Muck/Andreas Urban
09.10.2011