Volleyball, ÖVV, Damen

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Österreichs Volleyball-Nationalteam der Damen musste sich in seinem letzten European Golden League-Heimspiel im gut besuchten Raiffeisen Sportpark Graz Ungarn 0:3 (25:27, 16:25, 16:25) geschlagen geben. Platz zwei ist damit außer Reichweite. Für die „Golden Girls“ von Trainerin Svetlana Ilic bietet sich bereits am Samstag in Budapest die Gelegenheit zur Revanche. Das Retourmatch ist gleichzeitig das letzte Spiel der Österreicherinnen bei ihrer ersten Teilnahme an der europäischen Eliteliga.

Den ÖVV-Damen gelang es am Mittwoch nicht, ihr volles Leistungsvermögen abzurufen. Hauptverantwortlich dafür waren die von ihrem Trainer Jan José de Brandt perfekt eingestellten Ungarinnen. Die EuroVolley-Co-Gastgeberinnen präsentierten sich als erfahrene, kompakte Truppe. Topscorerin Katharina Holzer konnte sich auch daher nicht so in Szene setzen wie in den vergangenen Spielen. Dennoch war der erste Satz ein Duell auf Augenhöhe, in dem Ungarn seine Möglichkeiten allerdings etwas besser nutzen konnte.

Mit der Führung im Rücken traten die Gäste im zweiten Durchgang im Angriff sehr dominant auf, während bei der Ilic-Truppe etwas der Wurm drinnen war. Früh geriet man deutlich in Rückstand, auch Wechsel brachten nicht die erhoffte Wende. So hatte Ungarn relativ einfaches Spiel, auf 2:0 in Sätzen zu stellen. Auch danach lief es nicht nach Wunsch für Rotweißrot. Dabei mangelte es den ÖVV-Damen nicht an Kampfgeist. Gegen sehr stark auftretende und beinahe fehlerfreie Ungarinnen war an diesem Abend aber eben nur wenig auszurichten. Nach 83 Minuten verwertete der Favorit seinen ersten Matchball zum 3:0-Sieg.

Topscorerinnen waren Sabrina Müller (9), Katharina Holzer und Monika Chrtianska (je 8) bzw. Rita Bokorne Liliom, Gréta Szakmary (je 12) und Renata Sandor (10). Stats Angriffspunkte 35:40, Asse 4:6, Blockpunkte 6:6 und Eigenfehler 25:12.

Stimmen
Sophie Wallner, Österreich: „Momentan sind wir natürlich enttäuscht, weil wir wissen, dass wir es besser können. Wir haben heute vor allem Block und Defense nicht gut gespielt. Ungarn spielt sehr gut über außen, trotzdem hätten wir das besser machen können. Vor allem im zweiten Satz sind wir nicht gut reingekommen und haben das Sideout nicht gemacht. Im dritten haben wir durchgewechselt und nochmals alles probiert.“

Nikolina Maros, Österreich: „Nach so einem knappen Satz wie den ersten kommt es auf den Start im nächsten an. Wir haben keinen Druck am Service aufbauen können. Ungarn ist ziemlich erfahren. Wir sind eigentlich noch ein junges Projekt. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Wir wollen nochmals durchstarten“
Katharina Holzer, Österreich: „Niederlagen schmerzen immer. Wir haben gewusst, dass wir durchgehend zumindest eine Leistung wie im ersten Satz bringen müssen, das haben wir leider nicht geschafft.“

Svetlana Ilic, Trainerin Österreich: „Wir wollten es natürlich anders, das geht viel besser. Wir haben unser Potenzial heute nicht abrufen können. Unser Service war heute nicht so gut wie zuletzt. Wollen wir uns weiterentwickeln, brauchen wir noch mehr Spiele auf diesem Niveau. Ich bin noch immer zufrieden, weil ich weiß, was mein Team in diesen Wochen geleistet hat. Jetzt wollen wir gut regenerieren und auswärts gegen Ungarn besser spielen.“

Gottfried Rath, ÖVV-Sportdirektor: „Im ersten Satz haben wir die Chance verpasst, den Sack zuzumachen und mit 1:0 in Führung zu gehen. Insgesamt hat uns heute ein bisserl die Aggressivität gefehlt, das hat man auch daran gemerkt, dass wir extrem viele Netzduelle verloren haben. Ungarn hatte unsere Top-Punktelieferantinnen – Maros und Holzer – gut im Griff gehabt. Damit ist das Final4 für uns nicht mehr zu erreichen. Nichtsdestotrotz wollen wir im letzten Match in Ungarn nochmals unser volles Potenzial abrufen. So wollen unsere Damen die Golden League sicher nicht abschließen.“

Jan José de Brandt, Trainer Ungarn: „In diesem Spiel war es wirklich wichtig, den ersten Satz zu gewinnen. Wir haben am Block und in der Defense ein gutes Spiel gezeigt und konnten die Annahme der Österreicherinnen stören. Im zweiten und dritten Satz haben wir das Duell zwischen Service und Annahme dominiert.“

Renata Sandor, Ungarn: „Wir hatten im ersten Satz Schwierigkeiten, weil wir unsere Taktik nicht richtig umsetzen konnten. Ab dem zweiten Durchgang hat das dann besser funktioniert.“

CEV Volleyball European League 2019 Damen und Herren
26.05.: Damen: Österreich vs. Kroatien 2:3 (26:24, 28:26, 19:25, 24:26, 13:15)
26.05.: Herren: Österreich vs. Griechenland 3:1 (25:23, 25:20, 21:25, 25:22)

29.05.: Damen: Frankreich vs. Österreich 2:3 (25:23, 25:21, 17:25, 20:25, 14:16)
29.05.: Herren: Bosnien u. Herzegowina vs. Österreich 0:3 (12:25, 18:25, 17:25)

01.06.: Herren: Griechenland vs. Österreich 3:0 (27:25, 25:21, 25:13)
01.06., Damen: Kroatien vs. Österreich 3:0 (25:21, 25:19, 25:21)

09.06.: Damen: Österreich vs. Frankreich 3:1 (25:13, 21:25, 25:23, 25:11)
09.06.: Herren: Österreich vs. Bosnien u. Herzegowina 3:0 (25:20,25:21, 25:21)

12.06.: Damen: Österreich vs. Ungarn 0:3 (25:27, 16:25, 16:25)
12.06., 20:25: Herren: Österreich vs. Ungarn (Raiffeisen Sportpark Graz)

15.06., 15:00: Damen: Ungarn vs. Österreich (Budapest)
15.06., 17:30: Herren: Ungarn vs. Österreich (Budapest)

Presseinfo ÖVV

12.06.2019