Vor rund dreieinhalb Monaten entthronte WAT Atzgersdorf Rekordmeister Hypo Niederösterreich, beendete eine nicht weniger als 42 Jahre andauernde Ära

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Vor rund dreieinhalb Monaten entthronte WAT Atzgersdorf Rekordmeister Hypo Niederösterreich, beendete eine nicht weniger als 42 Jahre andauernde Ära und sorgte so für eine der größten Sensationen im heimischen Sport.

Samstagnachmittag standen einander die beiden Teams in der Südstadt erstmals seit diesem handballhistorischen Abend wieder gegenüber. Allerdings bespielten Österreichs Top-Teams diesmal nicht die nationale, sondern internationale Bühne: Hypo NÖ setzte sich im Hinspiel der ersten EHF-Cup-Quali-Runde gegen den neuen Meister 22:17 (10:8) durch und hält somit für das Retourmatch alle Trümpfe in der Hand.

Konsequente Abwehrreihen prägten die erste Halbzeit, im Angriff fehlte es den Teams hingegen an Durchschlagskraft. So sahen die Zuschauer ausgeglichene 30 Minuten. Dafür, dass es zunächst auch nach Wiederbeginn spanend blieb, sorgte Atzgersdorf: Treffer von Johanna Failmayer, Lilly Fehringer und Anabel Cosic brachten den Meister in der 37. Minute in Führung (12:11). Danach riss allerdings beim Team von Trainer Olivier Haunold für 17 Minuten komplett der Faden. Hypo NÖ erzielte neun Treffer in Folge (20:12) und entschied so die Partie. In der Schlussphase konnte Atzgersdorf den Rückstand noch auf fünf Tore verkürzen.

Das Retourmatch steigt am kommenden Samstag in der Hans-Lackner-Halle. ORF Sport+ überträgt ab 17:45 Uhr live! Auf den Sieger dieses Duells wartet Vaci NKSE aus Ungarn.

Stimmen (Interviews ORF Sport+):
Hypo NÖ-Flügelspielerin Claudia Wess (5 Tore): „Fünf Tore sind ein gutes Polster, obwohl es mich etwas ärgert, dass wir in der Schlusssekunde noch ein Tor kassiert haben. In der Deckung sind wir eigentlich von Beginn an gut gestanden, im Angriff ist es erst in der zweiten Halbzeit besser gelaufen. Wir können zuversichtlich ins Rückspiel gehen, wissen aber, dass es auswärts nicht einfach wird. Wir werden Atzgersdorf nicht unterschätzen.“

Hypo NÖ-Coach Ferenc Kovacs: „Vor dem Spiel hätte ich ein +5 sofort genommen, jetzt finde ich es etwas schade, dass es kein +7 geworden ist. Bei diesem Ergebnis kann noch alles passieren!“

Atzgersdorfs Neuzugang und Topscorerin Johanna Failmayer (6 Tore): „Zu Beginn der zweiten Halbzeit lief es noch gut, dann war aber plötzlich die Konzentration weg und hinten wie vorne ging gar nichts mehr. Fürs Rückspiel werden die Karten neu gemischt. Mit einer Top-Leistung ist noch etwas möglich, wenngleich wir natürlich wissen, dass es schwierig wird!“

Women’s EHF Cup, 1. Quali-Runde
07.09.: Hypo Niederösterreich (AUT) – WAT Atzgersdorf (AUT) 22:17 (10:8)

Tore Hypo NÖ: Elö 7, Wess 5, Neidhart 3, Dramac 2, Dedic 2, Topic 1, Bauer 1, Berlini 1
Tore Atzgersdorf: Failmayer 6, Fehringer 4, Cosic 2, Leitner 2, Hetemaj 2, Wernert 1

14.09., 18:00: WAT Atzgersdorf (AUT) – Hypo Niederösterreich (AUT) live in ORF Sport+

Anwurf zur WHA-Saison am Samstag in Ferlach
Ab Samstag hat die WHA wieder Saison! Zum Auftakt begegnen einander um 19 Uhr Aufsteiger SC Ferlach/Feldkirchen und der SSV Dornbirn Schoren. Sonntagnachmittag (16.30 Uhr) trifft HIB Handball Graz auf die SG Perchtoldsdorf Devils/Vöslauer HC und der ATV Auto Pichler Trofaiach empfängt ZV Handball Wr. Neustadt (19 Uhr). Der Sensationsmeister der vergangenen Saison, WAT Atzgersdorf, und der Rekord-Champion, Hypo Niederösterreich, stehen einander zwar am Samstag in der Südstadt gegenüber, allerdings ist der Kracher kein Meisterschaftsduell, sondern das Hinspiel der ersten EHF-Cup-Qualirunde. ORF Sport+ überträgt ab 15 Uhr live.

42 Jahre in Folge wurde Hypo NÖ Meister, am 19. Mai riss diese imposante Serie. Atzgersdorf angeführt von Altina Berisha entthronte die Südstädterinnen und sorgte für eine der größten Sensationen im heimischen Sport. Damit geht Hypo NÖ in einer ungewohnten Rolle in die Saison: Man ist Jäger, nicht mehr Gejagter. „Wir dürfen gespannt sein, was die Saison bringt. Ich denke, dass Hypo NÖ angreifen wird und sicher ein Topkandidat auf den Titel ist. Atzgersdorf ist mit seiner jungen Mannschaft topmotiviert und auch einige andere Teams wollen es den Wienerinnen nachmachen und nehmen den Meistertitel ins Visier“, erklärt WHA-Präsident Stephen Gibson.

In dieser Saison ist auch ein Kärntner Klub in der WHA vertreten. Mit nur zwei Niederlagen stieg Ferlach/Feldkirchen erstmals in die höchste Spielklasse auf. Spielerinnen, Betreuer und Fans fiebern der WHA-Premiere gegen Dornbirn entgegen. Im Sommer hat man sich mit Eva Ribic, Nika Oder und Ursa Urbancic verstärkt. Auch das Trainerteam Alen Mihail und Bostjan Poljanec ist neu. „Wir können komplett antreten. Alle brennen auf dieses erste Spiel. Wir wissen, dass Dornbirn ein routiniertes Erstligateam hat. Trotzdem wollen wir zu Hause gewinnen“, stellt Kapitänin Anna Kavalar klar.

Graz beendete die vergangene Saison auf Rang vier und spielt im November im EHF Challenge Cup. Zunächst hat aber die nationale Bühne Priorität. Die Murstädterinnen starten gegen Perchtoldsdorf/Vöslau. Die Spielgemeinschaft geht in ihre zweite WHA-Saison. In der ersten sammelte man 14 Punkte, wurde Neunter und schaffte so souverän den angestrebten Klassenerhalt.

Hinter dem ATV Auto Pichler Trofaiach liegt eine schwierige Saison. Das Männer-Bundesliga- und auch WHA-Team entgingen nur knapp dem Abstieg. Bei Erstrundengegner Wr. Neustadt lief es 18/19 durchwachsen. Mit 15 Punkten verpassten die Niederösterreicherinnen einen Platz in der oberen Tabellenhälfte klar, wurden am Ende Achte. Wr. Neustadt konnte beide Duelle mit Trofaiach souverän gewinnen. Coach Norbert Antal und Co-Trainer Max Holly sind überzeugt, dass aufgrund der intensiven Vorbereitung ein guter Start gelingen wird. Die Neuzugänge wurden gut integriert, auch die jungen Wilden, die in die Kampfmannschaft aufrückten, präsentierten sich in den vergangenen Wochen sehr ambitioniert.

WHA, 1. Runde
07.09., 19:00: SC Ferlach/Feldkirchen – SSV Dornbirn Schoren
08.09., 16:30: HIB Handball Graz – Perchtoldsdorf Devils/Vöslauer HC
08.09., 18:00: ATV Auto Pichler Trofaiach – ZV Handball Wr. Neustadt
11.09., 19:45: Hypo NÖ – MGA Fivers
28.09., 19:00: UHC Eggenburg – UHC Stockerau
Termin offen: HC Feldkrich – WAT Atzgersdorf

Women’s EHF Cup, 1. Quali-Runde
07.09., 15:05: Hypo Niederösterreich (AUT) – WAT Atzgersdorf (AUT)
14.09., 18:00: WAT Atzgersdorf (AUT) – Hypo Niederösterreich (AUT)

Presseinfo ÖHB

07.09.2019