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Am kommenden Wochenende startet die OHL in die neue Saison. Mit dabei sind wieder die Ottawa 67’s mit dem Vorarlberger Marco Rossi. Doch die Erfolgsgeschichte des jungen Österreichers zeigt einmal mehr, wie weit die heimische Nachwuchsförderung im internationalen Vergleich hinterherhinkt.
Rossi stand bereits 2011 als 11-Jähriger in der Schweizer U15-Liga auf dem Eis. Bis zum Ende der Saison 2017/18 kam der Feldkircher im Land der Nati auf fünfundsiebzig (U15), achtundfünfzig (U17) beziehungsweise dreiundvierzig (U20) Zähler. Rossi kann zudem auch achtzehn Einsätze in der NLB, der zweithöchsten Schweizer Spielklasse, vorweisen. Dabei kam der Stürmer auf sieben Punkte. In der vergangenen Spielzeit lief Rossi erstmals in der kanadischen Elite-Nachwuchsliga OHL auf. In dreiundfünfzig Einsätzen verbuchte der Österreicher neundundzwanzig Tore und sechsunddreißig Assists. Im kommenden NHL-Draft dürfte der Linksschütze nach einer ähnlich starken Saison bereits in der ersten Runde gepickt werden. Derzeit wird er rund um die elfte Position gehandelt.
So erfreulich Rossis Erfolg für das Nationalteam und die heimischen Fans sein mag, zeigt er auch, dass Österreichs Nachwuchsarbeit noch viel zu tun hat. Denn der vermutlich erste im NHL-Draft gepickte Österreicher seit 2006 (Michael Grabner, Andreas Nödl) wurde in der Schweiz ausgebildet. Dass er Vorarlberger ist, hat da schon einiges geholfen.
Auch die beiden weiteren Spieler, die eine (zugegebenermaßen sehr kleine) Chance haben, gepickt zu werden, sind Westösterreicher, die fast ihre gesamte Karriere im Nachbarland verbracht haben. Flügelstürmer Benjamin Baumgartner hat in dieser Saison in seinen NLA-Einsätzen Nummer Zweiundzwanzig und Dreiundzwanzig für Davos bereits drei Punkte gesammelt. Verteidiger Julian Payr wechselte im Sommer von eben dort zu Ambri-Piotta.
Dass viele Nachwuchsspieler bei ihren Stammvereinen meist zu wenig Eiszeit bekommen, zeigen die beiden Klagenfurter Thimo Nickl und Fabian Hochegger. Beide vebrachten viel Zeit im Farmteam des KAC, schafften jedoch nie wirklich den Sprung in die Kampfmannschaft. Bei den Drummondville Voltigeurs müssen die Österreicher eine Wahnsinnssaison hinlegen, um im Draft berücksichtigt zu werden.

für Sportreport (Lukas Hörmandinger)

19.09.2019