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Mit einer starken Aussage ließ der Boss des Eishockey-Vereins HC Sparta Prag Petr Briza aufhorchen. Im Interview mit „idnes.cz“ meint er, dass die europäischen Ligen in Europa auf Dauer nicht überleben werden und das es eine einheitliche Liga in Zukunft geben wird.

Sparta Prag schaffte in der Champions Hockey League historisches. Als erster Verein in der noch jungen Geschichte dieses Bewerbs schaffte man als erstes Team außerhalb von Skandinavien den Einzug in das Finale. Dort trifft man auf HC Frölunda. Nun äußerte sich der Eigentümer von Sparta Prag, Petr Briza im Interview mit „idnes.cz“ und meinte: „In zehn Jahren wird es keine nationalen Ligen mehr geben. Es kommt eine internationale Liga in Europa.“

Auf die Frage hin, wie er zu dieser Aussage kommt antwortete er: „Schauen sie sich auf der Landkarte des Eishockey um. Vor fünf Jahren dachten wir, dass es in jedem Land ein Team aus der KHL geben wird. Es gab eine große Vision mit 64 Teams. Gehen wir 15 Jahre zurück. Da gab es die Vision, dass es in Europa eine Division der NHL geben wird,“. Briza fügt hinzu: „Aber die traditionellen Klubs halten sich immer noch. Es gibt hier kleine Vereine, die Klappen vor ihren Augen haben und nur im Rahmen ihrer Region tätig sein wollen. Und dann gibt es die Großstädte, die spüren dass es eine internationale Liga in Europa braucht.

Fakt ist allerdings: Vor allem die Zuschauerzahlen in der Champions Hockey League waren nicht gerade überragend. Beim Spiel zwischen Vaxjö und Sparta Prag kamen lediglich 1 347 Zuschauer. Gerade die Schweden sollten laut Briza jedoch das Zugpferd der Champions Hockey League sein. Doch das Zuschauerinteresse ist nicht vorhanden. „Wenn wir zehn Jahre die Champions Hockey League spielen, dann werden sich die Leute an diesen Wettbewerb gewöhnen,“ ist Briza überzeugt. Die einzelnen Ligen kämpfen laut dem Sparta-Boss jedes Jahr ums Überleben und werden früher oder später ökonomisch am Ende sein.

Für die kleineren Vereine wäre dies aber suboptimal: „Die kleineren Vereine werden sich natürlich fürchten. Aber auf der anderen Seite sollte der Eishockey-Sport auch als Business gesehen werden. Es kommen neue Sportarten, die das mediale Interesse mehr wecken und so auch eher Sponsoren an Land ziehen.“ Wenn man laut Briza 60 Jahre mit 14 Teams spielt und die nächsten 50 Jahre so weiterspielt, werde man eines Tages aufwachen und feststellen, dass man sowohl medial als auch von den Zuschauerzahlen immer mehr an Boden verliert.

23.01.2017