Andy Marek: Vielleicht müssen wir nur für einige Spiele ins Happel-Stadion auswandern!

In der vergangenen Woche erhielt Toni Fritsch im Jedlersdorf (21. Wiener Gemeindebezirk) eine nach ihm benannte Verkehrsfläche. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung traf Thomas Muck den Leiter des Rapid-Klubservice Andy Marek. Im Interview sprach er über Toni Fritsch, den Umbau des Hanappi-Stadions und über seine Wünsche ans Christkind.

Sportreport: Andi Marek, wie haben Sie Toni Fritsch in Erinnerung?
Andy Marek: Ich durfte ihn persönlich kennen lernen – ich glaube es ist etwa 20 Jahre her. Er war ein ganz, ganz netter Mensch. Er war immer sehr locker – immer positiv. Er war ein toller Sportsmann. Über die Zeit wurde er zu einem guten Freund. Leider ist er viel zu früh von uns gegangen.

Sportreport: Dem Wiener wird nachgesagt, dass er gerne negativ denkt. Das Klischee des Grantlers ist allgegenwärtig. War dann ein positiv denkender Mensch wie Toni Fritsch besonders wichtig?
Andy Marek: Ich glaube, die Zeit in Amerika hat ihn geprägt. In seiner aktiven Zeit bei Rapid habe ich ihn noch nicht gekannt – da war ich selbst noch ein Kind. Drüben hat er eine andere Mentalität kennen gelernt. Das heißt nicht, dass jeder in Wien ein Grantler ist. Der Toni Fritsch war ein offener Mensch, immer gut drauf und freundlich.

Sportreport: Thema Rapid – das Hanappi-Stadion wird ausgebaut und modernisiert. Rapid muss ein Jahr die Heimspiele im Happel-Stadion austragen…
Andy Marek: Wir freuen uns, dass eine Entscheidung getroffen wurde. Es wird ausgebaut, umgebaut, saniert – das ist jetzt das Allerwichtigste. Überall steht, dass wir ein Jahr auswandern müssen. Vielleicht ist es gar nicht so. Möglicherweise kann man es auf Etappen machen. Mal nur eine Tribüne sperren und wir können trotzdem im Hanappi-Stadion weiterspielen. Es ist am Ende dann vielleicht nicht ein ganzes Jahr. Möglicherweise sind es dann nur einige Spiele die wir nicht daheim absolvieren. Wir werden sehen, was die Planungen bringen.

Sportreport: Es werden Pläne kolportiert, dass das Hanappi-Stadion auf 28.000 Plätze ausgebaut werden soll. Wie konkret sind diese Pläne?
Andy Marek: Natürlich gibt es Pläne und Überlegungen. Die kommenden Wochen werden Klarheit in diesem Bereich bringen.

Sportreport. Trainer Peter Schöttel ist das erste Jahr für Rapid verantwortlich. Knapp vor der Winterpause steht die Mannschaft mit an der Tabellenspitze. Die Mannschaft und die Vereinsverantwortlichen strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus. Ein Eindruck der täuscht?
Andy Marek: Der Eindruck täuscht nicht. Wir alle wussten nicht, wohin der Weg geht. Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen neuen Spielern. Peter Schöttel hat immer gesagt, dass es seine Zeit dauern wird. Man weiß, dass man bei Rapid nie viel Zeit hat. Aber die letzten Wochen haben so positiv gestimmt. Ich würde mir wünschen, dass es in der Art und Weise weitergeht.

Sportreport: Letzte Frage: In einem knappen Monat ist Weinachten. Was wünscht sich der Rapid-Angestellte und was die Privatperson vom Christkind?
Andy Marek: Der Privatmensch wünscht sich, dass er mit seiner Familie ein gesegnetes, friedliches Weihnachtsfest feiern kann. Ich habe zwei Kinder. Mein Sohn ist bereits 15 Jahre alt. Für den ist es nicht mehr ganz so das Christkind. Bei meiner kleinen Tochter ist es das schon noch. Da freue ich mich auf ein paar schöne Tage und wünsche mir Gesundheit. Als Rapid-Mitarbeiter wünsche ich mir, dass eine ganz, ganz schwere Zeit hinter uns liegt, dass sie von Tag zu Tag besser wird; dass wir im Jahr 2012 dort sind, wo wir es uns wünschen und alles super läuft.

Das Gespräch führte Thomas Muck

30.11.2011


Die mobile Version verlassen