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Nach einer starken Saison fühlt sich der HCB Südtirol aufgrund des vorzeitigen Saisonendes wohl seines dritten EBEL-Titels beraubt. Die Füchse waren nämlich drauf und dran, nach 2014 und 2018 erneut Meister zu werden. Nachholen wollen sie das in der kommenden, ersten IceHL-Saison – und zwar mit viel Kontinuität im Team.

So wurde mit Head Coach Greg Ireland verlängert. Der 54-Jährige kam am Anfang 2020 als Ersatz für Clayton Beddoes und führte die Südtiroler zum Grunddurchgangssieg und dem ersten Pick-Recht. Der Kanadier bringt Coaching-Erfahrungen aus ECHL (5 Saisonen als Head Coach), AHL (2 Saisonen als Assistant Coach, 6 Saisonen als Head Coach), OHL (4 Saisonen als Head Coach) und NLA (4 Saisonen als Head Coach) mit und wird wohl zurecht als einer der besten Trainer der Liga gehandelt.

Keine Veränderung gibt es zudem auch im Tor der Foxes. Leland Irving geht in seine dritte Saisonen mit Bozen. Im vergangenen Jahr konnte er die starken Leistungen aus seiner erste Saison in Südtirol noch einmal übertreffen. In den Playoffs konnte der U20-Weltmeister in drei Spielen gegen Znaim ebenfalls brillieren.

Sein Backup wird abermals Italo-Kanadier Justin Fazio sein. Der 23-Jährige stand in der vergangenen Saison nur acht Mal auf dem Eis, lieferte den Füchsen jedoch den gewünschten Rückhalt.

Indes wurde die Defensivabteilung der Südtiroler einer Generalüberholung unterzogen. Einzig die beiden jungen Italiener Gregorio Gios und Ivan Tauferer – beide spielten jedoch keine große Rolle im Erfolg der vergangenen Saison – und Legionär Denis Robertson wurden gehalten. Der Kanadier avancierte in seiner ersten Saison beim HCB zu einer wichtigen Stütze und konnte offensiv mit zwanzig Punkten aus achtundvierzig Spielen überzeugen.

Um die zahlreichen Abgänge zu kompensieren haben die Foxes drei hochkarätige Zugänge präsentiert. Mit Nick Plastino kommt ein weitgereister Veteran nach Italien zurück. Der 34-jährige Italo-Kanadier lief im Laufe seiner langen Karriere einhundertachtunddreißig Mal in der OHL, neunundvierzig Mal in der SHL, zweiundvierzig Mal in der norwegischen Eliteserien, fünfundfünfzig Mal in der finnischen Liiga, sechzig Mal in der KHL und zuletzt einhundertneununddreißig Mal in der NLA auflaufen. Dabei wurde der offensivgefährliche Verteidiger einmal finnischer, einmal norwegischer und während seiner Zeit bei Asiago zweimal italienischer Meister.

Landsmann Gleason Fournier kommt unterdessen mit zwei britischen Meistertiteln im Gepäck nach Südtirol. Der 28-jährige Draft Pick der Detroit Red Wings konnte in den vergangenen fünf Jahren bei den Cardiff Devils in zweihundertdreißig Spielen zweihundertsieben Punkte sammeln. Zudem wurde Linksschütze auch einmal Meister in der AHL.
Komplettiert wird die zurzeit noch recht dünn besetzte Defensive von Dylan Di Perna. Der 24-jährige Kanadier kommt nach drei Saisonen in der kanadischen Universitätsliga zum ersten Mal nach Europa, zuvor stand der Rechtsschütze fünf Jahre lang in der OHL unter Vertrag.

In der Offensive gibt es zwar ebenfalls einige pikante Wechsel, dennoch kann der HCB weiterhin auf einige Leistungsträger zählen. Die namhaftesten Abgänge sind jene von Colton Hargrove (einunddreißig Punkte in siebenundvierzig Spielen) und Sébastien Sylvestre (siebenundzwanzig Punkte in dreiunddreißig Spielen). Auch Jamie Arniel wurde nach seinem eher enttäuschenden Liga-Comeback nicht verlängert.
Der Kern der Offensivabteilung besteht weiterhin aus den Leistungsträgern der vergangenen Saison. Mit Anthony Bardaro, Marco Insam, Stefan Giliati, Domenic Alberga, Danuiel Catenacci, Luca Frigo, Anton Bernard, Daniel Frank und Angelo Miceli ist der Angriff der Foxes zum größten Teil intakt und verspricht ordentlich Scorinpower für die kommende Saison.

Unterstützt wird das Team von den drei Liga-Rückkehrern Brett Findley (2018/19 bei Bozen), Mike Halmo (2017/18 bei Bozen) und Dustin Gazley (2018/19 bei Salzburg). Findlay und Halmo standen sich in der vergangenen Saison in der DEL mehrmals gegenüber, beide konnte sich bei ihren Teams zu wichtigen Stützen entwickeln. Dustin Gazley findet nach einer soliden Saison in der HockeyAllsvenskan wieder den Weg nach Zentraleuropa.

Alles in allem ist dem HCB erneut eine starke Saison zuzutrauen. Mit einem erfahrenen Coach, einem der besten Torhüter der Liga und einem hochkarätigen Sturm sind die Füchse für eine spannende Meisterschaft gerüstet. Ein großes Fragezeichen steht jedoch hinter der Defensivabteilung der Südtiroler. Mit nur sechs Verteidigern, von denen zudem wohl noch nicht alle für eine verantwortungstragende Rolle bereit sind, könnten die Bozener schnell unter die Räder kommen.

für Sportreport: Lukas Hörmandinger

23.09.2020


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