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Maximilian Senft und Peter Pacult waren zu Gast beim Sky Sport Austria Podcast „DAB|Der Audiobeweis“.

Maximilian Senft (Trainer SV Oberbank Ried):

… über das Interesse des SK Puntigamer Sturm Graz: „Wenn der amtierende Meister anfragt, habe ich mich natürlich damit auseinandergesetzt. Und dann gab es eben auch Kontakt. Für mich war aber dann von Anfang an klar: Es muss wirklich für beide Seiten passen. Es muss sich zu jedem Zeitpunkt dann auch gut anfühlen und es war dann einfach so, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, wo dieses Gefühl, gepaart mit der Kommunikation einfach nicht mehr zusammengepasst hat.“

… über die Kontinuität beim SV Oberbank Ried: „Die ist, wenn dann so daran festgehalten wird, wie es bei uns der Fall ist, natürlich super und sehr hilfreich, weil sich einfach alle daran orientieren können im Verein. Bei uns ist es tatsächlich so, dass von U15 bis zur Kampfmannschaft dieses Konzept gelebt wird und einem stetigen Weiterentwicklungsprozess unterliegt. Aber ich weiß schon auch, wie privilegiert ich bei der SV Oberbank Ried bin, Das ist alles andere als normal im Fußball und eine sehr besondere Situation.“

… über die Chancen als junger Trainer: „Der Arbeitsmarkt für Trainer hat sich in den letzten Jahren sicher ein Stück weit geöffnet. Wir haben ja trotzdem mit dem Didi Kühbauer zum Beispiel auch sehr, sehr erfolgreiche Trainer, die auch hervorragende Spieler waren in Österreich. Es ist nicht so, dass es das gar nicht mehr gibt, aber es hat sich der Trainermarkt ein Stück weit geöffnet für Fußballtrainer wie zum Beispiel mich, die es vom fußballerischen Niveau nicht auf dieses Level geschafft haben.“

… über den kommunikativen Zugang zu seiner Mannschaft: „Es gibt viele verschiedene Zugänge und das Entscheidend ist, ganz egal, welchen Zugang ich wähle, dass ich es an die Spieler vermitteln kann und dass der Spieler versteht: Was ist unsere Idee? Ich glaube, das ist das Um und Auf und das ist auch das, was alle Trainer verbindet. Wenn du das nicht schaffst und die Spieler nicht erreichst, dann ist es ganz egal, wo du herkommst oder welchen Zugang du wählst, weil dann wirst du deinen Zugang nicht transportieren können. Was mir eben wichtig ist, dass wir sehr viele Vier-Augen-Gespräche haben, oder auch, wie wir es nennen, Kommunikationsachse. Ich will einfach, dass wir Spieler am Feld haben, die, wenn ich nicht so stark einwirken kann, wenn das Stadion laut ist, die Mannschaft am Feld führen können.“

… über das Cup-Spiel gegen den SK Rapid: „Die Mannschaft hat die letzte Woche unglaublich gut bestritten. Die Spieler sind voll mitgezogen. Dass es dann ergebnistechnisch so deutlich ausfällt und so gut gelingt, ist auch für mich überraschend. Wenn du nach drei Minuten in Führung gehst, ist es dann eben eine Qualität unserer Mannschaft, dann gar nichts zuzulassen und den Gegner nicht aufkommen zu lassen. Wir haben eben dieses Momentum. Wir sprechen viel mit der Mannschaft über das Thema: Wie können wir Momentum auf unsere Seite holen, aber auch halten? Ich glaube, das hat die Mannschaft dann wirklich super gemacht.“

… über das Spiel gegen den SK Puntigamer Sturm Graz nach dem Interesse der Grazer: „Ich glaube mit dem, 27., 28. Dezember war dieses Thema abgehakt. Ich bin jemand, der, wenn er dann weiß, so ist es, es sehr gut hinbekommt, seinen Fokus voll auf das Thema zu lenken. Ich glaube tatsächlich, dass es für mich kein großes Thema werden wird am Sonntag.“

…über die Kräfteverhältnisse in der ADMIRAL Bundesliga: „Die budgetär stärkeren Vereine haben in dieser Saison einfach ein Stück weit zu kämpfen und ich glaube die budgetär schwächeren Vereine machen es dafür sehr gut. Dann schiebt sich alles ein bisschen zusammen. Jetzt wird man sehen, wie sich das dann, über die Liga verteilt, weiterentwickelt.“

… über die Standardstärke seiner Mannschaft: „Einerseits ist bei uns in den letzten zweieinhalb Jahren in der Mannschaft eine Kultur entstanden, wie groß die Standards gedacht werden. Wir haben jede Woche einen eigenen Standard-Trainingstag. Da geht’s richtig zur Sache. Ich glauben, dass diese Trainingseinheit und die Wiederholungzahl, die die Jungs haben, und die Ernsthaftigkeit, mit der trainiert wird, ein ganz wichtiger Eckpfeiler ist, warum das dann im Spiel auch so gut funktioniert.“

… über die Integration junger Spieler: „Unsere Akademiespieler lernen bei uns, mit Niederlagen umzugehen. Das ist schon was anderes, wie wenn du bei den Wiener Großklubs in den Akademien spielst und Woche für Woche 3:0, 4:0 gewinnst. Die Jungs, die bei uns raufkommen, haben eine gewisse Demut und Widerstandsfähigkeit, weil du gewinnst in der Rieder Akademie weniger Spiele. Ich bin der Meinung, für die Charakterbildung der Jungs ist das gar nicht so schlecht.“

Peter Pacult (Sky Experte):

… über die Spannung in der ADMIRAL Bundesliga: „Das wird wirklich sehr spannend. Du musst vom ersten Spieltag an eigentlich gleich dabei sein. Weil von Platz zehn bis Platz drei alles beisammen ist. Also da darfst du dir keinen Ausrutscher erlauben. Spannend wird es dann, wenn der erste Spieltag im Frühjahr kommt, und den haben wir nächste Woche. Was dann entscheidend ist: Bin ich im oberen Playoff? Sollte es Ried schaffen, weiß man, dass dann fünf Heimspiele in Ried sind, die wahrscheinlich ausverkauft sein werden.“

… über das Arbeitsumfeld in Ried: „Ich sage noch immer, dass eine gewisse Ruhe herrscht bei diesem Verein. Das ist halt natürlich auch der große Vorteil: Dort ist jetzt nicht groß Tamtam herum. Wien ist halt ein bisschen anders, oder auch Salzburg ist anders. Ried ist noch immer im Schatten vom LASK, eventuell auch ein bisschen von Blau-Weiß Linz, weil die Medienlandschaft in Linz konzentrierter ist. Man hat nach außen hin nicht diesen Druck. Ich komme immer wieder auf Paul Gludovatz, weil der das Ganze dort erst so richtig aufgebaut hat und der in Ruhe sein Werk’l mit seiner Art und Weise aufbauen hat können.“

… über die Kurzlebigkeit als Trainer: „Mir tut zum Beispiel Oliver Glasner unheimlich leid. Das tut mir einfach weh, weil es ist das neunte Spiel ohne einen Sieg. Oder Adi Hütter, der macht bei Monaco super Arbeit, dann stellt sich der eine Sportdirektor vor: ‚Warte, wir müssen was ändern‘. Seitdem gewinnen die nichts mehr. Das tut mir weh, weil einfach dann immer irgendwelche Situationen kommen. Du hast immer wieder ein paar Partien, die du nicht gewinnst. Das ist wirklich ganz egal, welcher Trainer. Gerade da zeichnet man sich dann aus, wenn man einen Trainer arbeiten lässt, weil da sollte er ja dann seine Kompetenz zeigen. Wie geht man in einer kleinen Krise oder einer schwierigen Phase um? Das ist im Fußballgeschäft ganz anders, als in anderen Sportarten.“

Presseinfo
Sky Österreich

03.02.2026


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