Florian Ringseis

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ÖVV-Nationalteam-Libero Florian Ringseis hat mit Abschluss der zu Ende gegangenen Saison seine Volleyball-Schuhe an den sprichwörtlichen Nagel gehängt. Für den 29-jährigen Wiener, der seine Karriere als Außenangreifer begann und bereits 2012 den Sprung ins Ausland wagte, beginnt bereits im Sommer ein neuer Lebensabschnitt. Daher wird er auch Teamchef Radovan Gacic für die Anfang August beginnende EM-Qualifikation nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Bis zu einem gewissen Grad habe ich mir immer Gedanken darüber gemacht, wie es nach meiner Volleyball-Karriere weitergehen soll. Wegen der Pandemie sind zuletzt auch die Angebote aus dem Ausland – vor allem die finanziell interessanten – weniger geworden. Da ist die Frage, wie es nach dem Spitzensport weitergeht, immer mehr in den Fokus gerückt. Als sich die Möglichkeit aufgetan hat, im Sommer bei der ÖBB eine Ausbildung zu beginnen, habe ich gewusst, dass die Zeit zum Aufhören gekommen ist“, erläutert Ringseis seine Beweggründe. Eine Trainertätigkeit strebt der Wiener nicht an – zumindest vorerst. „Ich möchte neben der Ausbildung auch mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Das Privatleben kam in den vergangenen Jahren doch zu kurz. Da bleibt keine Zeit mehr, um an Wochenenden auch noch in der Halle zu stehen.“

Ringseis erhielt als erst 15-Jähriger seine erste Einberufung ins Nationalteam, 2011 stand er im erweiterten Kader für die Heim-Europameisterschaft. Schon ein Jahr später wagte er den Sprung ins Ausland, wechselte von hotVolleys Wien in die Deutsche Bundesliga zu Volleyball Bisons Bühl. „Damals war ich noch Außenangreifer, bin aber im Training immer wieder in die Libero-Rolle geschlüpft. Es war also ein fließender Übergang. Mir wurde klar, dass es als Angriffs-/Annahmespieler bei einer guten Mannschaft vielleicht nur zum Wechselspieler reicht, ich als Libero aber in der Grundsechs spielen kann. Mein zweiter Verein im Ausland, Raision Loimu aus Finnland, hat mich 2014 bereits als Libero verpflichtet.“

Ein Jahr später ging es zurück nach Deutschland, für zwei Saisonen nach Frankfurt zu den United Volleys Rhein-Main. Danach folgte ein weiteres Engagement in Finnland, bei Valepa Sastamala, ehe 2018 wieder die DVL rief. Bis 2020 spielte Ringseis bei Hypo Tirol Alpenvolleys Haching, um schließlich die Legionärs-Laufbahn in Bühl ausklingen zu lassen. In seiner letzten Saison führte er VCA Amstetten NÖ als Kapitän ins Austrian Volley Cup-Finale und auf Platz vier in der AVL.

„Mein Ziel war es, so früh wie möglich ins Ausland zu gehen. Das ist mir auch gelungen, und es waren viele sehr positive Momente dabei – Europacup-Halb- und -Viertelfinali, Champions League-Gruppenphase und das Double mit Sastamala. Auch in der deutschen Liga gab es wirklich schöne Erfolge. In der Zeit bei den Alpenvolleys konnte ich in Österreich wohnen und in der DVL spielen, das hat besonders gut gepasst“, erinnert sich Ringseis. Und zu seiner Rückkehr in die heimische Liga: „Amstetten hat mir ein faires Angebot gemacht, das ich gerne angenommen habe.“

Mit dem Auslaufen seines Engagements bei den Mostviertlern endete auch Ringseis‘ Nationalteamkarriere, die 2007 mit der ersten Einberufung begann. „Es waren viele schöne Jahre, Kollegen wurden zu Freunden, auch sportlich haben wir einiges erreicht. Die erfolgreiche Quali zur EM 2019, die Europameisterschaft selbst, European League-Bronze und natürlich die World League-Heimspiele in der TipsArena Linz waren echte Highlights!“

ÖVV-Präsident Gernot Leitner wünscht Ringseis „selbstverständlich alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg“, bedauert aber auch dessen Entscheidung. „Sein Karriereende ist definitiv ein großer Verlust fürs Nationalteam. Er hat eine sehr wichtige Rolle gespielt, war eine Bank mit seiner tollen Art und den super Leistungen“, so Leitner. Und Sportdirektor Gottfried Rath-Zobernig ergänzt: „Flo Ringseis hat im Teamdress immer vollen Einsatz gezeigt. Großer Dank dafür und alles, alles Gute für die Zukunft!“

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ÖVV

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19.05.2022