WM-Eröffnungsspiel vor 62.000 Zuschauern

Volleyball

© Sportreport

Die Weltmeisterschaft der Herren (30.8. – 21.9.) in Polen startet am Samstag mit einem denkwürdigen Ereignis. Das Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und Serbien findet im Warschauer Nationalstadion vor 62.000 ZuschauerInnen statt. ÖVV-Teamtrainer Michael Warm wirft einen Blick auf die vier Vorrundenpools und die Topfavoriten der WM.

Schon auf den ersten Blick sticht eine der vier Sechsergruppen besonders hervor: Pool D. Allein mit dem frischgebackenen FIVB World League Champion USA und den beiden Halbfinalisten Italien und Iran ist die Gruppe bereits stark besetzt. Dazu kommen mit Frankreich und Belgien zwei weitere europäische Topnationen. Als klarer Außenseiter bleibt für Teamtrainer Warm Puerto Rico übrig“ „Im Grunde ist das eine Gruppe mit fünf Topteams. Alle haben in diesem Jahr bereits sehr gute Leistungen gezeigt und können diese nun bei der WM krönen. Die Ansprüche der USA sind nach dem World League Sieg gestiegen. Die Iraner haben viele überrascht und gezeigt, dass ihnen die Top Acht zuzutrauen sind. Italien hat so wie Belgien und Frankreich eine gute World League gespielt und will nun sicher versuchen erstmals seit Jahren auch auf Weltniveau in ein Finale vorzudringen.“

Klar ist, dass eine der fünf Nationen nach den Vorrunden die Heimreise antreten muss. „Enge Matches sind in dieser Gruppe vorprogrammiert, deren Ausgang dagegen völlig offen. In Hinblick auf die zweite Runde kann das für die vier Aufsteiger sehr negative Auswirkungen haben, nachdem die Punkte der direkten Duelle mitgenommen werden.“

Pool B: Deutschland will Medaille
Als „vergleichsweise gute Auslosung“ stuft Warm die Gruppe seiner Landsmänner aus Deutschland ein. Gegner von Grozer und Co. sind Brasilien, Finnland, Kuba, Korea und Tunesien. „Ich rechne damit, dass Deutschland und Brasilien in dieser Gruppe niemand gefährlich werden kann. Finnland tastet sich zwar immer mehr an die europäische Spitze heran, dürfte im direkten Vergleich aber keine Chance haben. Kuba wird mit einem sehr jungen Team antreten (nur sechs Spieler über 20 Jahre alt, Anm.) und daher viel Lehrgeld bezahlen. Korea und Tunesien können vielleicht um Platz vier mitkämpfen.“

Pool A: Kann Polen zuhause überzeugen?
Neben Gastgeber Polen stehen in Gruppe A auch Serbien, Australien, Argentinien, Kamerun und Venezuela. Warm erwartet einen spannenden Verlauf. „Polen und Serbien sind sicher die großen Favoriten. Australien darf man nach der sensationellen World League ebenfalls nicht unterschätzen. Argentinien traue ich noch keine Topplatzierung zu.“

Ob die Polen der hohen Erwartungshaltung der Fans gerecht werden können? „Die Heim-EM im vergangenen Jahr ist für sie relativ in die Hose gegangen. In der World League haben sie die Final-Qualifikation verpasst. Der Druck auf Neo-Coach Antiga und seine Mannschaft ist jedenfalls gewaltig.“

Eine umso größere Bedeutung schreibt Warm daher bereits dem WM-Eröffnungsspiel zwischen Polen und Serbien zu. „Vor 62.000 Menschen spielt man nicht so oft in seinem Leben. Man wird schnell sehen, ob die Polen mit dem Druck umgehen können. Ein Sieg würde die Tür in Richtung Gruppensieg weit aufmachen.“

Pool C: Top Drei scheinen gesetzt
Russland, Bulgarien und Kanada sieht Warm in Pool C als die klaren Favoriten. „Russland ist nach dem Olympiasieg und EM-Gold noch immer das Maß aller Dinge. Bulgarien hat zwar eine ganz schwache World League gespielt, zählt aber weiterhin zu den Topteams. Kanada wird bestens vorbereitet in die WM gehen und ist nicht zu unterschätzen.“

Dahinter erwartet der Teamtrainer ein offenes Rennen um den vierten Aufstiegsplatz. „China, Ägypten und Mexiko sind allesamt keine Kandidaten für die Top Ten. Ich rechne damit, dass die direkten Duelle entscheiden.“

Die Gruppen im Überblick
Pool A: Polen, Serbien, Australien, Argentinien, Kamerun und Venezuela
Pool B: Brasilien, Deutschland, Finnland, Kuba Korea und Tunesien
Pool C: Italien, USA, Iran, Belgien, Frankreich und Puerto Rico
Pool D: Russland, Bulgarien, Kanada, Mexiko, China und Ägypten

Modus
Gespielt wird zuerst eine Vorrunde in vier Sechsergruppen. Die Top Vier jeder Gruppe steigen auf und nehmen die Punkte in die zweite Runde mit. Dort stehen sich die Top Vier der Gruppen A und D bzw. B und C in den Pools E und F gegenüber. Die beiden Gruppensieger bekommen für die dritte Runde (Pool G und H) ein zweit- sowie ein drittplatziertes Team zugelost. Die Dritten aus Pool G und H spielen um Platz fünf. Die Ersten und Zweiten stehen sich im Halbfinale gegenüber. Das Finale steigt am 21. September in Katowitz.

Presseinfo ÖVV

28.08.2014