Sturm, Sturm Graz, Günter Kreissl

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Zu Gast bei „Talk & Tore – Die Sky-Fußballdebatte“ waren am Montag Sturm-Geschäftsführer Sport Günter Kreissl, WAC-Spieler Michael Liendl und FIFA-Referee Harald Lechner. Hier einige Aussagen des von Martin Konrad moderierten Live-Talks.

Günter Kreissl:

über Neo-Sturm-Trainer Roman Mählich: „Es hat andere Kandidaten gegeben. Die oberste Prämisse war für uns Persönlichkeit, jemand der sehr positiv ist, sehr zuversichtilich, der gut motivieren kann, der aber auch von seiner Persönlichkeit zu Sturm passt. Roman Mählich steht für eine gewisse Einstellung im Sport, für Kampfgeist, für Leidenschaft, für die Fähigkeit an sich zu glauben, den Großen die Stirn zu bieten. Gemeinsam mit seinen kommunikativen Stärken, das dann auch an die Leute zu bringen, intern wie extern.“

über neue Hoffnung bei Sturm: „Ich denke, dass wir viel Potential und Qualität im Kader haben, dass es hier wirklich am letzten Schritt fehlt, an gefühlt ein, zwei Prozent. Wir haben wenige Spiele, wo wir dominiert werden, bis zu gar keinem in diesem Jahr, was Statistiken wie Ballbesitz und Torschüsse betrifft. Es wirkt schon so, dass es eine mentale Sache ist, dass der Knoten platzen muss. Ich erwarte mir von Roman Mählich nicht, dass er jetzt unser Spiel komplett umdreht. Wir waren von der Entwicklung her auf einem guten Weg. Ich verspreche mir von seinen Kommunikationsfähigkeiten, Leute ins Boot zu holen, sehr viel.“

über weitere Veränderung im Trainerstab: „Ich habe Ferdinand Feldhofer erst kürzlich in Lafnitz gesehen, er macht dort einen guten Job. Ich denke, dass er eher in diese Richtung tendiert, Nummer Eins zu bleiben und nicht den Assistenztrainer als nächsten Schritt zu sehen. Andi Schicker schätze ich riesig, da ich ja mit ihm sehr erfolgreich zusammen gearbeitet habe.Wir haben es noch nicht finalisiert, aber ich denke es sieht gut aus. Ich habe ihm Zeit gelassen, fühle mich auch Wiener Neustadt verbunden, weiß auch, wie wichtig er für diesen Verein war. Er hat nach meinem Abgang bis heute einen Top-Job gemacht. Er hat mir signalisiert, dass er sich diesen nächsten Schritt vorstellen kann im Bereich Personal, Chef-Scout, Analyse. Er wird sicher ein sehr wichtige Mitarbeiter von mir, wenn es so weit kommt.“

über seinen Ausraster im Spiel gegen St. Pölten: „Es ist so, dass ich im siebenten Jahr meiner Tätigkeit bin und das dritte, vierte Mal in einer Situation das Fass bis zu einem gewissen Grad übergeht. Ich versuche dann immer, nicht derb zu werden, keine Schimpfwörter zu verwenden. Aber es war in diesem Fall schon so, dass ich dem Schiedsrichter ganz klar zu verstehen geben wollte, dass wir diese Entscheidungen als Fehlentscheidungen definieren und dass das für mich in einer so schwierigen Situation nur schwer zu akzeptieren und zu tolerieren ist.“

über die Gründe seiner Entgleisung: „Es ist in meiner Geschichte mit dem Herrn Heiß nicht das erste Mal, dass solche Entscheidungen gegeben werden. Das ist ja keine Drohung von meiner Seite. Es ist so, dass du auch die Stimmen hast, dass du dir als Sturm nicht alles gefallen lassen kannst, dass, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt, sich zur Wehr setzt. Dass ich darauf nicht unbedingt stolz bin, das kann ich schon sagen. Ich hätte mit mir selbst ein Problem, wenn es ausfällig oder derb war. Dass ich gern hätte, dass man besser vorbereitet ist, das kann ich gern erklären. Ich würde mir wünschen, dass sich ein Schiedsrichter in so einer Partie auf Strafraumsituationen vorbereitet, dass er sich Basics wie Vorteilsituationen auch wieder in Erinnerung ruft. All das hatten wir.“

über Gerüchte, er hätte die Ablöse von Heiko Vogel betrieben: „Nein, die stimmen nicht. Bis zur letzten Sekunde habe ich versucht, alles zu unternehmen, den Heiko Vogel zu unterstützen, um wieder in die Spur zu kommen. Es war schon zu Beginn nach dem Ausscheiden gegen Larnaca mit 0:7 keine so prickelnde Stimmung. Von dem Zeitpunkt weg haben wir einen Sieg in 14 Bewerbsspielen gehabt und wir haben trotzdem festgehalten. Wenn man über so einen langen Zeitraum immer wieder knapp scheiterst, musst du dich irgendwann von dem Begriff Pech trennen. Dass es nicht fair ist, dass der Trainer oft der Erste ist, das wissen wir alle. Es ist trotzdem das Instrumentarium, wo du am ehesten im laufenden Betrieb etwas verändern kannst.“

Michael Liendl:

über den grandiosen Lauf: „Dass es so extrem gut läuft, ist vielleicht schon überraschend. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich ein sehr gutes Gefühl habe, als ich dort unterschrieben habe. Im Umfeld hat sich nicht viel verändert, es arbeiten noch immer die gleichen Leute dort. Am Trainer- und Spielersektor hat sich einiges getan, aber das ist ja normal. Ich habe mich damals schon von Anfang an wohl gefühlt und dass mich jeder haben wollte und das habe ich jetzt wieder.“

über die Performance vom WAC: „Prinzipiell hat sich was verändern müssen, wenn man sich das letzte Jahr des WAC ansieht und wie sie gespielt haben. Vor allem bei diesem neuen Modus musst du vom ersten Spieltag an da sein. Oft ist es auch leicht gesagt und Alibi wenn man sagt, dass man sich noch finden muss. Du hast eine Vorbereitungszeit, wo sich normalerweise eine Mannschaft finden muss. Dass vielleicht nicht alles gleich rund läuft, ist auch normal. Ich glaube aber nicht, dass das eine Ausrede sein sollte, ob man Spiele gewinnt oder verliert.“

über seine persönliche Zukunft: „Wir werden es sehen. Prinzipiell läuft der Vertrag noch, dann werde wir schauen, wie es weitergeht. Dass ich mich wohlfühle, habe ich betont. Dass der Trainer verlägert hat, ist auch ein Zeichen an die Spieler, dass man etwas miteinander aufbauen will.“

Harald Lechner:

über den Ausraster von Günter Kreissl: „Üblich ist es nicht. Es kann einmal vorkommen. Aber wie schon öfters angesprochen, dieser neue Modus bringt Spannung und Emotionen mit sich und natürlich werden dann Schiedsrichterentscheidungen mehr durchleuchtet. In diesem Fall ist das auch spielbeeinflussend. Ich würde nicht sagen, dass man es verstehen kann, aber wir Schiedsrichter haben uns auch zu wehren. Ich glaube auch, dass es die richtige Reaktion von Schiedsrichter Heiß war, den Trainer und alle zu verweisen, weil wir uns nicht alles gefallen lassen können.“

über den Videoschiedsrichter: „Es entscheidet nur der Schiedsrichter am Spielfeld. Der Videoschiedrichter führt ihn nur hin, erklärt ihm die Szenen und sagt, dass zum Beispiel noch weitere Kameraszenen kommen. Aber die Entscheidung trifft nur der Mann am Spielfeld. In einem Spiel schreitet man nur dann ein, solange das Spiel nicht fortgesetzt ist. Nach einer Strafraumsituation geht der Ball danach ins Out. Dann darf dieses Out nicht ausgeführt werden. Ab dem Zeitpunkt wo der Schiedsrichter der Fortsetzung zustimmt, kann er nicht mehr auf die Situation zurückgehen.“

glaubt, dass sich der Videoschiedsrichter durchsetzen wird: „Absolut und es wird die Zukunft sein. In Polen spielt die gesamte Liga schon mit Videoschiedsrichter, in Tschechien, Belgien, Holland auch. Es hebt den Stellenwert der Liga, es hebt den Stellenwert der Schiedsrichter und es führt zu mehr Gerechtigkeit.“

über Erfahrungen deutscher Schiedsrichter: „Sie sehen es absolut positiv, weil es Kritik vom Schiedsrichter nimmt. Fehler passieren und da wird die Last vom Schiedsrichter genommen. Deutschland ist auch bereits in der Offline-Phase für die zweite Bundesliga. Sie sind schon sehr weit.“

Wiederholungstermine der aktuellen Sendung auf Sky Sport Austria HD:
Mittwoch, 14. November, 12.00 Uhr
Samstag, 17. November, 4.30 Uhr
Montag, 19. November, 20.15 Uhr und 23.45 Uhr
Mittwoch, 21. November, 9.45 Uhr

13.11.2018