Vor zwei Wochen stand Linesman David Nothegger gemeinsam mit seinem Schiedsrichter-Kollegen Kristijan Nikolic beim Finale des paralympischen Sledge-Eishockey-Turniers in Südkorea am Eis. Nach zwei Halbfinal-Partien in der Erste Bank Eishockey Liga wartet mit der U18-Weltmeisterschaft der Division I der nächste internationale Auftritt auf den 27-jährigen Salzburger.
Nachdem Mark Lemelin beim olympischen Eishockey-Turniers der Herren das Finale leitete, waren gleich darauf zwei weitere Schiedsrichter der Erste Bank Eishockey Liga unter den fünf Ringen im Einsatz. Denn Referee Kristijan Nikolic und Linesman David Nothegger wurden für das paralympische Sledge-Eishockey-Turnier in Südkorea nominiert. Beim Sledge-Eishockey, das seit 1994 zu den paralympischen Sportarten zählt, bewegen sich die Athleten auf Schlitten mit zwei Kufen über das Eis und benützen zwei spezielle Schläger.
David Nothegger hat vor drei Jahren als Linesman im Sledge-Eishockey debütiert und war auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft 2017 in Gangneung City dabei. Im Dezember wurde der Salzburger schließlich für die Paralympischen Spiele einberufen. „Schon vor den Paralympics gab es mit allen Schiedsrichtern Skype-Konferenzen, wo es gemeinsame Regelschulungen gab und Organisatorisches besprochen wurde. Der größte Unterschied zwischen Eishockey und Sledge Hockey ist mit Sicherheit das automatische Icing. Nachdem wir mit den Athleten nicht auf Augenhöhe sind, erfordert es sehr viel Aufmerksamkeit, um dem Spiel folgen zu können. Die Schlitten sind nicht so wendig, daher muss man immer aufpassen, um nicht mit den Spielern zu kollidieren,“ erzählt Nothegger, der schon viel Erfahrung auf internationaler Schiedsrichter-Ebene sammelte – neben Spielen in der schwedischen Allsvenskan kann der Piesendorfer auch auf insgesamt 15 Länderspiel-Einsätze zurückblicken.
Am 6. März ging es für Nothegger und seinen Kollegen Kristijan Nikolic nach Pyeongchang, wo sie am Tag nach der Eröffnungsfeier ins Paralympische Turnier starteten. Nach drei Spielen in der Vorrunde, waren die beiden Österreicher im Halbfinale zwischen Kanada und Gastgeber Südkorea, sowie im Finale zwischen den USA und Kanada im Einsatz. Auf das Endspiel, dass die Amerikaner in der Verlängerung für sich entschieden, blickt der 27-jährige Nothegger gerne zurück: „Es war etwas ganz Spezielles, da die zwei besten Teams des Turniers aufeinandergetroffen sind. Es war ein spektakuläres Nordamerika-Derby auf einem sehr hohen Niveau, bei ausverkaufter Halle, einer tollen Stimmung und einem würdigen Sieger.“
Im dichten Terminkalender blieb den Offiziellen nur wenig Freizeit, einen Besuch im Alpenhaus ließen sich die beiden dennoch nicht nehmen. „Während des Turniers haben wir es lediglich zu einem Ski-Rennen und einem Curling-Match geschafft. Es war eine coole Erfahrung, im Alpenhaus mit sämtlichen Medaillengewinnern, Athleten und Funktionären zusammenzukommen. Wir haben sogar den Präsidenten des Paralympischen Komitees getroffen“.
Erst vergangenen Montag ist das Duo wieder in Österreich gelandet und war auch gleich voll gefordert. Bereits zweimal stand Linesman Nothegger im Halbfinalduell zwischen dem EC Red Bull Salzburg und den Black Wings Linz auf dem Eis. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem jungen Salzburger auch in den nächsten Tagen nicht. Denn schon am Ostersonntag geht es weiter zur IIHF U18-Weltmeisterschaft der Division I nach Riga, wo das nächste Karrierehighlight wartet.
Medieninfo: EBEL
30.03.2018