Basketball

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Der neunte Spieltag stand im Zeichen der Derbys in der Basketball Super Liga. Im „Donauderby“ überrschaschte der BC Vienna mit einem eindrucksvollen 98:83-Sieg gegen die BK Dukes. Vor allem Stjepan Stazic war mit 44 Punkten nicht zu bremsen. Auch in den übrigen Derby-Partien setzte es deutliche Siege. Mit einem 107:89-Heimsieg gegen die Flyers Wels unterstrichen die Swans Gmunden einmal mehr, dass sie zu den Top-Teams der Liga gehören.

Im Niederösterreicher-Duell zwischen den Traiskirchen Lions und dem SKN St. Pölten Basketball erkämpften die Landeshauptstädter in einer defensiven Partie einen letztlich klaren 80:63-Sieg, der im sich im Play-Off-Rennen noch als äußerst wichtig herausstellen könnte.
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BC Vienna vs. BK Dukes
98:83 (26:19, 52:44, 67:62)

Sonntag, 17.30 Uhr – Hallmann Dome, Wien

Unterschiedlicher hätte die Hinrunde der Basketball Superliga für die Dukes und den BC Hallmann bisher nicht verlaufen können. Die Klosterneuburger mussten sich in acht Spielen erst einmal geschlagen geben. Die Wiener durften in ebenso vielen Begegnungen hingegen erst einmal jubeln. Auf die leichte Schulter wollten die Niederösterreicher die Truppe rund um Altstar Stjepan Stazic trotzdem nicht nehmen, immerhin hat der Titelantwärter derzeit mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Dank eines Kantersiegs im Alpe Adria Cup am Donnerstag startete BC Hallmann mit viel Selbstvertrauen in das Heimspiel und übernahm von Anfang eine knappe Führung. Obwohl mit Edin Bavci und Christoph Jakubovski zwei Center der Klosterneuburger ausfielen, warnte Luigi Gresta, Head Coach des BC Vienna, dass das Spiel unter dem Korb entschieden werden würde. Im ersten Viertel behielt er damit zweifelsfrei recht. Das Dukes-Inside-Duo Amineye Lakoju und Maximilian Hopfgartner erzielte die ersten elf Punkte für die Niederösterreicher. Am Rebound hielten die Bundeshauptstädter allerdings dagegen und auch offensiv zeigten sie sehenswerten Basketball. Neben dem groß aufspielenden Anton Shoutvin – 14 Punkte alleine in diesem Abschnitt – konnten sich bereits vier weitere Wiener in die Scoring-Liste eintragen. Mit 26:19 ging das erste Viertel somit an die Heimmannschaft. In Viertel zwei konnten die Dukes den Vorsprung einige Male verringern, Stazic hatte aber jedes Mal die passende Antwort parat. 14 Punkte erzielte der Routinier, davon elf in Folge. Da der BC Hallmann nun aus allen Lagen hochprozentig traf und sich bei den Klosterneuburgen offensiv kaum kein Rhythmus einstellen wollte, ging es mit 52:44 für Vienna in die Pause.

Auch in Spielhälfte zwei änderte sich am Spielverlauf wenig. Die Dukes konnten den Rückstand zwar immer wieder verringern, aber die Wiener – und allen voran Stazic – trafen aus allen Lagen. Dass das Spiel vor Beginn des Schlussabschnittes bei minus fünf aus Sicht der Dukes (62:67) noch völlig offen war, lag vor allem an der in diesem Viertel starken Reboundarbeit der Klosterneuburger. Dank schneller sieben Punkte von Max Hopfgartner zu Beginn des letzten Viertels kam bei den favorisierten Gästen noch einmal Hoffnung auf, das Spiel noch drehen zu können. Erneut war es der Kapitän der Heimmannschaft, der die Hoffnung im Keim erstickte. Insgesamt zehn von 17 Dreiern versenkte Stazic an diesem Abend. Zu viele für die Dukes, die sich 71:85 geschlagen geben mussten und damit ihre zweite Saisonniederlage hinnehmen.

Stjepan Stazic, Kapitän BC Vienna: „Wir haben super gespielt. Gott sei Dank haben wir gewonnen.“

Mustafa Hassan Zadehr, Spieler BC Vienna: „Super erste Halbzeit, super mannschaftliche Rotation in der Defense, super ‚Ball-Movement‘, super die offenen Würfe getroffen. Ich hoffe, es geht jetzt so weiter. Wir kommen langsam in unser Spiel rein und ich hoffe, wir können diesen Rhythmus mitnehmen.“

Werner Salomon, Head Coach Dukes: „Gratulation, Wien war heute sehr sehr stark und hat verdient gewonnen. Wir waren nicht in der Lage dagegenzuhalten. Der Sieg für die Wiener geht also in Ordnung.“

Moritz Lanegger, Spieler Dukes: „Wir waren heute von der ersten Sekunde an nicht bereit. Wien spielt immer sehr unkonventionell und gibt uns eigentlich ganz schöne, freie Würfe, die wir aber heute leider nicht getroffen haben. Und in der Verteidigung war es einfach eine Katastrophe.“

Beste Scorer: S. Stazic 44, A. Shoutvin 23, L. Gvozden 13 bzw. A. Lakoju 21, M. Hopfgartner 20, P. Miletic 16.

Überraschende Niederlage im Donauderby – BC Hallmann Vienna vs. BK IMMOunited Dukes 98:83 (52:44)
Die BK IMMOunited Dukes müssen sich in Wien, aufgrund eines entfesselt aufspielenden Stjepan Stazic, geschlagen geben.
Die stark dezimierten Dukes traten ohne die Leistungsträger Bavcic, Danek und Jakubowski beim Donauderby gegen BC Hallmann Vienna an. Die Wiener konnten von Beginn an durch Distanzwürfe oder Pick and Roll Spiel auf Anton Shoutvin vorlegen, während dessen die Klosterneuburger, in Offensive wie Defensive, bemüht waren ihr Spiel zu finden. Nach den ersten zehn Minuten lagen die Gastgeber mit 26:19 in Führung.
In Viertel zwei lief es für die Niederösterreicher schön langsam besser und sie konnten ihren Rückstand auf zwei Punkte reduzieren (38:36). Nun nahm Stjepan Stazic auf Seiten der Wiener das Zepter in die Hand und hielt diese mit elf Zählern in Folge im Vordertreffen. Beim Stand von 52:44 ging es für beide Teams in die Halbzeitpause.

Dukes zur Halbzeit in Rückstand
Auch in der zweiten Spielhälfte änderte sich am Spiel der Hauptstädter recht wenig und Stjepan Stazic nahm jeden möglichen und unmöglichen Wurf. Die Dukes, weiterhin im Hintertreffen, kamen immer wieder näher heran, konnten ihren Rückstand aber nicht dauerhaft reduzieren. Vor dem Schlussviertel lagen die Wiener voch mit 5 Zählern (67:62) in Führung.

Im letzten Abschnitt versuchten die Niederösterreicher, angeführt von Max Hopfgartner, noch einen Schlussoffensive zu setzten. So kamen sie auch wieder auf zwei Punkte (71:69) heran, doch Wien hatte, wiederum in Form von Stjepan Stazic, die passende Antwort parat und erhöhte auf plus zehn (85:71). Die Klosterneuburger hatten in den letzten Minuten wenig entgegenzusetzen und mussten mit 98:83 ihre zweite Saisonnierlage einstecken

Swans Gmunden vs. Flyers Wels
107:89 (24:23, 51:39, 81:66)

Sonntag, 17.30 Uhr – Volksbank Arena, Gmunden

Derby-Time war am Sonntag am Traunsee angesagt, wo Gmunden Wels empfing. Im Duell Tabellenvierter (Swans) gegen -fünfter (Flyers) war Hochspannung vorausprogrammiert. So mussten die favorisierten Gmundner nicht nur verletzungsbedingt auf Center Javion Ogunyemi verzichten, sondern es unter dem Korb auch noch mit dem wiedergenesenen Tilo Klette aufnehmen, der im Welser Trikot an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrte. Der Start ins Spiel verlief absolut ausgeglichen. Beide Teams begannen mit hohem Tempo. Während auf Gmunder Seite Toni Blazan und Jordan Loveridge offensiv den Ton angaben und immer wieder in der Zone zu Punkten kamen, konnten sich bei den Flyers Cameron Delaney und Davor Lamesic im Angriff in Szene setzen. Zwar lagen die Swans fast durchgehend voran, mehr als fünf Punkte konnten sie sich aber nie absetzen. Bei 24:23 ging es ins zweite Viertel. Dort erwischte die Gastmannschaft dank der nun aggressiveren Defense den besseren Start und konnte kurzfristig die Führung übernehmen. In nicht einmal zwei Minuten ließen die Traunseer aber vier erfolgreiche Dreipunktwürfe folgen und rissen mit einem 14:2-Lauf die Partie an sich. Die Welser konnten zwar selbst mit einem Mini-Run kontern, aber vor allem Enis Murati zeigte sich in Scoring-Laune und sicherte seinem Team die 51:39 Halbzeitführung.

Die zweite Hälfte ging auf beiden Seiten offensiv weiter. Beide Mannschaften kamen immer wieder ungehindert zum Abschluss unter dem Korb – wobei diesen Aktionen meiste defensive Fehler vorausgingen. Der Vorsprung der Heimmannschaft blieb somit stabil bei zwölf bis 15 Punkten – auch weil die Flyers den Distanzschützen der Swans immer wieder zu viel Platz ließen. Vor Beginn des letzten Viertel führten die Gmunder 81:66. Ein 9:2-Lauf der Welser zu Beginn des Schlussabschnitts brachte noch einmal kurzfristig Spannung in die Partie, die Traunseer konterten aber zugleich mit einem 8:2-Run ihrerseits, von dem sich die Flyers nicht mehr erholten. Mit 107:89 entschieden die Gmunder das Derby letztlich deutlich für sich.

Anton Mirolybov, Head Coach Gmunden: „Ich gratuliere meinen Spielern zu dem schönen Heimsieg. Es war natürlich ein sehr offensives Spiel, aber ich glaube, dass das den Fans gefällt. Ich freue mich für die Mannschaft, aber es gibt viel zu tun für das Spiel nächste Woche in Wels.“

Enis Murati, Kapitän Gmunden: „Es war ein sehr hart erkämpfter Sieg und ein vielleicht auch bitterer Sieg für uns, wenn man die Verletzung von Matthias Linortner bedenkt. Das Ergebnis täuscht vielleicht, aber es war ein sehr intensives Spiel. Die Welser haben sehr hart gespielt und wir sind froh, dass wir heute gewinnen konnten und hoffen, dass wir das nächsten Samstag wiederholen können.“

Sebastian Waser, Head Coach Wels: „Gratulation an Gmunden, wir waren heute defensiv einfach zu schwach, um dagegenzuhalten.”

Tilo Klette, Spieler Wels: „Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel haben wir einfach den Faden verloren. In der zweiten Hälfte haben sie uns dann mit Leichtigkeit aus der Halle geschossen. Gratulation an Gmunden, da war für uns heute einfach nicht viel zu holen.“

Beste Scorer: J. Loveridge 27, E. Murati 25, T. Blazan 20, D. Friedrich 18 (11 Ass.) bzw. D. Lamesic 22, C. Delaney 16, D. Jackson 14 (9 Ass.).

Traiskirchen Lions vs. SKN St. Pölten Basketball
63:80 (11:15, 32:39, 49:60)

Sonntag, 17.30 Uhr – Lions Dome, Traiskirchen

Ebenso zum Derby baten die Lions. Zu Gast in Traiskirchen war der SKN St. Pölten. Eine durchaus brisante Partie in Hinblick auf die Playoffs war zu erwarten, belegten die beiden Teams vor dem Aufeinandertreffen doch die Tabellenplätze sechs und sieben – die besten sechs sind nach dem Grunddurchgang bereits für die Playoffs qualifiziert, während die übrigen vier Mannschaften in die Qualifikationsrunde müssen. Entsprechend körperbetont verlief bereits das erste Viertel, in das die Lions mit 7:2 den besseren Start erwischten. Da aber keine Mannschaft hochprozentig traf, blieb es knapp. Einzig US-Guard Kevlin Lewis konnte mit elf Punkten für die St. Pöltner auftrumpfen und so bis Viertelende eine knappe vier Punkte Führung (15:11) für den SKN herausspielen. Der Routinier blieb auch im zweiten Abschnitt spielbestimmend und bekam nun tatkräftige Unterstützung von Ex-Traiskirchner Florian Trmal. Vor allem in der Verteidigung zeigte sich St. Pölten diszipliniert, was sich in einigen Steals widerspiegelte. Für die Lions übernahm Shawn Ray in dieser Phase die Verantwortung. 13 Punkte scorte der Traiskirchner Fan-Liebling alleine in Viertel zwei und hielt damit den Rückstand seiner Mannschaft in Grenzen: 39:32 für St. Pölten zur Pause.

Frisch aus der Kabine fanden die St. Pöltner nun offensiv ihren Rhythmus und zwangen Lions Coach Zoran Kostic mit einem 9:2-Run zu einer schnellen Auszeit. Dieser stellte defensiv auf ein aggressives Zonenpressing um. Die Gäste ließen sich davon kurzfristig verunsichern, sodass die Traiskirchner auf minus vier herankamen. Die letzten Minuten des dritten Viertels gehörten aber wieder dem SKN, der mit einem 7:0-Lauf auf 60:49 stellt. Als gleich zu Beginn des Schlussabschnittes Lions-Big-Man Aleksandar Andjelkovic Andjelkovic mit seinem fünften Foul vom Feld musste, hatten die am Rebound ohnehin schon unterlegenen Traiskirchner unter dem Korb noch mehr zu kämpfen. In Kombination mit einigen Ballverlusten des Heimteams konnten die Gäste ihren Vorsprung nun sukzessive ausbauen und mit einem ungefährdeten 80:63-Erfolg die Heimreise in die Landeshaupstadt antreten.

Zoran Kostic, Head Coach Traiskirchen: „Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt. Defensiv gut und offensiv katastrophal.“

Aleksandar Andjelkovic, Spieler Traiskirchen: „Wir haben gut gespielt, leider hat die Qualität am Ende gefehlt. Sie haben ziemlich gut rotiert und ihre ‚Match-Ups‘ gegen uns gut ausgenutzt.“

Andreas Worenz, Head Coach St. Pölten: „Es war zwar kein schöner Sieg heute, aber ein sehr wichtiger. Mit den 17 Punkten Differenz kann ich leben.“

Philip Jalalpoor, Spieler St. Pölten: „Ein sehr umkämpftes Spiel, beide Mannschaften haben alles gegeben. Beide Mannschaften haben gut und aggressiv verteidigt. Die erste Halbzeit war deshalb auch ein ‚Low-Scoring-Game‘. Die Traiskirchner haben es uns extrem schwer gemacht. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir mehr versucht, offensiv unseren Rhythmus zu finden. Aber Kompliment auch an Traiskirchen – einen direkten Liga-Konkurrenten, der alles gegeben hat. Wir müssen uns gut vorbereiten auf nächste Woche, denn es wird garantiert nicht einfach (St. Pölten spielt daheim gegen Traiskirchen, Anm.). Aber Kompliment auch an unsere Mannschaft, wir haben das heute am Ende gut über die Runden gebracht. “

Beste Scorer: S. Ray 23 (9 Reb.), O. Schmit 11, J. Razdevsek 9 bzw. K. Lewis 24, F. Trmal 21, P. Jalalpoor 15.

Presseinfo Basketball Superliga

24.11.2019